Montag, 30. November 2009

22. Tag Azoren 2009/2010

30.11.2009 Montag Pico 4.Tag

Tipp zum heutigen Tag: Wenn Ihr ein Bild ganz sehen wollt clickt es mit der RECHTEN Maustaste an - wählt in dem sich öffnenden Menü den ersten Punkt. Nach Ansicht dann mit dem Zurück Button des Browsers zurück in dieses Posting usw!

Solltet Ihr in diesem Posting gar keine Bilder sehen, sind diese gelöscht worden. Abhilfe würde in dem Fall nur eine 20 € Spende geben für 1 Jahr Bilder. Dann lad ich alle nochmal neu hoch!




unter dieser Adresse sollte auch noch ein Video zu heute zu sehen sein.




alte Weinpresse:




und wer das lieber im Video sieht clickt hier!

Wandern auf den Azoren

Hier eine Karte von Pico mit den Wanderwegen der Insel. Auf allen 9 Inseln der Azoren gibt es Wanderwege:

Santa Maria, Sao Miguel, Terceira, Corvo, Faial, Sao Jorge, Graciosa, Flores

Leider sind die Beschreibungen in Portugisisch, aber an Übersetzungen wird gearbeitet. In den Touristenbüros der Inseln ausser Corvo kann aber eine kostenlose schriftliche Ausgabe der Routenbeschreibungen mitgenommen werden.

Und hier eine gute Wettervorhersage für Pico.

Samstag, 28. November 2009

Das Gebiet um den Flughafen verzaubert mich


20. Tag Azoren 2009/2010 28.11.2009 Samstag Pico 2.Tag

Schlafplatz wie gestern am Piscina

Dieser Eintrag wurde gesponsert (Onlinetime) von Associacao de Festas do Lajido

Kurz bevor ich loskomme, kommt der Taxifahrer, der mich nach Madalena brachte zum Zelt um mich zurück zum Flughafen zu bringen, damit ich mein Trike in Empfang nehmen kann. Unterwegs deponieren wir mein Ladegerät noch im Wartebereich der Canalfähre in einer Steckdose.

Vom Trike ist eine Schraube verbogen die den Vorderbau mit dem Hauptteil verbindet. Durch Anziehen der Mutter kann ich Sie wieder so weit zurückbiegen, das ich weiterfahren kann. Thomas ist gebeten zu sagen, wieviel die mit Versand auf die Azoren bzw nach Deutschland kostet. Danach entscheidet SATA ob sie diese Kosten ersetzen, denn ein Rad ist ja bekanntermassen nach Meinung der Fluggesellschaften kein normales Reisegepäck.

Das Gebiet um den Flughafen herum, genauer gesagt unterhalb von diesem, nimmt mich den ganzen Tag in Beschlag, so abwechslungsreich, fazinierend und schön ist die zerklüftete Lavaküste. Auch ein Wellenkraftwerk, gefördert von der EU gibt es. Ein deutscher Ingeneur kümmert sich um die Technik. Es ist lediglich ein Versuchsprojekt.

Wasser der ankommenden Wellen strömt durch einen unterhalb des Betonbaus liegenden Einlass in eine Druckkammer. An deren Auslass befindet sich eine Turbine, angetrieben von Luft, die durch das eindringende Wasser nach oben verdrängt wird. Bei Wellentälern sinkt der Wasserspiegel in der Kammer, Luft wird angesaugt und treibt so ebenfalls die Turbine an; deren spezielle Konstruktion sorgt dafür, dass die Drehrichtung in beiden Fällen gleich bleibt. Doch schon ersten kurzen Tests folgten lange Ausfälle aufgrund von Überschwemmungen und Fehlfunktionen einzelner Komponenten.

Zwar schätzen Experten die im Meer steckende Wellen-Energie auf bis zu 80000 Terawattstunden pro Jahr, was dem Fünffachen des aktuellen weltweiten Stromverbrauchs entspräche. Praktisch nutzbar davon sind laut dem britischen Carbon Trust bis zu 4000 Terawattstunden pro Jahr, andere Studien kommen sogar auf das Doppelte. Doch die bislang installierten Prototypen haben sich als nicht sehr zuverlässig erwiesen: Während Windkraft mittlerweile einen ansehnlichen Beitrag leistet, meldet die IEA für alle Meeresenergie-Arten im Jahr 2005 eine Stromerzeugung von nur 565 Gigawattstunden – der Löwenanteil davon geht auf ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich zurück.

und so für 10 % der Enegieversorgung der Insel sorgen.

Der Besitzer der Bar, in der ich diesen Bericht tippe und in der ich auch 2007 schon war, meint aber das es nicht in Betrieb sei, da die Wellen zu stark wären. Dafür spricht leider, das aus der Turbine kein Wasserdampf kommt wie aus den anderen Öffnungen des Betonklotzes über dem Meer. Erklärende Texte an einem nahen Container sind leider fast vollständig abgerissen.

Ganz in der Nähe (bei Candalaria) gibt es auch tolle Wege zwischen Lava und Meer. Wer reinfällt wird es sicher nicht überleben - kein entrinnen. Hier treffe ich Reisende aus Festland-Portugal, die von mir Wissen wollen was Sie in Faial machen sollen, wenn Sie nur einen Tag zur Verfügung haben. Ich versäume es leider für meinen Tipp (Fahrt zur Caldera und Spaziergang hinunter) nach einer Spende zu fragen. Jedes mal der gleiche Fehler, wenn sich auf einer Winterreise die Möglichkeit bietet Geld zu generieren.

Auch einen schönen Picknikplatz gibt es hier, dessen Grillhaus sich als Schlafplatz eignen würde.

16-30 - Grad Celsius 171 Bergauf Höhenmeter, 184 runter, maximale Höhe 82 m

9,96 km (über 4 km/h misst mein Cateye nur..) in 1 Stunde, 12 Minuten, 51 Sekunden

Durchschnitt über 4 km/h: 8.3, Max 35.8

Dazu kommen dann noch die ca 10 km zurück nach Madalena, die ich später ergänzen werde.

video

Weitere Bilder und Videos zu heute kommen aus organisatorischen Gründen erst "später".

Der Reisebericht geht hier weiter:

Nov 30 (2) PICO
Dez 02 (1) PICO
Dez 03 (1) PICO
Dez 04 (2) PICO
Dez 09 (1) PICO
Dez 19 (1) PICO
Dez 24 (1) TERCEIRA
Dez 25 (1) TERCEIRA
Dez 26 (1) TERCEIRA
Dez 27 (1) TERCEIRA
Dez 28 (1) TERCEIRA
Dez 29 (1) TERCEIRA
Dez 30 (1) TERCEIRA
Dez 31 (1) TERCEIRA
Jan 01 (1) TERCEIRA
Jan 02 (1) TERCEIRA
Jan 03 (1) TERCEIRA
Jan 04 (1) TERCEIRA
Jan 05 (1) TERCEIRA
Jan 06 (1) TERCEIRA
Jan 07 (1) TERCEIRA
Jan 08 (1) TERCEIRA
Jan 09 (1) TERCEIRA
Jan 10 (1) TERCEIRA
Jan 11 (1) TERCEIRA
Jan 12 (1) TERCEIRA
Jan 13 (1) TERCEIRA
Jan 14 (1) TERCEIRA
Jan 15 (1) TERCEIRA
Jan 16 (1) TERCEIRA
Jan 17 (1) SANTA MARIA (mit dieser Insel bin ich auch ganz fertig!)
Jan 18 (1) SANTA MARIA

(weiter muss ich später posten...)

Freitag, 20. November 2009

Ein Wandervorschlag

Erstmal ein paar Bilder zum Tag:

vereinzelt blühen noch die Hortensien

12. Tag Azoren 2009/2010 20.11.2009 Freitag 9 Uhr 30, 9.5 Grad Celsius
189-197

Flores Tag 4

Start der Wanderung: Fussweg rechts ab von Hauptstrasse zwischen FAZENDA und LOMBA während des Gefälles Richtung LOMBA. Dort kurz nach der Strasse - so gerade von der Strasse nicht einsehbar - dieses Baumfarm + Mühlen:

Zurück, Hauptstrasse rechts, hinter der Brücke, bei der eine noch funktionstüchtige Mühle steht, links in einen bis zur ersten Gabelung verwachsennen Weg. Würde Mensch hier links über den Bache gehen und dann 14 Minuten weiter würde er den Schlafplatz des Autoren erreichen. Wir gehen aber nach rechts und bei Erreichen des ATV-Trails links das "Schwarzwaldtal" erkunden, bis die Erodierung dies unmöglich macht.

Zurück, kurz vor Erreichen der "Viveira ILDA", rechts ab zur Hauptstrasse. Hier rechts und wenig später links. Dieser Sackgassenweg ergibt folgende Idylle:


Zurück und Hauptstrasse links. (Hagel 12,6 Grad um 12 Uhr 30) Danach zum Hafen von Lomba, wo mich dieser Hund erwartet:

Bis ca 160 m über dem Meer kann Mensch gemütlich rollen, dann weiter zu Fuss. (17 Uhr 18, 7,9 Grad) Auch im Radio ist das für die Azoren zu kalte Wetter Thema. Da die Stichworte Pico, Sao Jorge und Corvo im Zusammenhang mit SATA fallen sind wohl auch mal wieder einige Flüge ausgefallen. Auch ein für die Azoren seltenes Gewitter gab es heute.

Am Ende der Hafenstrasse von LOMBA steht etwas oberhalb ein 2 geschossiger sauberer Heuschober, der sich als Schlafplatz ohne Zelt eignen würde.

Durch folgendes Erlebnis in Verbindung mit den bereits gemahten rückt Flores und orvo nun auf Platz 1 der gastfreundlichsten Länder: Als ich zurück bin, wo ich mein Trike für den Fussweg zum Schlafplatz abstelle kommt die Frau, die mir gestern die ganze Zuckertüte schenkte, im Morgenmantel heraus und schwadroniert. Doch Sie will mich nicht verjagen, wie dies anderswo geshehen wäre, sondern will wissen, was ich esse. Ich zeige Ihr "Pao" und erzähle von Käse und Sie bringt mir Bacalhao mit Kartoffelschnitzen, ein leckeres Kotelett und dazu passenden "Tinto".

Nebenbei kann ich so den Aku meiner Gasentladungslampe laden. Diese lässt sich nach ganz wenigen Betriebsstunden nicht mehr per Knopfdruck an oder ausschalten und die LED-Anzeige spinnt. Am nächsten Morgen werde ich verwundert feststellen, das die Lampe offenbar während des letzten Schauers von aleine AN ging. Dieser Zustand lässt sich nur durch lösen der Steck/Schraubverbindung beenden. Obwohl laut LED erst 1,5 Stunden Strom verbraucht war leuhtet bei Wiederherstellen der Vebindung nur noch eine rote LED. Das Licht bleibt aus. Erst Minuten später brennt es dunkel wieder und zündet später plötzlich. Manchmal geht es auch ebenso plötzlich wieder aus und später wieder von aleine an. Ausschalten und Einschalten ist seitdem per Knopfdruck nie mehr möglich gewesen..

Der Luftdruck ist um 46 gefallen wenn ich den Unterschied zwichen 139 m am Morgen und 93 m am Abend am Schlafplatz so deuten kann... Solche Luftdruckveränderungen wirken sich auf das Wetter immer erst nach 24 Stunden - also für den übernächsten Tag aus.

8 - 20 Grad Celsius
945 Bergauf Höhenmeter, 940 runter (?), maximale Höhe 248 m
5,3 km (über 4 km/h misst mein Cateye nur..) in 38,21 Minuten
Durchschnitt über 4 km/h: 8.3, Max 35.8

This Day Sponsered by: Sailing, Madalena do Pico

Dienstag, 17. November 2009

Von Corvo nach Flores gibt es eine Bootsverbindung zu 10 € und eine Flugverbindung zu 27 €. Bei der Bootsverbindung kostet mein Trike nichts extra und muss weder verpackt, noch Stundenlang zerlegt werden, beim Flug kostet es 16 € zusätzlich und erfordert einen Karton, der nicht per Trike transportiert werden kann. Auserdem muss 1.5 Stunden statt 30 Minuten vor Abfahrt am Ausgangsort der Reise angekommen werden.

Daher empfehlen sich die Bootsüberfahrten -egal wieviel Gepäck- und auch selbst dann, wenn der Radkarton auf Flores noch per Taxi zum Flughafen transportiert werden muss.

Hier die aktuellen Zeiten:

November 2009 + Februar 2010 + 1.3.-15.03.2010

Corvo Abfahrt Flores Ankunft Flores Abfahrt Corvo Ankunft
DI + SA 9.00 + 16.00 9.40 / 16.40 10.00 + 17.00 10.40 / 17.40

Dezember 2009 / Januar 2010

Corvo Abfahrt Flores Ankunft Flores Abfahrt Corvo Ankunft
DI + SA 9.00 + 15.30 9.40 / 16.10 10.00 + 16.30 10.40 / 17.10

Ab 16.03.2010

Corvo Abfahrt Flores Ankunft Flores Abfahrt Corvo Ankunft
DI + Do + SA 9.00 + 16.00 9.40 / 16.40 10.00 + 17.00 10.40 / 17.40

Montag, 9. November 2009

Bilder zum 9.11.2009














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Ich bin bis zum 1.3.2010 wieder auf den Azoren

1. Tag Azoren 2009/2010

9.11.2009

Sao Miguel Tag 1

Beginnt das Azoren Drama 2009? Vergleiche 2006/2007! Mein damaliges Drama begann mit diesem Tagebucheintrag: HIER CLICKEN und unten angekommen immer jeweils zum neueren Posting weiterclicken, bis Sie irgendwann wieder beim heutigen Tag ankommen...


Dieses erste Bild beweist - ich bin angekommen auf Sao Miguel!

Wenn Sie dann nach obiger Lesereise wieder hier angekommen sind geht es hier rückblickend auf meine 2. Abreise meines Lebens zu den Azoren so weiter:

Als ich die Räder am Airport Hamburg Fuhlsbüttel ausgebaut hatte, werde ich mit Hausverbot aus dem Flughafen geworfen. Ich musste am Vorabend anreisen, da der Gepäckaufbewahrungsschalter zu spät am Morgen öffnet um erst dann das Trike auseinanderzubauen.

Für die aufwendige Trikeverpackung brauche ich 4 Stunden. Sonst würde es nicht in die kleinen verwendeten Maschinen passen..

Zur Auflockerung wieder mal zwischendurch 2 Bilder vom ersten Tag auf Ponta Delgada Nach 30 Minuten Schlaf vor der Drehtüre in Hamburgs nächltlicher Novemberkälte geht diese 30 Minuten vor der Wiedereröffnungszeit wieder auf. Ich dürfe nur auf dierektem und schnellstem Wege zu Check In und Gate. Dürfe nicht die Restaurants besuchen. Als einziger Passagier kontrolliert der Sicherheitsdienst meinen "Flugschein". Ein elektronisches Ticket, das ich gar nicht hätte ausdrucken müssen, nach den internationalen Bestimmungen! Sein Namensschild dreht er um, als ich nach seinem Namen frage..

Mein für 20 € gerade gekauftes kettenfliesfett samt Kettenreiniger muss ich zurücklassen. Auf die bestehende M¨glichkeit selbiges in eine Plastikflasche umzufüllen werde ich nicht hingewiesen. Mir viel das auch erst ein, als ich den Krams für teure 3 € an der Geopäckaufbewahrung hinterlegt habe. Da ich niemanden habe, der es abholt werden diese 3 € ggf dazu für jeden einzelnen der folgenden 101 Tage sepereat neu berechnet - also 300 weitere Euronen...

Auf Sao Miguel kommen alle Sachen - bis auf eine leere Flasche - gegen meine Erwartung (siehe 2007) heile an...

Obwohl ich - unter Hinweis, das ich mehrere Stuunden für den Radzusammenbau brauche - frage, ob ich beim Gepäckband mein Rad zusammenbauen darf, soll ich dabei wieder mittendrin rausgeworfen werden. Wie 2006: http://azoren2007.blogspot.com/2006_12_17_archive.html

Verpackt wiegt das Trike, wenn ich der Flughafenwaage Hamburg "Sperrgepäck" glauben darf, 44 kg - samt Werkzeug und fast leeren Taschen!

Nun geht es - da sind auch alle Bilder des Tages entstanden - zu der im Buch "Azoren" von Michael Bussmann auf Seite 182 unter "Ponta Delgada, westliche Umgebung" beschriebenen Gegend. Phantastische erste Erlebnisse. Auch geradeaus geht es noch weiter an der Küste entlang.

Schlafplatz auf ca 142 m bei 18,5 Grad Celsius

351 Berauf Höhenmeter, 269 runter, maximale Höhe 146 m

5.3 km (über 4 km/h misst mein Cateye nur..) in 38,21 Minuten

Durchschnitt über 4 km/h: 8.3, Max 35.8

Temperaturen von 17 - 31 Grad Celsius

Weitere Bilder und Videos zu heute aus organisatorischen Gründen in einem seperaten Post mit gleichem Datum ohne Text!

Sonntag, 8. November 2009

Mit dem folgenden Problem starte ich morgen auf die Azoren:

(aus Zeitgründen kommt dieser Eintrag erst jetzt, wo ich schon 20 Tage hier bin...)

Roschdi zog bei mir ein, weil er zusagte während meines Azorenaufenthalts die Miete im Vorraus zu zahlen. Bei einem WG-Meeting wollte er davon plötzlich nichts mehr davon wissen. Im Affekt sagte ich dann: "Dann kündige ich die Wohnung, wenn es immer wieder nur Probleme gibt" Dann heizte er die Situation mit "Das machst Du doch sowieso nicht" an. Ich war im Zugzwang, druckte sofort die Kündigung aller Untermieter zum 31.12.09 und die für die Wohnung aus.

Dann sah es so aus als könnten wir uns doch noch einigen, aber plötzlich kippte die Situation wieder: Alle ausser mir standen auf und beraumten einfach für den nächsten Tag ein Treffen an. Mitlerweile weiss ich, das dieser Roschdi dann die Kündigung zu meiner Vermieterinn gebracht hatte. Am nächsten Tag sagte er aber, das er Sie aber "gerade" per Post geschickt hätte.

Also hätte es ausgereicht, wenn ich der Kündigung am kommenden Morgen bevor die Post bei meiner Vermieterin ist, mit Zeugen wiederspreche. Das machte ich dann auch schriftlich. Jetzt sieht es aber so aus, das er und andere um Ihre eigene Ehre zu wahren, mit meiner Vermieterin zusammenarbeiten und für sie als Zeuge aussagen, das die Kündigung der Wohnung VOR meinem Wiederspruch eingegangen sei. Rechtlich ist genau diese Reihenfolge entscheidend - sprich: ICH HAB VERLOREN, DA DIE UNTERMIETER GEGEN MICH AUSSAGEN UND DAS SCHULTERBLATT WIRD AUCH MIT MEINER WOHNUNG WEITER GENTRIFIZIERT!

Und hier findet Ihr die Reiseberichte (am besten mit der rechten Maustaste im neuen Fenster/Reiter öffnen):

Nov 09 (2) SAO MIGUEL

Nun müsste CORVO, dessen Erkundung ich abgeschlossen habe, kommen, aber das hab ich noch nicht veröffentlicht.

Nov 17 (1) FLORES
Nov 20 (1) FLORES

Nov 28 (1) PICO
Nov 30 (1) PICO
Dez 02 (1) PICO
Dez 03 (1) PICO
Dez 04 (2) PICO
Dez 09 (1) PICO
Dez 19 (1) PICO

Dez 24 (1) TERCEIRA
Dez 25 (1) TERCEIRA
Dez 26 (1) TERCEIRA
Dez 27 (1) TERCEIRA
Dez 28 (1) TERCEIRA
Dez 29 (1) TERCEIRA
Dez 30 (1) TERCEIRA
Dez 31 (1) TERCEIRA

Jan 01 (1) TERCEIRA
Jan 02 (1) TERCEIRA
Jan 03 (1) TERCEIRA
Jan 04 (1) TERCEIRA
Jan 05 (1) TERCEIRA
Jan 06 (1) TERCEIRA
Jan 07 (1) TERCEIRA
Jan 08 (1) TERCEIRA
Jan 09 (1) TERCEIRA
Jan 10 (1) TERCEIRA
Jan 11 (1) TERCEIRA
Jan 12 (1) TERCEIRA
Jan 13 (1) TERCEIRA
Jan 14 (1) TERCEIRA
Jan 15 (1) TERCEIRA
Jan 16 (1) TERCEIRA
Jan 17 (1) SANTA MARIA (mit dieser Insel bin ich auch ganz fertig!)
Jan 18 (1) SANTA MARIA

Zu Santa Maria ist leider noch lange nicht alles online, aber im Februar 2010 immerhin schon der

Feb 01 (1)

Dann ging es nach Sao Miguel. Online sind hier leider nur der

Feb 05 (1)
Feb 10 (1)
Feb 25 (1)

Die restlichen Tagebücher liegen in IRGEND einem Karton bei Hella und in Deutschland hab ich kaum die Zeit so was zu veröffentlichen, da geht es vorrangig um's Geld verdienen.

Mittwoch, 4. November 2009

In Gedenken an Jens Peter Jacobsen

Heute jährt sich genau in der Minute der Veröffentlichung zum 5. x der Todestag von Jens Peter Jacobsen. Er gründet zusammen mit Corny Littmann vor einigen Jahrzehnten die Schwulenbewegung in Hamburg. Grund seinem Kieztheatern einen Besuch abzustatten was zu meinem Veranstaltungstipp für 2010 führt:

Choreografich brilliant und Gesangsstark präsentiert sich "Schmidt in Love" wieder ab dem 25.02. im Theater auf dem Kiez. Unser Tipp für einen Musicalabend fern ab und doch so nah zu den anderen Musicals unserer Stadt. Der Geschenktipp zu Weihnachten, denn Vorfreude ist die schönste Freude.

Auch andere Klassiker wie die Kay Ray Late Night und der "Männerabend" werden in 2010 wieder aufgenommen.

In Gedenken an Jens Peter Jacobsen dokumentiere ich folgend noch einen Artikel von Bernhard Rosenkranz:
„Die Unterdrückung der Homosexualität ist nur ein Spezialfall der allgemeinen Sexualunterdrückung.“ So lautete das Motto, unter dem vor 35 Jahren das zweite Pfingsttreffen der bundesdeutschen Schwulengruppen stand. Ausrichterin war die Homosexuelle Aktion Westberlin, kurz: HAW. Was sich dort vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte, mündete in eine bis heute bekannte Debatte um Formen und Inhalte sexueller Emanzipationsbestrebungen. Ein Rückblick aus Hamburger Perspektive

An der Abschlußdemonstration nahmen auch Vertreter französischer und italienischer Gruppen teil. Ihr Verhalten schockierte andere Teilnehmer. Sie traten gemeinsam im Fummel auf, tanzten auf den Straßen und tuckten herum. In Boulevardzeitungen wurde die Demonstration als „Marsch der Lidschatten“ bezeichnet. Aus diesem Eklat entstand schließlich eine Strategiedebatte, der sogenannte Tuntenstreit. Die Gruppe der orthodoxen Marxisten vertrat die Ansicht, Solidarität erreiche man nicht mit Provokation. Männer in Frauenkleidern, das war für sie nicht annehmbar. In diesem Punkt waren die Politschwestern erstaunlich konservativ. Damit würde man die Arbeiterklasse eher verschrecken. Die Tunten wiederum wollten ihr effeminiertes Wesen nicht tarnen: Sie sahen sich als die eigentlichen Revolutionäre der Bewegung. Sie wollten ihre Unangepaßtheit und Andersartigkeit innerhalb der Gesellschaft ausleben und sich nicht bürgerlichen Normen und Konventionen unterwerfen.

Der Tuntenstreit tobte wie in allen Zentren der noch jungen Zweiten deutschen Schwulenbewegung auch in Hamburg. Er spaltete die Mitglieder der Homosexuellen Aktion Hamburg (HAH) in „Polit“- und „Lustfraktion“. Einer der damaligen Lust-Aktivisten, Götz Barner, im Rückblick: „Es ging pausenlos um die Diskussion, wie politisch die einzelnen Aktionen sind. Selbstverständlich war es für uns politisch, Fummel anzuziehen, auf der Bühne zu stehen und uns auszuleben.“

Indes wollten die Anhänger der HAH-Lustfraktion keineswegs Frauen imitieren. Weder rasierten sie sich ihre Bärte ab noch wurden die Augenbrauen gezupft. Im Gegenteil: Das Tragen von Frauenkleidern trotz dieser Attribute von Männlichkeit erschien als eine Möglichkeit, sich überhaupt als Schwuler öffentlich zu erkennen zu geben. Palästinensertücher und Parka wurden also gegen Kleider und Pumps getauscht. Das war ein wesentlicher Unterschied zu jenen angepaßten Homosexuellen, die nur nachts Fummel anzogen, um sich in ihre Idealfrau zu verwandeln. Harry Askitis, ein Verfechter des Fummeltragens, erinnert sich: „Mit ‘Sperrmüll-Jenny’ bin ich in Kleidern aus den zwanziger Jahren zur Uni gegangen. Anstelle einer Aktentasche hatten wir eine Handtasche. Wir wollten als Schwule identifiziert werden. Das Schlimmste wäre gewesen, wenn man uns mit einer Frau verwechselt hätte. Teilweise wurden wir von Männern auf der Straße angepöbelt. Frauen reagierten fast immer positiv. Die vielen spontanen Aktionen im Fummel haben mein Selbstbewußtsein, als Schwuler frei zu leben, enorm gestärkt.“

Zwischen Mitte und Ende der siebziger Jahre fanden in Hamburg zahlreiche Aktionen statt, zum Beispiel ein gemeinsamer Besuch der deutschen Erstaufführung des Musicals „Männer sind doch bessere Frauen“ mit Evelyn Künnecke und Peter Ahrweiler im Operettenhaus. Die Vorstellung wurde kurzerhand als Diskussionsplattform mit den Besuchern genutzt. Als der riesige Pulk von Fummeltrinen ins Theater kam, nahmen die Zuschauer an, dieser Auftritt gehöre zum Stück. Die Plätze in der ersten Reihe wurden erst eingenommen, als schon alle anderen Zuschauer saßen. Mit donnerndem Applaus wurden die Trinen begrüßt. Als der Vorhang aufging, konnte sich die Künnecke kaum halten vor Lachen über die Paradiesvögel. In der Pause wurde mit den Zuschauern über Homosexualität diskutiert.

Einer der unangepaßten Provokateure der Lustfraktion war die erwähnte „Sperrmüll-Jenny“. Den Tuntennamen hatte sich Jens-Peter Jacobsen mit der Herkunft seiner alten Wohnungseinrichtung verdient. Harry Askitis: „Jens hielt es immer für Quatsch, sich nach den Erwartungen anderer Menschen zu richten. Man sollte so sein, wie man ist und fühlt, sonst nichts. In dieser kompromißlosen Weise wollte er als Schwuler nicht angepaßt und ordentlich sein, sondern kompromißlos, schräg und nur den eigenen Bedürfnissen verpflichtet.“ Als „Grande Dame“ war er Maskottchen der „Lustfraktion“ und als Elektroniker technisches Herz der HAH- und Tuc Tuc-Veranstaltungen. Seine Flugblattgestaltungen hauchten der HAH ein Flair von Jugendstil ein. (wer eine Mail an das hamburgerinformationsradio@googlemail.com mit dem Betreff "Jens" sendet, bekommt Beispielbilder, auf denen sich etwa Jens selber gezeichnet hat)

1978 war das Jahr der Fummelfeten. Die Antirepressionsgruppe der HAH veranstaltete mehrere Feste, unter anderem im Kinderhaus Heinrichstraße, die auch von zahlreichen heterosexuellen Männern in Frauenkleidern besucht wurden. Die Programme waren ehrgeizige Mischungen aus Unterhaltung und Politik. Zu den Höhepunkten gehörten die Wahl des „Mannes mit dem schönsten Fummel“, eine Diskussion zum Thema „Schwule, Fummel, Heteros“, eine Ton-Dia-Show zur Schwulenunterdrückung sowie ein Sketch der Reihe „Papa, Charly hat gesagt“ mit schwuler Thematik. Für Live-Musik sorgten Angi Domdey, damals Sängerin und Gitarristin der Frauenband „Schneewittchen“, die „Spalding Sisters“ und Abbi Wallenstein mit Mitgliedern von „Alcatraz“. Im Gegensatz zu den eher auf allgemeine Volksbelustigung abzielenden kommerziellen Tuntenbällen im Besenbinderhof oder Curio-Haus hatten die Fummelfeten der HAH immer ein politisches Anliegen, um mit den Heteros ins Gespräch zu kommen. Die Verkleidung diente dazu, die Geschlechterrollen in Frage zu stellen und nicht dazu, aus einem Mann eine möglichst perfekte Frau zu machen. Mit dem Begriff „Trümmertuntenästhetik“ können die Kostüme auf den Fummelfeten am besten beschrieben werden: Der Fummel stammte überwiegend vom Sperrmüll oder aus Secondhand-Läden. Da wurden Füße der Größe 45 in zierliche Frauenschuhe gequetscht, Fünfmark-Perücken übergestülpt und aufsehenerregende Kreationen aus ausgedienten Röcken, Kitteln und Tüchern gezaubert. Dabei waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt. – Und Bartträger ließen selbstverständlich diesen Teil ihrer männlichen Pracht stehen.