Donnerstag, 1. Mai 2008
Unfall
Am Morgen komme ich (deswegen) nur 3 km weit: 2 LKW kommen entgegen. Hinter mir trötet ein PKW und ein LKW folgt. Ich zeige überdeutlich: "kein Überholen in diesem Moment". Die Straße ist dazu einfach zu eng. Doch der PKW Fahrer will dies nicht akzeptieren. Er fegt mich von der Straße. Der nachfolgende LKW fährt geistesgegenwärtig in den Sand. Ich lande ebenso im Sand, stehe aber sofort wieder auf. Das wäre anders gewesen, wenn der LKW über mich gerollt wäre..
Auch die entgegen gekommenen LKW haben angehalten. Mein rechtes Knie blutet und alle 4 Halterungen der hinteren Taschen sind abgebrochen. Ich fordere Polizei und notiere alle Kennzeichen. Ein solches Rauditum akzeptiere ich nicht.
Ich rechne mit Segitas den möglichen Wiederbeschaffungswert aus, nachdem mich die Polizei zum Gruppenschlafplatz mitgenommen hat. 250 € für neue Taschen, 300 € Kurier, 50 € Schmerzensgeld und 200 € Schadenersatz für Telefon, Aufwand ect. Da die Polizei sonst dem Fahrer den Führerschein entziehen würde, willigt der schließlich - nach Diskussionsversuchen über den Preis - ein. Sigitas wollte sich schon auf 1000 USD einlassen, doch ich bleibe hart.
Ein Polizist, der extra aus TURKMENABAT - die 2. größte Stadt des Landes nach ASHGABAT - angereist ist, fährt mit uns dort hin zurück. Der Fahrer besorgt sich das Geld von seinem Brötchengeber (CHUREKGEBER..) und wir fahren wieder zurück, da Fahrer und Polizist einen Scheinvertrag fordern, das ich keine Ansprüche anmelden würde. Nur so kann ein zeitraubender Report mit nachfolgendem Gerichtsprozess verhindert werden...
Als uns das Begleitfahrzeug entgegen kommt, fahren wir wiederum diesen hinterher. Als es 23 km vor TURKMENABAT stoppt geht es zusammen wieder in die ander Richtung, denn Sigitas sitzt ja auf dem Rad und nur er wird akzeptiert als Zeuge für die Geldübergabe. Dann stoppen wir bei einem Kaffee und nun wird auch die 2. Organisatorin, die seit kurzem mit uns fährt, als Zeugin akzeptiert.
Nun geht es mit unserem Begleitfahrzeug zurück nach TURKMENABAT. Beim Bazar werde ich rausgelassen und nun organisieree ich die Taschenreperatur selber. Ich lade meine Taschen auf einen Handkarren des Bazars und 2 junge Leute begeben sich mit mir zusammen auf die Suche.
Der erste Versuch scheitert, doch dann gelangen wir zu MOSLIMOVA SHANNA, der aus starkem Blech - das wir sicherheitshalber doppelt nehmen - und starkem Drath die Halterungen erneuern kann.
Zwichendurch fahre ich zur Post um einen weiteren Brief nach Hamburg zu senden. Dank Turkmenbashi kosten alle internationalen Sendungen 3.950 Manat. Die kleinste Münze allerdings ist 500 Manat heutzutage.. Ob 20 g oder 2 Kg ist egal! (2 Kilo ist allerdings das Maximum) Auch Strom und Wasser sind kostenfrei. Vermutlich auch Gas, denn wenn eine Flamme des Gasherds, den ich in TURKMENABAT gesehen habe, ausnahmsweise nicht mehr abschaltbar ist, bleibt diese Flamme eben immer an.. Als wenn die Gasvorkommen nie enden würden.
Während meines Postbesuchs wird meine Kamera geklaut. Ich will zur Strafe schon das Tagebuch einstellen, doch als ich dann abreisefähig bin, werde ich so liebenswürdig zu Borscht, Tee, Brot, Salz und Knoblauch eingeladen, das ich dieses Vorhaben nicht in die Tat umsetze. Nur Bilder wird es nun garantiert keine mehr geben!
FAZIT DES TAGES:
Für 1200 USD habe ich meine Kamera mit sämtlichen Bildern seit SÜREME / Türkei, mein Schweißshirt und einige Anstecker verkauft. Ich nehme es als Gott gegeben an. Dies ist der Preis um tatsächlich die Grenze nach China per Rad zu übertreten.
Ein weiteres Fazit: Einige Naturisten bestehen darauf, seine eigene Scheiße zu vergraben. Das macht hier in der Wüste aber keinen Sinn, denn die Kacke stellt Lebensgrundlage für andere Lebewesen dar. Ein Beispiel: Nach einem kurzen Wüstenspaziergang gestern haben sich bereits 7 Mistkäfer an meinem Ausscheidungsfladen eingefunden und damit begonnen, kugelformend diesen abzutragen!
Nachdem ich gecheckt habe, ob ein auf dem Weg zur Post befindliches Restaurant noch offen hat (was nicht der Fall war, hier gabs Kartoffelbrei..) bzw ob es im staatlichen LEBAP-Restaurant eine Speisekarte gibt (was auch nicht der Fall war) erkunde ich den örtlichen Vergnügungspark.
Die Gruppe zelebriert "noch 99 Tage bis Beijing" und ich campiere ohne Zelt nach der Querung des von Afghanistan kommenden Flußes. Im 100 km entfernten Afghanischen Grenzgebiet hat dieses Gewässer ein exclusives Höhlensystem geformt, von dem 55 km cartografiert sind.
An meinem Schlafplatz ist eine Fixerspritze (wie nahe liegt an der Opiumstraße..), stummer Zeuge davon, das Turkmenistan eben nicht frei ist von Drogenabhängigen, wie offiziell verlautbart..
Ein Nomade kommt vorbei. Erst sind seine Berührungen schön, aber dutzende Verabschiedungsversuche nerven schon im Schlafsack liegend. Fast eingeschlafen kommt er nochmals zurück, nachdem er sich endlich von mir lösen konnte. Er hat mein Rad in der Hand - aber nicht um es zu klauen (ich habe es mitlerweile abgeschlossen), sondern um eine Kordel zu befestigen, die er zu mir führt.
Ob seiner erneuten Nähe verfrachte ich Sicherheitshalber auch meinen Geld und Technikgürtel in meinen Schlafsack.
20,88 km in 1´46´40 /11,7 Durchschnitt / Max 34,5 / 35 Höhenmeter mit 266 m maximale Höhe (= Schlafplatz) / 2 % Durchschnittstagessteigung 9 % maximale Steigung
10.380 Höhenmeter seit Tiflis auf ca 1.576 km
4333.02 km insgesamt mit 34.777 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 100 per MFG
Mittwoch, 30. April 2008
Mittwoch 30.04.2008 71. Tag 14.Tag in Turkmenistan
Nach Tages-km 1,73 frühstücke ich in einem Kaffee. Problem ist immer begreiflich zu machen, das ich mehrere kleine Portionen anstatt einer großen Portion will, denn mehere große könnten zusammen eine Familie ernähren..
Dazu fühle ich mich immer betrogen, wenn die gleiche Menge Nahrungsmittel manchmal plötzlich 10 mal so viel kostet wie ursprünglich angegeben wird. Beispiel heute: gr. gefülltes Brot erst 3000 Manta - dann 30.000. Dazu eine Suppe zu 4000 - dann 20.000 Manat. Als ich zeige, das ich eine kleine möchte werden die 20.000 zwar auf 5000 reduziert, aber nun steigt der Preis des gefüllten Brots auf 35.000...
8 Uhr: Der erste Herdenteil der Gruppe fährt zielstrebig und unaufhaltbar vorbei. Joachim duckt sich bemüht in den Windschatten.
Als ich nach der Blumenprachtbewunderung in der mittlerweile teils sandigen Wüste wieder anfahre kracht die erste Speiche in Turkmenistan. Beim Flicken die 2. und eine 3. muß durchgekniffen werden um ein suaberes Zentrieren zu ermöglichen.
Mittag im GÜNES Kaffee in RAVNINA. Genauer gesagt ist der Ort etwas abseits bei der Eisenbahn. Das Cafe ist aber an der Straße. Auch ein Teil der Gruppe ist im Caffee wo Getränke 15 statt 6 Manat kosten. Essen ist aber normal mit 15 Manat gepreist. Graupen mit Ei und eine Käsekugel genehmige ich mir. 17 Uhr gehts weiter.
Noch 47 km zum nach vorn verlegten Gruppencamp. Mein VDO computer resettet 2 mal beim aufsetzen aufs Rad.
Nach 18,32 km ist UCH-ADZHI erreicht. Dort treffe ich Mark und andere Gruppenteilnehmer, die schon seit 13 Uhr 30 hier sind... Hier gibt es im Restaurant 3 Eier für 10 Manat und 2 Bücher in die sich alle Radler eintragen können. Ich starte das 2. Buch, in dem noch 250 Seiten für Euch frei sind..
www.BIKETOBEJING2008.com / www.LIEGERADREISEN.DE schreibt "It is like sleeping with open eys"
73 km ca, ca 10.345 Höhenmeter seit Tiflis auf 1.553 km
Mark beansprucht den einzigen klimatisierten Raum für sich aleine, da er sich eine Liebesnacht erhoffte. Daher fahre ich noch 2,2 km weiter zum Schlafen unterm Sternenhimmel.
4312.14 km insgesamt mit 34.742 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 5 per MFG
Dienstag, 29. April 2008
Dienstag 29..04.2008 / 70. Tag der Tour / 13. Tag in Turmenbashiland
20 Grad
AUF einem der monumentalen Stadteingangsmonumente schlafe ich noch etwas, um 3 Bilder im Sonnenaufgang zu machen.
Ganz oft wollen Menschen meine Musik hören. Als ich in einen Hinterhof fahre um Getreidesilos aufzunehmen, werde ich zum Kaffee mit Milchpulver aus Malaisia eingeladen.
Im Bazar von BAYRAMALY erstelle ich 5 Briefe: Ich schreibe an unsere Bundeskanzlerin und konfrontiere sie mit meinen Auslandserfahrungen Deutschland betreffend und sende eine Kopie davon an meine Eltern, Sylvie und die Rheinzeitung. Vermutlich sind diese Briefe nie angekommen, zumindest der an Slvie nicht, obwohl auf der Post alle Umschläge neu geschrieben werden musten.. Auf Umschlägen dürfen keine Striche oder Zeichnungen sein.. Der Wille meiner Eltern ist hier angekommen..
Am Gruppenschlafplatz angekommen stellt ich dann heraus, das meinw Planung falsch war. Merv ist weder 25 km weit weg, noch wird es individuell erkundet. Aber die für die Führung fälligen 25.000 Manat konnte ich so sparen. Ich verlasse den Gruppenschlafplatz wieder, da ich stark fühle, das ich nicht akzeptiert werde. Die Teilnehmer brauchen mehr Platz, als nur einen zum Schlafen. So ist kein Platz für mich im Schatten.
Ich fragte, ob ich am von mir auserkorenen Platz schlafen darf. Es wurde bejaht. Kaum habe ich ihn aber eingenommen ändert sich die Lage. Ich frage nach einem anderen Platz. Ein Teilnehmer stellt sogar sein Rad weg. Doch als die anderen von Ihrer 8 stündigen (!) Führung zurück sind beansprucht jemand anderes meinen Zeltplatz. Dazu kommt noch, das nicht akzeptiert wird, das ich am Rasttag in siedender Hitze meine enge Radhose mal nicht anhabe.
Die Wahrscheinlichkeit, das ich mein Ziel Peking mit dieser Gruppe erreiche sinkt auf 40 % und wenn ich mich ausschreibe, werde ich mit 80 % iger Sicherheit mich nicht weiter der Gluthitze aussetzen. Zur Gluthitze kommen nun schon Tagsüber die Moskitos und Abends auch noch die Polizei, ständiges Abknall und Einheimische, die ungewollt helfen wollen. NEIN, ich kann nicht 2 Flaschen gleichzeitig befestigen! ICH BIN EINFACH GENERVT! Zuviel auf einmal!
Im Kaffee TOLKUN esse ich noch Hähnchen. Polizei wartet währenddessen drausen. Doch ich kann ihr dann doch akzeptierend begreiflich machen, das ich NICHT bei der Gruppe schlafe, sondern die kühlere Nacht nutze, um die nächste Tagesetappe zu verkürzen.
Nach 11,58 km scheitert der erste Schlafplatzvereinnahmungsversuch am Grundstücksbesitzer Arne. Er will, das ich unbedingt in seinem Haus schlafe. Das will ich aber nicht, da es drausen kühler ist, weniger Zeit braucht und ich nur drausen den Tagesanbruch mitbekomme. Dazu kommt, das sein Haus nur durch Tiefsand oder Gräben zu erreichen ist.
Ich ergreife also die Flucht vor der sicherlich gut gemeinten aber nicht gewünschten Gastfreundschaft. Nach weiteren 2,5 km biege ich links ab um an einem Bewässerungskanal mein Zelt aufzuschlagen. Ich realisiere, das die unerwünschte Gastfreundschaft den Verlust meines Fahrradcomputers zur Folge hatte, da ich selbigen vor der Störung durch meinen nicht gewollten Gastgeber schon abgenommen hatte. Ich werde ihn aber am morgen nach 2,5 km Rückroll wieder finden.
64,15 km zusammen heute in 4 Stunden, 28 Minuten und 57 Sekunden.
Durchschnitt 14,3 / Max 30,5 / 122 Höhenmeter, maximale Höhe 349 m, 2 % Durchschnittssteigung, 5 % Max
Seit Tiflis: 10.123 Höhenmeter auf 1.480 km
4236.94 km insgesamt mit 34.312 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 5 per MFG
Montag, 28. April 2008
Touriabzocke in MARY
3 Uhr bin ich wach und hätte um 5.00 los fahren können. Doch 8 Uhr 30 soll eine Führung zum Wasserresorvair sein. Aber über Nacht wurden Wachen aufgestellt. Wir hatten zwar eine Genehmigung, doch das hätte eine extra Stunde Zeit gekostet, bis diese Information so bei den Wachen angekommen wäre, das wir die Sperre hätten passieren können. So habe ich am Morgen in der Hektik umsonst meinen Schokobrotrest vergessen..
Nach 20 km Rast zum Frühstück bis 11 Uhr im Kafe SAHRA. Es gibt Kefir (15.000) und Zucker (kg = 15.000) zu kaufen.
Kurz darauf einer der landestypichen Friedhöfe. Schade das ich das aufgenommene wegen Kameradiebstahl nicht zeigen kann..
Der erste Laden in MARY betrügt. Joghurt, der überall 7,5 oder 8,5 Manat kostet, soll hier doppelt so viel kosten. Ich kaufe also nur Salzstangen und der Besitzer des Betrügerladens will mir zunächst mein Wechselgeld in Höhe von 2 Manat nicht zurückgeben. Für 2 Manat bekommt Mensch hier immerhin 8 Käsekugen.
Doch das ist noch nicht alles: Im Laden gegenüber sehe ich die gleichen Salzstangen mit Preisauszeichnung: 2 Manat statt des von mir gegenüber kassierten 5 fachen Preises! Jetzt ist das Faß voll! Ich stelle den Ladenbesitzer zur Rede: 6 Manat oder Polizei. Er verweigert sich. Ich halte Autos an. Doch das Telefon geht nicht. Doch dann verhilft mir der gegenüberliegende Ladenbesitzer zu meinem Recht. Der Betrüger redet sich zunächst immer noch raus. Ich hätte mehr gekauft, was nicht der Fall war. Dann gibts zunächst 5 Manat zurück und dann die letzten 1000.
In dem Laden, der mir geholfen hat, bekomme ich Wasser aus dem Brunnen und Gekize (Quark) UMSONST. Schokoriegel kosten regulär 1000 Manat. (Hinweis: Angaben wie 2,5 Manat und 2.500 Manat sind identisch!)
Der geschenkte Sahnequark ist so lecker, das ich noch einen Teller zu 5 Manat kaufe. (Den Rest der Tüte kaufe ich nach dessen Verzehr dann auch noch für den Abend dazu..)
Im nächsten Laden 1 kg Eis.
Auf dem Hauptbasar wird dann wieder kräftig betrogen: Schokokrem 450 g zu 50.000 statt 40.000 oder Toilette (auf die ich deswegen verzichte) für 1000 statt 500.
Harmlos gegenüber 140.000 (nach versuchten 200.000...) statt regulären 40.000 für eine Schuhreperatur. Trotzdem lasse ich die stabile Sohle meiner Bergschuhe, die nun ausgedient haben, unter die biegbare meiner Sandalen nähen. Weniger gut zum Laufen, aber besser zum Radfahren!
In einer Apotheke ersetze ich meine kaputte Melkfettdose durch 2 Einheimische (Dosen..) Endlich mal wieder ohne das Geld verlangt wird.
Im Dunkeln dann noch 17 km weiter bis beim 96,54 ten km meines Tages ein rechts abzweigender Feldweg entlang eines Kanals zur Schlafrast einläd. Am Ende bei der Eisenbahnbrücke ein Pärchen, das sich um die Wasserverteilanlage kümmert, dessen weiblicher Part mich endlich mal passender und netter als "Excusion" katalogisiert anstatt des von mir gehassten ´TURIST´. Irgendwie unterscheiden sich Radnomaden doch vom pauschalen Touristen - oder?
Neue Aufgabe: Mein Philippskopfhörer hat Wackelkontakt.
5´42´45 unterwegs gewesen.
Durchschnitt 16,8 / Max 30,6 / 139 Höhenmeter, maximale Höhe 312 m (= Nachtschlafplatz)
Seit Tiflis: 10.123 Höhenmeter auf 1.416 km
4172.79 km insgesamt mit 34.190 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 5 per MFG
Sonntag, 27. April 2008
Sonntag 27.04.2008 / 68. Tag der Tour / 11. Tag in Turkmenistan
Dummerweise hatte ich meine Akus in Erwartung diese mit seinem Gerät zu Laden bereits tiefentladen, was sich nun als Boomerang erweist. Nun habe ich mindestens 2 Tage keine Energie anstatt nur einem, hätte ich die Akus nicht leerlaufen lassen.
Nach 31,59 km 2 Stunden Rast / Schlafen unter Bäumen.
Nach 41,5 km Mittagessen in einem Kaffee links der Straße. Getränke mit Geschmack kosten hier mit 8000 Manat etwas mehr, wie im Laden. Fleisch-Zwiebel-3-Eck-Taschen zu 3000 Manat (4=11.00) also 33 € cent!
Nach ca 60 km beim Nachmittagssnack werden dann schon 10.000 Manat verlangt für die 3-Eck-Taschen. Dafür gibt es ein Stück innen saftiger und außen knuspriger Fisch umsonst und ein Trackfahrer überlässt mir seine Reste + 1 Glas Fanta, das er, als es halb leer ist, nochmal bis zum Überlaufen auffüllt. So zeigt Mensch hier die Gastfreundschaft!
Den Schlafplatz nach der Kanalbrücke krieg ich nur mit, da jemand ruft und ich daraufhin ein Rad sehe.
75,92 km in 4´21´44 / Durchschnitt 17,4 / Max 34 / 79 Höhenmeter, maximale Höhe 246 m mit 2 % Durchschnittssteigung, 6 % Max.
Gesamt seit Tiflis: 9.984 Höhenmeter auf 1.319 km
Die Strömung im Kanal ist stark und das Wasser erstaunlich kalt. Mir zu kalt um den ganzen Körper darin zu versenken. Einer der Littauer kocht für die Gruppe eine Fischsuppe. Dazu Salat, Käse, Getränke. Nett, aber leider 3 x Durchfall in der Nacht.
4076.25 km insgesamt mit 34.051 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 5 per MFG
Samstag, 26. April 2008
Samstag 26.04.2008 67. Tag / 10. Tag in Turkmenistan
9 Uhr habe ich bereits eine gestern gebrochene Speiche ersetzt und das Begleitfahrzeug hat mich mit den Tagesinfos versorgt.
11 Uhr Rast nach den ersten 35,5 km an einer Bushaltestelle im Schatten. Als ich am Einpacken bin hält ein LKW und selbiger nimmt mich 36 km mit bis nach KAUSHUT. Es ist unerträglich heiß und erstmals zweifel ich, ob ich das schaffe. Leichte Kopfschmerzen. In einem Laden frage ich was die Handtücher kosten. Groß = 22.000, klein = 15.000 Also zahle ich ein kleines. nun mach ich den Fehler noch 2 Limonaden zu zusammen 14.000 haben zu wollen, denn nun sollen plötzlich ALLE Handtücher 22.000 kosten. Auf meinen wiederholten Einwand, das ich abgezockt werde, sollen die großen PLÖTZLICH 26.000 kosten. Mir wurde was anderes AUFGESCHRIEBEN!
Als ich mich am Nachmittag zum Essen in die Gruppe integrieren will, verweigert mir Monika den Zutritt zum Seperee, wo die meisten Essen. Aber die Littauer akzeptieren mich.
In TEJEN schlafen wir in einem Hotel in dem es teils keine Betten gibt, es viel zu heiß ist, die einzige Dusche im stinkenden Zimmer von Segitas verdreckt ist.
Auch ein Klo außerhalb Segitas Zimmer ist nicht findbar.
129,38 km per Rad in 7´13´´07 mit Durchschnitt von 17,9 / Max 41,5 / 175 Höhenmeter, maximale Höhe 305 m mit 2 % Durchschnittssteigung, 15 % Max.
Gesamt seit Tiflis: 9.904 Höhenmeter auf 1.243 km
Freitag, 25. April 2008
Freitag 25.04.08 66. Tag / 9. Tag in Turkmenistan
Für etwa 9 Euro ein 5 kg Paket nach Deutschland abgesand. Es wird hier eingenäht.
Gesamt seit Tiflis: 9.568 Höhenmeter auf 1.066 km
3796.01 km insgesamt mit 33637 Höhenmeter + 500 km per Truck + ca 5 per MFGDa ich erst mal aus versehen ein paar km Richtung Iran gefahren bin komme ich erst am Mittag los.
Bei einer VOLKSWAGEN Vertragswerkstatt (IPC Automotive, Oguzkhan str.7/a) frage ich nach wegen einer Adresse in China. Denn TNT ''Express'', mit dem mein Schaltknopf versand wurde braucht UNBEDINGT eine feste Adresse... Wir beißen allerdings bei 2 chinesichen Firmen und bei der chinesischen Botschaft sowie bei einem Reisebüro auf Granit. Niemand ist bereit einen Briefumschlag anzunehmen... Aber an eine bei 35 Grad angenehme DUSCHE bin ich so gekommen. DANKE!
Preise:
Cherry Cola 1,5 L 20 cent (€)
türkemenische Cola1,5 L 38 € cent
Coca Cola 1,5 L 56 € cent
Kurzwellenradios gibt es auch 3 verschiedene: 2 No Names können je Band nur einen Sender empfangen während das gleich teure Gerät von PANASONIC normal funktioniert.
Das Getreidemuseum von ANEW schliest um 17 Uhr 30 (ich war 18 Uhr da) und scheint recht leer zu sein. Wohl keine Ausstellung wie aus USA oder Europa gewohnt. dafür überraschen die Mitten in der Wüste an der Straße herumstehenden Reiter (Skulpturen). Am Ortsausgang von ANEW ein Markt mit seitlichen Restaurants (Essen = 15.000 Manat). Kurz darauf wird der Verkehr auf eine Seite der AUtobahn geleitet.
Nach einem Laden zur Linken (nach ca 20 - 25 km) schwenkt der Verkehr auf die andere Seite der Eisenbahn und so wird es nun so ruhig auf der neuen Straße, das Nacktradeln möglich ist in der Nacht. Auch Nachts bleibt das Thermometer nun über 20 Grad.
74,94 km in 2´51´07 Durchschnitt 16,8 Max 36 160 Höhenmeter, maximale Höhe 297 m mit 1 % Durchschnittssteigung, 4 % Max.
Gesamt seit Tiflis: 9.792 Höhenmeter auf 1.114 km
3870.95 km insgesamt mit 33797 Höhenmeter + 500 km per Truck + ca 5 per MFGDonnerstag, 24. April 2008
Ashgabat 2
Donnerstag 24.04.2008 64. Tag 7. Tag in Türkmenistan
9 Uhr fahre ich zum lokalen Touristenbüro und kann mit deren Hilfe organisieren, das das Staatliche Fernsehen und Radio uns um 10 Uhr 15 am AKALTYN Hotel treffen möchte. Zu einem Bericht führt das allerdings nicht. Es wurde nämlich verstanden, das wir eine Excusrsion zu Sehenwürdigkeiten machen würden. Nur dazu dies zu filmen hatte das Team die Erlaubnis. Da wir aber erst zu einer Bank fahren (sprich sich der Tagesplan gändert hat) muss eine neue Filmerlaubnis eingeholt werden…
Danach bricht die Gruppe zum Sonntagsbasar auf, der nun doch auch an anderen Tagen zum Wochenende zusätzlich geöffnet hat.
14.30 sind wir zum Mittagessen (Plov) in der vatikanischen Botschaft eingeladen.
Danach besuche ich das FINE ARTS MUSEUM und kann mit unserer Tourbeschreibung und Verhandlung erreichen, das ich den Einheimischenpreis von 10.000 Manat statt dem Touristenpreis von 10 USD bezahle. Wirklich sehr eindrucksvolle Bilder dabei, die teils wie Fotos anmuten, wie immer in solchen Galerien. Eine Fotoerlaubnis allerdings kostet 250.000 Manat.
Ein 2. mal wechsel ich (diesmal 200 statt 100 Euro am Vortag) beim JENNET BAZAR, so das ich durch den Unterschied zwischen An und Verkauf ein wenig des Technikverlusts in BAKU wett machen kann. Zudem wurde mir bei einem anderen Basar ein kleines schnuckeliges USB Ladegerät gesponsert das sonst 4 USD kostet.
Der erneute Weg zum angeblichen APC Service Center war erfolglos, da es sich zwar als Kompetent aber nicht als Service-Partner von APC erweist. Diese mobilen Akus können nur ausgetauscht werden nicht zerstörungsfrei zu öffnen! Mensch will sich aber noch darum bemühen das mir APC eine Mail sendet was zu tun ist nun...
Dann noch zum Disneyland wo es auch 2 Preise für Einheimische und Ausländer gibt: 4 Dollar oder 10.000 Manat (0.50 USD ca). Auch hier gelingt es mir dadurch das ich nicht english spreche und auf Bejing verweise den Einheimischenpreis zu zahlen. Für 4 Eurocent gibt es die Eintrittskarte und dazu 4 Ride Tickets a 4 cent. Die meisten Rides kosten nur 4 Cent. Der kleine Vecoma Coaster ist aber leider nicht in Funktion. Ansonsten einige moderne Fahrten die aus amerikanischen Parks bekannt sind.
Ich sehe mir einen Märchenwald an, der mit 7 Tickets hier das teuertste ist (28 Eurocent) und benutze die einhügelige Wildwasserbahn (kurz und nur ein Ticket, wie auch das kleine Riesenrad und die kleine Ausgabe des ZAMPERLA Swing). Die Raftinganlage ist leider schon abgeschaltet...
Die Diskothek im AKALTYN soll 2 Dancefloors haben. Doch um Mitternacht schmerzen meine Füsse und ich gehe lieber schlafen...
Mittwoch, 23. April 2008
Mittwoch 23.04.2008 63. Tag 6. Tag in Türkmenistan
Der April heist hier auch "Gurbansoltaneje", benannt nach der Mutter von Turkmenbashi 7 uhr 15 bin ich dann der 6. in der sich langsam aufbauenden Schlange zum Geldwechsel ab 8 Uhr im Park beim TEKE BAZAR. Das Geld wird in einem großen Paket gebracht. Als es los geht mit dem Wechseln etwas nach der offiziellen Öffnungszeit öffnet plötzlich nur einer der beiden Schalter und hektisch baut sich eine neue Schlange auf. Ich verteidige meinen Frontplatz gegten den Willen der Frau, die ihn statt mir nun eingenommen hat.
Auf dem Markt will ich dann 12 Kugeln Hartkäse kaufen, der heute unter der Theke liegt. Aber ich weiss ja, das Sie welchen hat….
Ich verwechsel 3 eintausend Manat Scheine mit 3 10.000 Manat Scheinen und erhalte so 120 der leckeren Käsekugeln. Da dies etwa ein Euro ist, ist dies auch OK. An einem anderen Stand noch eine Art Smetanakäsecrem (die sich spätere als gesauerte Butter entpuppt..) zu 10.000 Manat und nochmal woanders eine schoen süsse Banane zu 16 cent.
Auf der Suche nach dem lokalen Touristenbüro das sich um uns in Ashgabat kümmert treffe ich auf eine der staatlichen Schulen in denen ab der 5. Klasse English gelehrt wird. Also eine gute Adresse um ein paar Informationen zu kriegen, zudem gerade Kurzpause ist – ich also nicht störe. So finde ich das Toristenbüro das mir von dessen Verkaufsmanager falsch beschrieben wurde und erfahre auch wo die türkische Schule ist, wo ich nun noch versuche einen alternativen Schlafplatz mit Einbeziehung in den Unterricht zu organisieren. Dann hätte Sigitas 3 Wahlmöglichkeiten!
Dann gelingt es aber zu Sigitas telefonischen Kontakt aufzunehmen und alles organisieren war für die Katze, da Segitas gerade für die Tage die ich organisiert habe selber organisiert hat…
Was solls…
Zur litauischen Delegation, die ich gestern traf gehört auch der Primeminister von Littauen, der heute von dr Regierung Turkmenistans empfangen wird . Das war Nachricht Nummer eins heute in den Radionews. Auch am Folgetag wird dies die Nachrichten bestimmen. Irgendwie hat Littauen was mit Frieden zu tun. (Es war der erste Staat, der sich von der UDSSR gelöst hatte) Ein Tag zuvor war die Eröffnungsschlagzeile das der 63 jährige Radler aus Tiblisi in der Stadt sei. Er habe alle Kontinente bereist und sei auf dem weg nach Peking wo er an der Olympiade teilnehmen würde. Er stünde mehrmals im Guennessbuch.
Mal sehen ob wir morgen in den News sind…
Auf der Post kann ich dann ausnahmsweise mal für weniger Geld als ursprünglich bei einem anderen Postamt inTuerkmenbashy angegeben, 3 Briefe in die Heimat versenden. 3 mal an die 100g jeweils für zusammen 18.000 Manat (1 Dollar / 63 cent). In der Sonne klettert das Thermometer auf bis zu 53 Grad Celsius.
Nun fahre ich zum JENNET BAZAR wo es einen Radmechaniker gibt. Er kümmert sich kostenlos um das Spiel in meinem Nabendynamo und verkauft mir eine Felge zu 50.000 Manat.
Ich kaufe 4 Joghurt von denen ich 3 verliere und finde schon mal die APC Office. Ausgerechnet diese schliest um 18 statt 19 Uhr…
19.00 treffe ich die Gruppe –die nur 1 Tag mit 2 Stunden Regen hatte- am Bahnhof und wir fahren zusammen zum Gruppenschlafplatz in der Residenz des polnischen Botschafters..
Abends zeige ich einigen aus der Gruppe noch das surrealistische Ashgabat bei dem wir auch zur sich drehenden goldenen Turmenbashi Statue auffahren.
Lektüre-Empfehlung: http://www.stern.de/politik/ausland/:Turkmenistan-Der-Sonnengott-F%FChrer/579178.html
Bilder
Dienstag, 22. April 2008
Nun muß ich mich registrieren lassen, was in der Nähe des russichen Basars und der türkischen Botschaft möglich ist.
Von dort werde ich zum nahen Sportministerium gesand. Die wollen mich wieder zurücksenden. Das Problem ist einfach, das ich nicht weiß, WER uns eingeladen hat und diese Info nötig ist. Also zurück zum Internetcenter der US-Botschaft um die Telefonnummer unseres lokalen Mobiltelefons herauszubekommen, Doch da meldet sich nur ein Russe, der sich später als unser lokaler Guide herausstellt, aber der nicht begriffen hat wer ich bin und der so macht als wenn er nie etwas von uns gehört hat. Total seltsam! Dann nimmt sich der Sportminister persönlich meiner Sache an.
19 Uhr: Ich habe den begehrten Stempel im Paß. Preis: 1 Tag! Wenigstens die Laminierungsarbeit kann ich für das von Sigitas genannte Maximum von 5 USD noch so gerade organisieren... Normal kosten 16 x A5 7 USD und normal ist 19 Uhr Geschäftsschluß... Es ist 19 Uhr 16!
19 Uhr 44 Die Wechselstube am TEKE BAZAR hat keine Manat mehr, wegen der Panikkäufe. 3 - 4 Stunden warten ist Tagsüber angesagt.
3 Knoblauchzehen bekomme ich auf dem Bazar geschenkt, da ich die verlangten 16 cent für die Knolle nicht mehr in Manat habe. Nun brauch ich EINE Wäscheklammer. Paket mit 12 = 7000 Manat. Kann ich eine für meine mir verbliebenen 1000 haben? Nein, nur ein ganzes Paket - aber mein weiteres Bitten führt schlieslich zum Erfolg - iohne Geld. Die 1000 Mnat infestiere ich dann in 4 schmackhafte Hartkäsekugeln a 0,5 cent das Stück (Kurt).
Ich fahre zum TOURIST Hotel und erfahre, das 10 USD / Person statt pro Raum der Tarif ist. Dann noch kurz Tanzen und beim Hotel AKALTYN treffe ich zufällig eine Gruppe littauischer Geschäftsleute, die unsere littauische Gruppe um Faustus herum kennen.
Beim Schreiben dieser Zeilen werde ich dann vertreiben. Always be in Mution - Never Stop. Also ab zum Schlafen unter bekannter Brücke.
Info: Deutsche Besucher in Turkmenistan:
2001 17.861
2002 17.969
2003 18.399
2004 20.137
durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2,3 Tage (2005 = 2,2 Tage)
2005 21.500