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Samstag, 20. November 2010

Besonderes leckeres Frühstück heute bei den Sharing and Caring Hands: French Toast (bei uns wohl nur im Nobel Restaurant erhältlich als "Armer Ritter"

Die Gründerin (Mary Jo Copeland) dieses besonderen Platzes gegenüber der Müllverbrennnungsanlage, die sich wiederum unmittelbar neben dem Target-Field befindet (und dieses mit Wärme versorgt), ist sozusagen das Gegenstück zur Gründerinn der Alimaus (Gabriele Scheel) in Hamburg. Bei Anblick des im Link (falls der nicht geht lest halt die Artikel zur Alimaus) zu sehenden Bildes hab ich richtig Tränen in den Augen, schlieslich sind mir diese Schwestern (Mitte und ganz Rechts und Links) lieb geworden.

Danach zum monatlichen Filmprogramm in der Hennepin County Central Library, das sich diesmal rund um die Musik dreht. Vor den kurzen Animationsfilmen (wie die russische Originalfassung von "Peter und der Wolf") wurden die verschiedenen Instrumentengruppen von einer Mitarbeiterin des Minneapolis Orchestra vorgestellt.

Dann auf die andere Flussseite zu einer Fahrard-Selbsthilfegruppe um zu sehen ob ich dort irgendwelche der geklauten Sachen gegen Arbeit ersetzen kann. Auf dem Weg dahin am z.Z. geschlossenen Wiseman Museum vorbei:


und unterwegs diesen kirchlichen Stand gefunden, der einmal im Monat Chilie, Cider und Cookies anbietet (free). Da bekam ich auch passend zu den heute tagsüber herrschenden minus 5 Grad einen schön warmen Schal (und ein paar dicke Strümpfe):
In der Fahrrad-Selbsthilfe konnte ich eine wetterfeste Abdeckung gegen Abwasch und Aufräumen "erwerben" Im Bild einer der freiwilligen Mitarbeiter. Adresse: 720 W University Ave

Ganz so spät wurde es heute nicht...

Dienstag, 27. April 2010

Die ganze Story

Mit ein wenig Abstand zum Thema "Wohnen am Schulterblatt" habe ich mir nun mal die Arbeit gemacht und die jüngste Entwicklung des "Roschdi-Skandals" zusammengefasst:

Meine Vermieterin wollte schon immer die Wohnung haben, da Sie dann die doppelte Miete kassieren kann wegen altem Vertrag von 1977. Ich vermute das Sie dann Untermieter geschickt hat, die das Mietverhältnis von innen heraus auflösen sollten, denn die Untermieter machten dann gemeinsame Sache mit der Vermieterin, zahlten seit Dezember Ihre Miete nicht mehr und damit ist die Wohnung aleine für mich zu teuer. Vorher verlangte einer der Untermieter, das die Untermieterin die mit 4 Jahren am längsten da wohnte auszieht und einen Monat später verlangte er, das ich ausziehe.

Das Ziel erreichte er, indem er mich in dem Glauben lies, das er seine Miete zahlt während ich im Ausland bin, dies dann aber zusammen mit den anderen Untermietern nicht tat und gegenüber der Vermieterin schriftlich äußerte, das er eine Kündigung bei Ihr persönlich abgegeben hätte, die aber tatsächlich erst 3 Wochen später bei ihr einging. Dadurch musste ich einer gar nicht ausgesprochenen Kündigung widersprechen und mein Wiederspruch war so KONSTRUIERT zu spät, denn eigentlichging ging er rechtzeitig ein, bzw ich hätte gar nicht widersprechen müssen. Alles kompliziert. Die Erklärung von Roschdi bringt Licht in das Wirr Warr! Der Mietvereinsanwalt hat mir dann geraten eine "Vereinbarung", einzugehen in 2 Wochen Vormittags Wertsachen aus der Wohnung auf Ebay einzustellen und im Anschluß daran innert 3 Stunden diese 500 Artikel Versandfertig zu machen, was menschlich und zeitlich nicht zu schaffen ist. Ich hab es trotzdem unterschrieben, da ich sonst alles verloren hätte. Gleichzeitig begannen die Vermieterinnen die Tapeten von den Wänden reißen zulassen. Dafür wurden sortierte Sachen ständig umgeräumt, weswegen ich dann für einen kurzen Zeitraum eine einstweilige Verfügung beantragte.

Ich mußte also innert weniger TAGE mein ganzes Leben (bzw das meines verstorbenen Freundes dessen Erbe ich bin) abwickeln.

Wegen dieser "Vereinbarung" konnten die Vermieterinnen mir die Wohnung ohne langwierige Räumungsklage nehmen.

Dann bekam ich noch ein paar Tage um Sachen aus der Wohnung zu holen. Ich mietete ein Lager, das ich aber erst 4 Stunden vor der letzten Frist beziehen konnte. Also schaffte ich alles raus in´s Treppenhaus und dachte so meine Sachen vor dem Müll GESICHERT zu haben. Doch die Vermieterin verlangte, das alles innert Stunden weg sein sollte. Ich hab Ihr dann erklärt das ich alles nur per Rollwagen machen kann und aleine 7 REGENFREIE Tage brauche. Darauf hat Sie nichts gesagt. Daraus schloß ich, das Sie es verstanden hat und notgedrungen akzeptiert oder akzeptieren muß. Da habe ich noch geglaubt, das Sie das als Preis für eine schnelle Wohnungsräumung OHNE langwierige Räumungsklage, duldet. Da habe ich noch an einen letzten Funken MENSCHLICHKEIT geglaubt..

Tatkräftig hatte ich jede Minute, in der ich nicht Schlafen oder Ebay Versand machen musste, genutzt und bereits mehrere Fuhren (glaube 5) aleine per Rollwagen in´s Lager geschafft. Die erste hatte ich bereits um 7 Uhr mitgenommen zur Schlüsselübergabe um 8 Uhr! Mit der letzten Fuhre des ersten Tages kam ich um 23 Uhr an. Danach ein 3. x zu Fuß zurück zum Schulterblatt um Artikel Versandfertig zu machen. 4 Uhr Morgens per Trike zurück zum Lager um 3,5 Stunden zu Schlafen um zur Postöffnung bei der Post zu sein um das Nachts verpackte einzuliefern.

Obwohl ich der Vermieterin sagte, das ich 7 REGENFREIE TAGE brauche habe ich am Tag eines abendlichen Zusammenbruchs (den ich gleich schildere) natürlich auch mit meinen Planen weiter gemacht, denn da gab es Morgens auch schon Regen. Ich hatte genau genommen 3 Planen: Eine kleine ovale ohne Löcher für oben drauf und eine ältere größere zum zusätzlichen Schutz Außen rum. Bei der ersten Fuhre am Tag des abendlichen Show-Down lies ich die Plane im Heizungskeller zum Trocknen als ich im Lager war, und fuhr mit einer 2. trockenen Plane in einem Plastiksack geschützt zurück für die 2. Fuhre des Tages. (mitlerweile wurde ich für das trocknen der Plane auch schon angemacht vom Hausmeister obwohl ich den von der Verwaltung eingesetzten Wassertechniker vorher fragte)

Am Abend hatte die Vermieterin dann angekündigt, am nächsten Tag alles AUF MEINE KOSTEN zum Lager transportieren zu lassen. Das hätte viele hundert € gekostet, und meine Lageranmietung völlig sinnlos gemacht, denn 1500 € angenommenen Erlös hätten sinngemäß 1800 € Kosten gegenüber gestanden im Endeffekt. Schon bei der Anmietung des Lagers mit vollständig eigener Transportleistung hatte ich Angst mich übernommen zu haben, denn die wertvollsten Stücke sind sicher bereits in der ersten Versteigerungswelle weggegangen.

Selbstverständlich sehe ich ein, das ich für Super Geschwindigkeit Helfer brauche. Aber WER hilft umsonst? Von WEM kann ich das erwarten? Nach einer solchen Hilfe kann ich niemanden FRAGEN! Wenn ich Sie angeboten bekomme, wie später geschehen als es fast zu spät war, nehme ich die SELBSTVERSTÄNDLICH AN.

Doch nun machte mir hinzugerufene Polizei UND ein angerufener Anwalt die größte Angst, Ich verstand das absolute Eile geboten war und traf so die falsche Entscheidung des Gehorsams gegenüber allen Mächten,dasUnmögliche zu Versuchen, alles auf einmal in´s Lager zu schaffen trotz angekündigtem Regen. Ich wusste das es scheitern wird, aber ich musste es ja wenigstens versuchen in meiner Not!

Ich stellte also alle Sachen vor dem Privateigentum (also dem Haus der Vermieterinen) auf eine Reihe bzw Schlange auf um die Sachen endlich auf öffentlichem Grund außerhalb des Einflußbereiches der Vermieterinnen zu haben.

Dann begann ich ständig 10 x oder 20 x hin und her zu rennen um alles 10 - 20 m weiter zu transportieren (sonst Diebstahl, selbst so wühlten die zahlreichen Passanten schon in den Sachen)

Das bedeutet jedes mal den Karton auf den nassen Boden stellen, da nutzt auch keine Folie, da die bei dem Verfahren ganz schnell völlig naß ist.

Außerdem hätte die erst gekauft werden müssen, was nach Geschäftsschluß nicht möglich ist. (habe 3 aber nicht 10 oder 20!)

Als dann der erste Karton durchbrach und ich ohnehin schon völlig durchnässt, am zittern und völlig fertig (nervlich) und erschöpft (körperlich) war, gab ich auf und lies die Sachen auf der Straße stehen, da technisch nicht rettbar.

Ich bin nach Hause und hab mich in´s Treppenhaus gelegt, gehockt. Völlig resigniert und Handlungsunfähig.

Dort hat mich Polizei dann aufgefunden und gesagt, ich müsse die Sachen da weg nehmen. Ich hatte mich nicht bewegt, habe nicht gesprochen. Erst als das Wort "Rettungswagen" fiel, da ich den dann auch noch hätte zahlen müssen und alles NOCH SCHLIMMER geworden wäre, denn ich hätte am nächsten Morgen keinen Ebay Versand machen können, sprech ich mit den Beamten. Denn bei Ebay Sperrung wäre ja jeglicher Umzug, Lageranmietung sinnlos.

Das es genau so laufen wird dachte ich mir schon bei Beginn der Aktion, denn die Wahrscheinlichkeit, das es mehrere Tage zu dem Zeitpunkt nicht regnet lag bei 0 %. Deswegen hatte ich SELBSTVERSTÄNDLICH in den beiden Tagen davor auch nur - wie jeder Vernünftige Mensch es macht, nur den Rollwagen vollgeladen - da ne Folie drüber!

Die Zeit gab mir Meyer nicht. Mir blieb also nur über das UNMÖGLICHE wenigstens zu VERSUCHEN.

Es ist gescheitert.

Die Polizei rief die Müllabfuhr.

DANN erbarmte sich ein Nachbar, der Carsharing hat und nachts nur die km zahlen muß, nicht Miete.

Ich hab noch ein paar Sachen aus dem Müllauto holen können aber nicht viel. Darin war ja auch kein Licht und die Zeit eine Lampe zu holen wäre mir nicht gegeben worden. Schon ohne eine Lampe zu holen wurde ich angetrieben. Es geht NIE schnell genug! Dazu alle Kartons naß und ausgekippt.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch psychisch wie körperlich nicht mehr die Kraft alles zu retten.

Müllabfuhr fährt nur auf den Müll, auch wenn das 10 mal soweit ist wie mein Lager. Bürokratiegründe: Wir sind kein Fuhrunternehmen! Mit Logik kommt Mensch im Kapitalismus leider nicht weiter.

Für die Polizei ist ALLES MÜLL - ohne rein gesehen zu haben.

Selbst der Müllmann meinte aber: "werfen Sie doch nicht die guten Bücher weg"

Da sieht Mensch, das sich die Leute nicht auskennen. Bücher lassen sich kaum verkaufen. In 100 sind 90, die keine Gebote kriegen, 2 die für 1 € weggehen. 7 auf die 1 € beim 5. versuch geboten wird und EINS, was mehrere Gebote erhält. Das ist so in etwa die Faustregel. Nasse Bücher will niemand.

Die ganzen anderen Sammlungen sind die Werte, da manchmal ein kleines Kästchen 10 € oder mehr bringt. Siehe Ebay! Dort hatte ich in kurzer Zeit mit Sachen die laut Gerichtsvollzieher 1000 -2000 € wert sind 7500 € an Geboten!

Heute weiß ich, das ich nicht auf den Anwalt des angerufenen Anwalt Notdienst hätte hören dürfen. Erst nachdem dieser mir sagte, das alles SOFORT aus dem Treppenhaus müsse, die Vermieterin ein Anrecht darauf hätte, begann ich wie ein Verrückter vorauseilend raus zu räumen, aber am nächsten Tag sah die Sache dann anders aus: Der Wohnungsräumer bot an alles aus dem Treppenhaus in mein Lager zu schaffen, denn ER konnte rechnen. Er hätte es ebenfalls viel weiter transportieren müssen und bekommt von den Vermieterinnen unabahängig davon sein Geld wohin er es transportiert. Das konnte ich am Abend der Katastrophe aber nicht ahnen. Auch die Polizei sagte mir am Vorabend, das es sein könnte, das die Vermieterin in ganz kurzer Zeit per Gerichtsvollzieher das Treppenhaus hätte räumen lassen können. Dann wäre auch alles weg gewesen oder es wäre nur unter Zahlung von Tausendern wieder erlangbar gewesen.

Sonntag, 18. April 2010

Habe ein hochaktuelles Flugblatt gefunden:

1989 wie 2010 leider genauso aktuell, wenn Sie sich den Text durchlesen.

Für mich endet heute NAcht meine Zeit gegenüber der Flora durch weg gentrifizierung - siehe auch:

de.indymedia.org | Gentrifizierung des Schanzenviertels

Mittwoch, 13. Januar 2010

Mittwoch 13.01.2010

66. Reisetag

24. auf Terceira

Genau zwischen den beiden Haupt"zweigen" dieses Baums befand sich die ganz schmale Mondsichel -leider nicht gut zu erkennen auf dem Foto:

Obwohl noch etwas Regen zur Dämmerung - die in diesem Fall so fürchterlich "Morgengrauen" genannt wird - fällt, wird es wettermässig der schönste Tag bislang:

Algulva





Hier starb eine 70 jährige Frau beim Unwetter vom 15.12.2009:

Da versteh ich nicht, das diese Geröllmassen nicht weggeräumt werden.
Beim nächsten Starkregen machen genau die doch wieder ein Problem!

Wanderung Michael Bussmann (Buch 1, Seite 288) :

Die weissen Pfeile sind durch rot gelbe nach links leitende Markierungen ersetzt worden. Der Weg zwichen den Hügeln zweigt ganz eindeutig nach RECHTS ab. Auch eine Hangquerung ab der Mauer mit dem Holzaufsatz wäre möglich.

Der Weg, der Richtung Norden gesehen nach der blauen Wandertafel rechts abzweigt, führt zu einem Gewiir von Jeepwegen. Darin befinden sich Eucalyptuswälder und riesuige alte Baumfarne. Teils ist es ungeheuer glatt.
In mir entsteht der Wunsch nach Umarmung. Auch deswegen möchte ich gern zu Mutter zurück, nach dem Tod meines Vaters.
Ergänzung 2011: Mutter lehnte ab und meint ich würde meinem Vater einen frühen Tod wünschen, was Sie empört.
Vieleicht 2 Stunden später geht mein Wunsch vielfach in Erfüllung:


Nach diesem christlichen Zirkel umarmen sich ALLE! Gott hatte mich dahin geleitet. DANKE GOTT! Es war schön; spirituell mit Lesung (diese Art Stimme des Vorlesers..), Gesang - teils mit Gitarrenbegleitung, Liturgie-Sing-Sang und Segnung jedes einzelnen Teilnehmers.

Diese Zeilen liesen mich beim Schreiben betend in Tränen ausbrechen, worüber ich beim Abtippen lache.. Henry Kirche (Diakon der Alimaus) segnete mich oft ähnlich wenn auch bei ihm das wunderschöne sakrale Kreuz mit Jesu fehlte bei der Segnung. Nur in der Kirche werde ich noch angefasst... (und 2010 im Gay's 90..)

1467 Höhenmeter, 1478 runter, 633 max, 6-26 Grad, ca 28 km

Mittwoch, 4. November 2009

In Gedenken an Jens Peter Jacobsen

Heute jährt sich genau in der Minute der Veröffentlichung zum 5. x der Todestag von Jens Peter Jacobsen. Er gründet zusammen mit Corny Littmann vor einigen Jahrzehnten die Schwulenbewegung in Hamburg. Grund seinem Kieztheatern einen Besuch abzustatten was zu meinem Veranstaltungstipp für 2010 führt:

Choreografich brilliant und Gesangsstark präsentiert sich "Schmidt in Love" wieder ab dem 25.02. im Theater auf dem Kiez. Unser Tipp für einen Musicalabend fern ab und doch so nah zu den anderen Musicals unserer Stadt. Der Geschenktipp zu Weihnachten, denn Vorfreude ist die schönste Freude.

Auch andere Klassiker wie die Kay Ray Late Night und der "Männerabend" werden in 2010 wieder aufgenommen.

In Gedenken an Jens Peter Jacobsen dokumentiere ich folgend noch einen Artikel von Bernhard Rosenkranz:
„Die Unterdrückung der Homosexualität ist nur ein Spezialfall der allgemeinen Sexualunterdrückung.“ So lautete das Motto, unter dem vor 35 Jahren das zweite Pfingsttreffen der bundesdeutschen Schwulengruppen stand. Ausrichterin war die Homosexuelle Aktion Westberlin, kurz: HAW. Was sich dort vor den Augen der Öffentlichkeit abspielte, mündete in eine bis heute bekannte Debatte um Formen und Inhalte sexueller Emanzipationsbestrebungen. Ein Rückblick aus Hamburger Perspektive

An der Abschlußdemonstration nahmen auch Vertreter französischer und italienischer Gruppen teil. Ihr Verhalten schockierte andere Teilnehmer. Sie traten gemeinsam im Fummel auf, tanzten auf den Straßen und tuckten herum. In Boulevardzeitungen wurde die Demonstration als „Marsch der Lidschatten“ bezeichnet. Aus diesem Eklat entstand schließlich eine Strategiedebatte, der sogenannte Tuntenstreit. Die Gruppe der orthodoxen Marxisten vertrat die Ansicht, Solidarität erreiche man nicht mit Provokation. Männer in Frauenkleidern, das war für sie nicht annehmbar. In diesem Punkt waren die Politschwestern erstaunlich konservativ. Damit würde man die Arbeiterklasse eher verschrecken. Die Tunten wiederum wollten ihr effeminiertes Wesen nicht tarnen: Sie sahen sich als die eigentlichen Revolutionäre der Bewegung. Sie wollten ihre Unangepaßtheit und Andersartigkeit innerhalb der Gesellschaft ausleben und sich nicht bürgerlichen Normen und Konventionen unterwerfen.

Der Tuntenstreit tobte wie in allen Zentren der noch jungen Zweiten deutschen Schwulenbewegung auch in Hamburg. Er spaltete die Mitglieder der Homosexuellen Aktion Hamburg (HAH) in „Polit“- und „Lustfraktion“. Einer der damaligen Lust-Aktivisten, Götz Barner, im Rückblick: „Es ging pausenlos um die Diskussion, wie politisch die einzelnen Aktionen sind. Selbstverständlich war es für uns politisch, Fummel anzuziehen, auf der Bühne zu stehen und uns auszuleben.“

Indes wollten die Anhänger der HAH-Lustfraktion keineswegs Frauen imitieren. Weder rasierten sie sich ihre Bärte ab noch wurden die Augenbrauen gezupft. Im Gegenteil: Das Tragen von Frauenkleidern trotz dieser Attribute von Männlichkeit erschien als eine Möglichkeit, sich überhaupt als Schwuler öffentlich zu erkennen zu geben. Palästinensertücher und Parka wurden also gegen Kleider und Pumps getauscht. Das war ein wesentlicher Unterschied zu jenen angepaßten Homosexuellen, die nur nachts Fummel anzogen, um sich in ihre Idealfrau zu verwandeln. Harry Askitis, ein Verfechter des Fummeltragens, erinnert sich: „Mit ‘Sperrmüll-Jenny’ bin ich in Kleidern aus den zwanziger Jahren zur Uni gegangen. Anstelle einer Aktentasche hatten wir eine Handtasche. Wir wollten als Schwule identifiziert werden. Das Schlimmste wäre gewesen, wenn man uns mit einer Frau verwechselt hätte. Teilweise wurden wir von Männern auf der Straße angepöbelt. Frauen reagierten fast immer positiv. Die vielen spontanen Aktionen im Fummel haben mein Selbstbewußtsein, als Schwuler frei zu leben, enorm gestärkt.“

Zwischen Mitte und Ende der siebziger Jahre fanden in Hamburg zahlreiche Aktionen statt, zum Beispiel ein gemeinsamer Besuch der deutschen Erstaufführung des Musicals „Männer sind doch bessere Frauen“ mit Evelyn Künnecke und Peter Ahrweiler im Operettenhaus. Die Vorstellung wurde kurzerhand als Diskussionsplattform mit den Besuchern genutzt. Als der riesige Pulk von Fummeltrinen ins Theater kam, nahmen die Zuschauer an, dieser Auftritt gehöre zum Stück. Die Plätze in der ersten Reihe wurden erst eingenommen, als schon alle anderen Zuschauer saßen. Mit donnerndem Applaus wurden die Trinen begrüßt. Als der Vorhang aufging, konnte sich die Künnecke kaum halten vor Lachen über die Paradiesvögel. In der Pause wurde mit den Zuschauern über Homosexualität diskutiert.

Einer der unangepaßten Provokateure der Lustfraktion war die erwähnte „Sperrmüll-Jenny“. Den Tuntennamen hatte sich Jens-Peter Jacobsen mit der Herkunft seiner alten Wohnungseinrichtung verdient. Harry Askitis: „Jens hielt es immer für Quatsch, sich nach den Erwartungen anderer Menschen zu richten. Man sollte so sein, wie man ist und fühlt, sonst nichts. In dieser kompromißlosen Weise wollte er als Schwuler nicht angepaßt und ordentlich sein, sondern kompromißlos, schräg und nur den eigenen Bedürfnissen verpflichtet.“ Als „Grande Dame“ war er Maskottchen der „Lustfraktion“ und als Elektroniker technisches Herz der HAH- und Tuc Tuc-Veranstaltungen. Seine Flugblattgestaltungen hauchten der HAH ein Flair von Jugendstil ein. (wer eine Mail an das hamburgerinformationsradio@googlemail.com mit dem Betreff "Jens" sendet, bekommt Beispielbilder, auf denen sich etwa Jens selber gezeichnet hat)

1978 war das Jahr der Fummelfeten. Die Antirepressionsgruppe der HAH veranstaltete mehrere Feste, unter anderem im Kinderhaus Heinrichstraße, die auch von zahlreichen heterosexuellen Männern in Frauenkleidern besucht wurden. Die Programme waren ehrgeizige Mischungen aus Unterhaltung und Politik. Zu den Höhepunkten gehörten die Wahl des „Mannes mit dem schönsten Fummel“, eine Diskussion zum Thema „Schwule, Fummel, Heteros“, eine Ton-Dia-Show zur Schwulenunterdrückung sowie ein Sketch der Reihe „Papa, Charly hat gesagt“ mit schwuler Thematik. Für Live-Musik sorgten Angi Domdey, damals Sängerin und Gitarristin der Frauenband „Schneewittchen“, die „Spalding Sisters“ und Abbi Wallenstein mit Mitgliedern von „Alcatraz“. Im Gegensatz zu den eher auf allgemeine Volksbelustigung abzielenden kommerziellen Tuntenbällen im Besenbinderhof oder Curio-Haus hatten die Fummelfeten der HAH immer ein politisches Anliegen, um mit den Heteros ins Gespräch zu kommen. Die Verkleidung diente dazu, die Geschlechterrollen in Frage zu stellen und nicht dazu, aus einem Mann eine möglichst perfekte Frau zu machen. Mit dem Begriff „Trümmertuntenästhetik“ können die Kostüme auf den Fummelfeten am besten beschrieben werden: Der Fummel stammte überwiegend vom Sperrmüll oder aus Secondhand-Läden. Da wurden Füße der Größe 45 in zierliche Frauenschuhe gequetscht, Fünfmark-Perücken übergestülpt und aufsehenerregende Kreationen aus ausgedienten Röcken, Kitteln und Tüchern gezaubert. Dabei waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt. – Und Bartträger ließen selbstverständlich diesen Teil ihrer männlichen Pracht stehen.

Donnerstag, 13. August 2009

Gericht Erlebnisbericht

Meine Vermieterin kaufte von mir eine antike Pendule unter Gewährleistungsausschluß obwohl ja angeblich alles Müll sei in meiner Wohnung und wundert sich dann, das die Uhr nicht geht..

Dann Klagte Sie, nachdem Ihr ein Vergleich, der die Veräußerung der Uhr über Ebay regelte, im Nach hinein doch nicht recht war.

Im ersten "frühen Termin" erkannte der Vorsitzende Richter richtigerweise, das dieser Vergleich besteht und fragte die Gegenseite, wie diese vom Vergleich weg käme. In der Hauptverhandlung dann war aber davon nicht mehr die Rede.

Der Richter wertet das unten zitierte Schreiben als "mündliche Vergleichsauflösung".

Völlig abwegig!

Ich antwortete daher zunächst mit einem Befangenheitsantrag und werde nun folgendes an den Richter schreiben:

Verehrter Vorsitzender Fricke

Nach Anwaltlicher Beratung erfolgt folgendes abschließendes Schriftstück meinerseits:

1. Hiermit erkläre ich die RÜCKNAHME des Befangenheitsantrags, denn ich denke, das Sie bei genauer Betrachtung der Sache durchaus auch unbefangen und gerecht entscheiden können.

2. Daher möchte ich ERGÄNZENDE AUSFÜHRUNGEN zum Rechtsstreit machen:

- Der Verkauf der Uhr erfolgte unter HAFTUNGSAUSSCHLUß
- Der Verkauf erfolgte nach MEHRFACHER IN AUGENSCHEINNAHME durch die Käuferinnen
(teils im Beisein eines anderen Intressenten, den ich als Zeugen dafür benennen kann, bitte um Hinweis bei Interesse)
- Der Verkauf erfolgte "wie besehen"
- unter Privatleuten erfolgt ein Verkauf von ANTIKEN Gegenständen generell unter Ausschluß sämtlicher Gewährleistungsrechte.
- auch wenn wiederholt BEHAUPTET wird, ich hätte irgendwelche Zusicherungen zum Zustand der Uhr gemacht, so entspricht dies einfach NICHT den Tatsachen und ist keineswegs bewiesen
- als nicht Fachmann für Antiqitäten KANN ich solche Zusicherungen auch nicht gemacht haben

Der Klagantrag zu 1) aus der Klagschrift vom 30.12.08 ist IST NICHT VOLLSTRECKUNGSFÄHIG "Rückgabe einer antiken, gebrauchten Uhr" Diese Angabe ist nicht hinreichend bestimmt.

Aus den vorgenannten Gründen bin ich auch nicht verpflichtet "eine teilweise Rückabwicklung des Vertrages zu stande zu bringen". Das ich mich dennoch um eine gütliche Einigung bemüht habe und die Vermieterseite vor Schaden zu bewahren ist MIR anzurechnen. Wenn diese Bemühungen nun darin gipfeln, das dies als "mündliche Vergleichsaufhebung" zu werten sei, so verstieße dies gegen Treu und Glauben!

Zuletzt möchte ich Ihnen also darlegen, wieso der Vergleich noch besteht:

In der hauptsächlich Streitgegenständlichen Anlage B3 habe ich ausgeführt:

(...) Daher bitte ich Sie vor oben genanntem Hintergrund zu überlegen entweder für einige Artikel auf das Einstellen auf Ebay doch noch zu verzichten oder eben auf die Gewinn/Verlust Beteiligung zu verzichten. Ich verzichte dann der Fairnis halber auch auf den Rückkauf der Artikel, die Sie behalten wollten..(...)

Es ging also NIEMALS um eine gänzliche Aufhebung der geschlossenen Vergleiche, sondern lediglich um DETAILFRAGEN!
Da ist die Rede von "einige" Artikel - nicht ALLE und ich habe geschrieben "zu überlegen". Mit keinem Wort habe ich angeboten die geschlossenen Vergleiche aufzuheben. Im Gegenteil, auf die Bitte der Vermieterin die Vergleiche SCHRIFTLICH aufzulösen habe ich NICHT geantwortet, da ich dazu SELBSTVERSTÄNDLICH NIEMALS BEREIT WAR und auch NIEMALS BEREIT SEIN WERDE, denn es geht insgesamt ja da um meine gesamte Existenz, da der Mietrechtliche Vergleich die Aufnahme von Untermietern regelte und den Verzicht auf neue Räumungsklagen beinhaltete. Nur vor diesem Hintergrund ist es überhaupt zum Vergleich bezüglich der gekauften Gegenstände gekommen. ES IST ALSO VÖLLIG ABWEGIG, das ich einen solchen Vergleich jemals bereit sein würde aufzulösen!!! Das sage ich mit aller nur erdenklichen Nachdrücklichkeit!

ES GAB KEINE VERGLEICHSAUFLÖSUNG!

Ganz abgesehen dessen ist eine nachträgliche KLAGERWEITERUNG auf den mietrechtlichen Vergleich auch nicht zulässig ohne den Streitwert zu erhöhen! Bei einer solchen Klagerweiterung würde ich, was den mietrechtlichen Vergleich betrifft, auch anwaltlich über die Rechtsschutzversicherung des Mietvereins vertreten und hätte mich niemals alleine verteidigt!

Ich apeliere an Sie mein Leben nicht zu zerstören durch eine eklatante Fehlentscheidung!

ICH BITTE UM EURE KOMMENTARE - Wie seht Ihr die Sache??

Mittwoch, 22. April 2009

Neues Rad ab 27.06.2009 - eins mehr wie bisher..


Ab Ende Juni werde ich mit einem Mungo unterwegs sein - zumindest auf Touren. Die nächste geht vom 4.12. - 17.03. wieder auf die Azoren.

Das Mungo ist konzipiert von THOMAS SEIDE der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. (http://www.steintrikes.at/) Es ist in so fern etwas besonderes, da es keine Taiwan Massenware ist. Thomas vertreibt seine Trikes im deutschsprachigen Raum AUSSCHLIEßLICH persönlich.

Dazu ein Zitat aus einem Forum, das ich bestätigen kann: "also was ich so über den guten Thomas lese, erstaunt mich schon, langsam glaub ich, da hat einer sein Hobby zum Beruf gemacht. Und mächtig Spaß dabei! Und mit was für einer Energie, unglaublich, hier ne Messe, dann wieder Kunden (Wir, Ihr,), dann Rahmen abholen und zusammenbauen, noch ne Messe, am anderen Ende Deutschlands, noch Mails und Foren beantworten, Hut ab!! "

Ich kann es nicht lassen - noch ein Zitat: "ich geb Dir vollkommen recht, für mich baut der die Räder nicht einfach, der Mensch lebt Liegeräder. Wenn einer was von Liegerädern versteht,......."

So sieht das Mungo aus - meines wird allerdings keine Schutzbleche (da setzt sich Schlamm so geil fest) und Rückspiegel (konnte bislang auch ohne leben) haben, aber dafür einen Gepäckträger.. (Gelb = alle beweglichen Teile)



Ich werde es zum Sommerfest in Gänserndorf (bei Wien) abholen und persönlich nach Hamburg fahren, so das kein Benzin dafür nötig ist.

Dienstag, 29. Juni 2004

Ich fühl mich so schrecklich aleine. Meistens ist mein Bär nicht da. Und wenn er in der Wohnung ist, ist er meist nur zum Schlafen neben mir. Dazu hab ich Angst. Angst vor dem wegfahren, aber auch vor dem hier bleiben. Dazu hatte ich mir ja auch mal geschworen nie mehr meinen Bär alein zu lassen.

(Anmerkung: Im August fuhr ich dann doch wieder los - zusammen mit meinem Bär. Aber an der holländischen Grenze trennten sich unsere Wege wie geplant. Nicht geplant war dann freilich das mein Bär während meines saisonalen Unterwegsseins am 4.11.2004 um 15.15. die Augen für immer schloss. Unfreiwillig. Vor diesem Hintergrund bitte nochmals die beiden Zeilen lesen:

Angst vor dem wegfahren, aber auch vor dem hier bleiben. Dazu hatte ich mir ja auch mal geschworen nie mehr meinen Bär alein zu lassen.