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Freitag, 23. März 2012

Romeiros Vídeos

Alles was mit den "Pilgern von Sao Miguel" - den ROMEIROS - zu tun hat,
kann nicht aleine in Worte oder Videos gefasst werden.

Es ist eine ERFAHRUNG, die man PERSÖNLICH
machen muss. Trotzdem möchte ich versuchen Euch dieses Thema mit
diesem Posting - zur Pilgerzeit (Karneval bis Ostern) näher zu bringen.

Jetzt in der sechswöchigen Fastenzeit sind sie wieder unterwegs. Die Pilgergruppen der Romeiros auf São Miguel und teilweise auch auf Terceira und Graciosa. In fast allen Pfarreien bilden sich diese Gruppen. Und die Gemeinden sind stolz auf sie. Abgehärtete Männer, von neunjährigen Jugendlichen bis zum älteren Mann, vom Akademiker bis zum einfachen Arbeiter, sofern sie fähig sind, eine Woche lang die Insel im Uhrzeigersinn zu umrunden. Bei Regen, Sturm, Nebel und Sonnenschein, durchnässt und trocken. Unermüdlich. Von einer der Mutter Gottes geweihten Kirche und Kapelle zur nächsten. Sie singen und beten. Es sind Männer, die nicht unbedingt den Sonntagsgottesdienst ihrer Pfarrei besuchen, die aber hier im Glauben zusammen finden. Die sich verbunden fühlen, die Gemeinschaften auch nach der Pilgerfahrt bilden. Jede Gruppe hat einen „Meister“, dem unbedingtes Gehorsam zu leisten ist. Auffällig ihre Pilgerstöcke und Rosenkränze, ihre farbigen Tücher und die Feuchtigkeit abhaltenden Wolldecken. Todmüde suchen sie abends ihre Privatquartiere oder Pfarrsäle auf, werden bewirtet und erhalten eine Schlafmöglichkeit. 
Ehe die Sonne hochsteigt, brechen sie schon auf zur nächsten Etappe. Sie erbitten 
Verzeihung für ihre Sünden, beten für andere (wie ich 2011) und den Schutz Gottes für die Azoren oder 
Beteiligen sich im Gedenken an einen Verstorbenen (wie ich 2011) oder schwer Erkrankten. Ihren Ursprung haben die Pilgerfahrten in dem schweren Erdbeben, den 1522 Vila Franca do Campo heimgesucht hat.

In diesem Jahr sind 54 Pilgergruppen mit etwa 2000 Romeiros unterwegs.
Und wer ihnen begegnet, hält an, hört die Gebete und Gesänge und wird ergriffen von der Spiritualität, die in diesen Gruppen herrscht und von ihnen ausgeht.

2 Videos zur Einführung:

Vorstehend ein aktuelles Video zu den Romeiros auf Sao Miguel, mit denen ich letztes Jahr
ja auch um die Insel zog, was ich nie vergessen werde. Wenn ich dran denke UND auch
noch gleichzeitig SEHE krieg ich gern Tränen in die Augen. Vieleicht könnt Ihr das
verstehen, wenn Ihr die Stimmung einmal life erlebt habt...
Gerne wäre ich auch dieses Jahr wieder mit gelaufen, mit einer anderen Gruppe, um dort,
wo wir Nachts waren am Tage zu sein, aber von meinem Kontakt in Sao Miguel
(Cha Goerrena) bekam ich leider keine Antwort. Ohne definitiv zu wissen, das ich mitlaufen kann,
will ich nicht früher, als für den Rückflug nötig, in die Diebe-Hochburg Sao Miguel reisen.

Den Song, (2. Teil des Ave Maria, da ich in der hinteren Gruppe lief, die vordere singt den 1. Teil, wir den 2. usw.) den wir vor und nach Kirchen singen singe ich im Durchschnitt täglich:
 Saaanta Maria
 Mãeeee de Deus 
 Rogaaaiiiii por nós 
        Pecadores      
  Aaagora e na hora 
    da nossa morte   
     Amém Jesus
und wenn ich irgendwie in einer schwierigen Situation bin ggf auch öfter... 
Mittlerweile gibt es die Romeiro-Bewegung auch in Terceira (und Graciosa - siehe weiter unten "Atlãntida" aus 2008: Bei 45:24):

Artikel mit Bildern dazu

Traditionell laufen nur Männer als Romeiros um die Insel, aber seit 2008 gibt
es auch eine Frauengruppe, die die Umrundung in 7 statt 6 Tagen macht:


Unser Master sang einmal eher "privat" mit Guilerme und einem weiteren Irmão (wir Pilger bezeichnen uns Gegenseitig als Brüder) das Lied "FAZ Falta", dass ich schon vom Radio kannte. Unser Master erzählte mir, das der Song ursprünglich ein Romeiro-Lied war, vermutlich weil die Romeiros 7 Tage lang "weit weg" von zu Hause sind.


2010 waren etwa 2700 Menschen an den Romeiros Wallahrten beteiligt:

Vorausgegangenes Video:

Ausgabe von "Atlãntida" aus 2008: Bei 45:24 startet ein Video, das ich in diesem Artikel nicht seperat verlinkt habe! Und bei 1:01:04 eines unserer Lieder: Boa Noite Maria - der letzte Song am Abend bevor es in die Quartiere geht! Wir haben das aber schöner gesungen.. Bei 1:04:10 dann schließlich der Tränen rührende Beitrag, der den Song beinhaltet, der von dem am besten singenden Romeiro vorgetragen wird, wenn es morgens oder nach einer Pause wieder los geht. Dabei kann man sich seelisch prima wieder vom Small Talk oder dem Dösen in einer Pause, wieder auf die Pilgerreise einstimmen. Ich werde es nie vergessen und möchte es immer wieder erleben! (Tränen in den Augen)

Hier noch 2 Videos über die (mittlerweile) kanadischen Romeiros auf Sao Miguel:


von 0:38-1:05 der Teil des Songs, den ich immer mit gesungen habe
(was bei uns aber viel schöner klang, schließlich bin ich mit einer Gruppe gelaufen,
die nicht Ausgewandert ist, abgesehen von einem Teilnehmer..)

hier vom Folgejahr mit engl. Kommentar:


Auch in Toronto gibt es eine Romeiro Wallfahrt, aber nur um die Kirche herum.)

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Abschließend die aktuelle Ausgabe von "Atlãntida" vom 17.03.2012:

Dienstag, 20. März 2012

ERDBEBEN auf Graciosa und die FEUERWEHR

Heute gab es ein kleines Erdbeben auf Graciosa (66 km von mir entfernt war das Epizentrum). Quelle

Das gibt mir Gelegenheit einmal etwas über Feuerwehr, bei der ich ja gerade dieses Posting tippe (siehe diesen Eintrag für den Hintergrund), zu schreiben.

Gibt es tatsächlich mal ein grösseres Erdbeben sind die Menschen, die hier ständig auf einen möglichen Einsatz warten, die gefragtesten Personen.. Doch werden Sie für Ihre ständige Dienstbereitschaft auch anständig entlohnt? Ich denke nicht: 24,50 € gibt es für 8 Stunden Dienst (+ 4,50 € für Essen/+50 cent, wenn es ein Nachtdienst ist, aber dann für 10 Stunden, da man ja Schafen kann). Das sind also 3,06 € respektive 2,50 € in der Stunde! Würdet Ihr dafür arbeiten?

Im Durchschitt 3 mal am Tag muss die Ambulanz ausrücken. Feuer gibt es nur etwa 10 im Jahr.

Wenn sich diese Einsätze auf die etwa 8000 Menschen, die noch auf Sao Jorge wohnen (2001 waren es noch 9.674) umrechnen liesen, bedeutet dies, das jeder Einwohner im Durchschnitt alle 19 Jahre mal die Feuerwehr wegen eines Krankentransports in Anspruch nehmen muss. Einen Feuerschaden erleidet glücklicher Weise nur jeder 9.

Freitag, 16. März 2012

Spannend: Wikipedia

Immer wieder Spannend, welche meiner Wikipedia Bearbeitungen dauerhaft online bleiben. Heute hab ich von dieser Seite zu den Azoren (Portugal), den Abschnitt Käse geändert/ergänzt:

Dort stand lediglich zu den Azoren:


Auf den [[Azoren]] wird der [[Hartkäse]] ''Queijo da Ilha'' hergestellt, der wie [[Parmesan]] verwendet wird, außerdem der ''Queijo de São Jorge'' aus Kuhmilch. Die meisten portugiesischen Käsesorten sind eher streng in Geschmack und Geruch. Käse wird traditionell vor oder nach einem Hauptgericht gegessen.

Das erweckt ja den Eindruck, das hier nur dieser mir gar nicht so bekannte Hartkäse hergestellt wird.

Deswegen hab ich das so  geändert/ergänzt, das es insgesamt nun heist:

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Der bekannteste portugiesische Käse heißt Queijo da Serra aus der Region Serra da Estrela und ist ein Schafskäse. Im Geschmack ähnelt er Brie. Cabreiro ist ein herber Ziegenkäse.

Auf den Azoren wird der unter anderem ein Hartkäse Queijo da Ilha hergestellt, der wie Parmesan verwendet wird. Der bekannteste azorianische Käse ist der Queijo de São Jorge aus Kuhmilch. Auf Sao Jorge gibt es alein 3 Milchkooperativen. Auch auf jeder der anderen 8 Inseln der Azoren wird Käse von mindestens 1 Betrieb hergestellt.

Die meisten portugiesischen Käsesorten sind eher streng in Geschmack und Geruch. Käse wird traditionell vor oder nach einem Hauptgericht gegessen.

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Schaun wir mal, wie lange es Bestand hat..

Mittwoch, 7. März 2012

Empfehlung

Wer ein gesteigertes Interesse an den Azoren im Allgemeinen und im Speziellen an den Inseln Sao Jorge und Pico hat, dem seien die Videos von Malgatodemateus wärmstens an's Herz gelegt.

Weitere Videos zu den Azoren: http://www.youtube.com/watch?v=ih_SH-EMZQM&feature=related

Dienstag, 6. März 2012

Bürokratie

Nun bin ich nach 3 Monaten tatsächlich fertig mit meiner Inselerkundung. 4158 Bilder und kurze Filmchen hab ich gemacht. Soviel wie noch nie auf irgend einer Reise. Deswegen habe ich versucht offizielle Stellen davon zu überzeugen, das es sinnvoll wäre, damit eine Werbeseite für diese wunderschöne einmalige Insel zu erstellen. Bei der Camara Municipal ist man zwar intressiert, aber nicht in der Lage, die nötige Infrastruktur zu stellen. Bürokratie ist wie immer wichtiger. Ich könnte ja auf Regierungsdaten zugreifen, was absolut nicht mein Intresse ist. Gehör fand ich allerdings bei dem Abgeordneten der PSD Mark Marques. Er stellt mir einen Laptop zur Verfügung, mit dem ich bei den Bombeiros in den kommenden Wochen eine Webseite mit den Bildern erstellen kann.

Ich kreiere 2 Startseiten (deutsch, portugisisch) die dann auf die Facebook-Seite "Sao Jorge" führen, wo ich in 93 Ordnern (respektive 93 Tage) die Bilder präsentieren möchte.

Bis es so weit ist findet Ihr die Bilder hier: (Auswahl, bin am hochladen):

http://img4web.com/g/2CDQ
http://img4web.com/g/ZSUW6
http://img4web.com/g/R2CNN
http://img4web.com/g/98BJ9
http://img4web.com/g/SUXZ9
http://img4web.com/g/QCKB9
http://img4web.com/g/UZWQ7
http://img4web.com/g/MU13H
http://img4web.com/g/Q217E
http://img4web.com/g/8ZCT4

Dazu meine Videos auf http://www.youtube.com/user/Struffel20357/videos (teilweise kann ich mit 2 Lap-Tops hochladen..)

Durch Mark habe ich auch gelernt, das 31.500 Haushalte (ein Drittel der Azoren), mit weniger als 540 € im Monat auskommen müssen. Sie leben also unterhalb der Armutsgrenze. Ich freilich kann damit fast 3 Monate gut leben! Und als Arm kann ich mich nicht bezeichnen, wenn ich meinen Kontostand ansehe. Freilich ist der auch nur so hoch, das ich zu den Reichen gehöre, WEGEN meines Lebensstils "KEIN AUTO, KEINE WOHNUNG, KEINE HOTELÜBERNACHTUNGEN, GENAU AUF's Geld schauen". Und das alles ist auch in dem Kontext zu sehen, das ich das mache um angestrebte 100.000 Menschenleben zu retten. Vieleicht auch mehr, wenn ich nicht zu alt werde.

Samstag, 25. Februar 2012

Ponta dos Rosais Teil 2

 
 
 
 
 
 
 
 Wie am Feb 22 versprochen noch mal der Blick vom Monte Trigo ("Weizenberg") gen Osten am Tage
alter Walausguck
und es wird wieder Abend 
Zeit zum Muhle melken

 

Freitag, 24. Februar 2012

Peligroso: Rosais und sein Küstenpfad

 
 In der linken oberen Bildmitte sieht man den Friedhof von Rosais (siehe "folgt")
 diese Farben - einfach mal anclicken und in gross anschauen!
 
 
 Die schönen gekachelten Strassenschilder made in Sao Miguel


 An dieser Stelle standen wir am (folgt) schon mal und erblickten am Rand der Steilküste
3 m tiefer etwas, das was wie ein Weg ausschaut und dachten, da man da nicht hin kommt, "sieht halt nur so aus". Doch dann erzählte mir gestern Marcio Farrajota, das es einen Weg runter zur Küste gäbe. Er erinnerte sich als Kind da mal runter gegangen zu sein.Der vieleicht gefährlichste Weg der ganzen Azoren..
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Man braucht oft eine oder auch beide Hände zur Hilfe - manchmal bietet sich das rückwärts klettern an und jeder Schritt muss überlegt sein, der Grund ggf erst von Rollsteinen befreit werden.
 Der Weg:
 1 von 1000 Leuten, die hier runter gehen wird dort umkommen, da er abrutscht
 an dieser Stelle war Schluss für mich, denn es gibt nur noch Dornen ohne grössere Pflanzen zum festhalten
 sieht auf dem oberen Foto so flach aus, aber man rutscht ohne 
sich irgendwo fest zu halten - dazu bleiben nur die Dornen
 
 
 
 
Wieder zurück auf den Wiesen oben - das Gras fürdie Muhles wächst 
in geraden Reihen - oder was wurde hier fein säuberlich ausgesät?
 
 
 
 
 
 
 
 schon wieder Abend