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Donnerstag, 13. November 2008

Am 12.11.2008 war es mir nicht möglich einen Tag meines Tagebuchs zu bearbeiten, da ich den ganzen Tag damit beschäftigt war, zu versuchen einen selbst verschuldeten Schaden wieder gut zu machen – bislang ohne Erfolg. ICH BITTE UM IHR VERSTÄNDNIS!

Hier dokumentiere ich zum Sachverhalt einen Brief an die Color Line Arena:


Sehr geehrte Damen und Herren


Mein Lebensziel ist es Menschen in der 3. Welt, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, das Leben zu retten.

Jeder € mehr bedeutet dabei ein Menschenleben, da mit 250 € eine Quelle eingefasst werden kann, die dann 250 Menschen sauberes Trinkwasser gibt – auf Generatíonen.


Zu diesem Zweck habe ich auf E-Bay Originalkarten für die Blue Man Group aufgekauft.

Defacto machen Sie es mir UNMÖGLICH diese Karten weiter zu geben in dem Sie mir ein Anbieten in Sichtweite der Kasse verbieten.


Da der Schaden in Höhe von 618 € nicht mich betrifft, sondern den Tod von mindestens 500 Menschen bedeutet (2 Quelleinfassungen) bitte ich Sie die Karten unter diesen Umständen ausnahmsweise zurückzunehmen oder mir zur Schadensbegrenzung eine Arbeit in Ihrem Hause zu geben. Als Anreiz für Sie bin ich dabei bereit für 1 € unterhalb des Stundenlohns zu Arbeiten den Sie normalerweise gewähren. Ich werde ALLE Arbeiten streng nach Ihrer Anweisung ausführen.


Weiterhin verpflichte ich mich nie mehr Karten für Ihre Veranstaltungsstätte aufzukaufen, wenn diese Angelegenheit Zugunsten der Menschen in der 3. Welt gelöst werden kann.


Hochachtungsvoll


Holger Halfmann

Schulterblatt 84

20357 Hamburg


Zahlungen bitte an: Dresdner Bank blz 20080000 Konto 0940038200

IBAN DE65200800000940038200 BIC DRESDEFF200

Dresdner Bank Holger Halfmann

Verwendungszweck Ariwara

Dienstag, 17. Juni 2008

Blog ist nicht 55 cent wert?

Dienstag 17.06.2008 / 118. Tag von 215 / 16. Tag in China



Der erste Absatz gilt natürlich NICHT für die Leute, die meinen Blog gekauft haben!

Mittlerweile 55 cent investiert für diesen Blog. Wer spendet die? Oder würdet Ihr auch umsonst Blog schreiben bei Tag und Nacht Temperaturen von 32 – 50 Grad? Nein? Könntest DU dann nicht so solidarisch sein und den Minnibetrag von 55 cent spenden? Wiso? Du kannst diesen Blog nur Lesen, da jemand anderes (ich) ihn ohne Zeitberechnung auf geschrieben hat. Die 55 cent nach denen ich DICH – ja genau DICH – frage, sind nur die Kosten für 1 x Internet unterwegs und die Softballpen-Miene um alles zu notieren. Wieso gerade Du mir jetzt eine Mail senden solltest um die Kontonummer zu erfahren? Ganz einfach: Wenn ich merke, das ich alles völlig umsonst schreibe, es keinem einzigen Menschen in der Welt auch nur 55 cent wert ist, dann höre ich auf zu schreiben und ihr erfahrt nicht, wie diese Reise endet und wo die nächste hingeht. Wenn Du aber nun eine Mail an mich mit dem Betreff CHINA sendet und auf das dann Dir genannte Bankkonto 55 cent (oder mehr wenn Du magst) überweist, dann sehe ich, das Interesse besteht und mache weiter!

Nun zu heute: Die Nacht brachte 2 Regen/Sand-Stürme – nix zum wirklich naß werden, aber Sie ließen mich das Zelt aufbauen um es gleich wieder abzubauen denn Temperaturen über 30 Grad sind im Zelt ohne jegliche Luftbewegung einfach nicht auszuhalten. Lieber die Plane mit Heringen gegen Sturm sichern und bei dessen Höhepunkt kurz über Deine Sachen und Dich ziehen. Der Regen und Wind bringt dann die nötige Kühle.

7 Uhr 52: 37 Grad. Lange habe ich mein weggeblasen geglaubtes usbekisches Prachthaarband gesucht und dann doch bei meinen Sachen gefunden…

Die Schönheit der Landschaft manifestiert sich in Formen und Farben. Auf dem Ocker der Hügel setzen schwarze Steine Akzente und in Mulden ist teils weißes Sediment drüber gepudert.. Rinnen gibt es hier nur ansatzweise, was bedeutet, das es hier in den letzten 1000 Jahren kaum mal einen Regen gegeben hat, der ausreichend gewesen wäre um das Wasser die Hügel herunter laufen zu lassen. Halt meist nur so wie in der Nacht, wenn es überhaupt mal zu Niederschlag kommt, der sich nicht vor erreichen des Bodens wieder verflüchtigt hat.

In den Hügel, der sich gegenüber der Zufahrt zu meinem Schlafplatz befindet, wurde ein Labyrinth von Gängen gehauen. Dahinter bildet die Flußoase, dessen Wasser von bis in den Juni Schnee bedeckten Bergen gespeist wird, den Kontrast. Wieder dahinter passen sich aus demselben Material wie die Hügel gebaute luftdurchlässige Warenspeicher in die Landschaft ein. Hier macht sich der Mensch die im nassen Zustand leicht zu verarbeitende Konsistenz des Bodenmaterials zu nutzen. Getrocknet wird es wieder fest wie Stein. Durch das weglassen jeden 2. Steins wird eine hohe kühlende Wirkung erreicht. So kann der Wind hindurchstreichen. Das macht bis zu 10 Grad Temperaturunterschied aus!

Ein Melonenpritschenwagen überholt, hält an und schenkt mir eine Zuckermelone. An einem Melonenstand bekomme ich weitere Schiffe dieser Frucht geschenkt. Gelb und mit vielen Rippen auf der Haut ist sie am süßesten.

Ein Stück weiter erblickt Mensch etwas, das von der Straße wie Erdbunker aussieht. Es sind halb in die Erde gegrabene Gewächshäuser für die Bohnenzucht. Genau da – nach nicht mal 10 km und noch innerhalb des ersten Tages des China-Schlauch-Lebens – das erste Loch ohne jeglichen Grund. Einmal abgesehen von der mangelnden Qualität aller Non-Food-China-Kleinprodukten – einschließlich Taiwan! So hab ich um 17 Uhr gerade mal 16,77 Tages-km!

Schuld am Tages-Durchschnitt unter 10 ist allerdings auch der Seitensturm, der das Rad bei jeder Überholkarre 1 m Richtung Tod versetzt, der unweigerlich eintritt, wenn sich 2 Trucks ungebremst genau bei mir begegnen würden. Los ging der Sturm nach 2 Windhosen in der vegetationslosen Wüste, mit einem Sandsturm beim Schlauchflicken. Selbst das Flickzeug saust durch die Luft. Ein Kind schenkt mir einen Beijing 2008 Wimpel, der gleich angenäht wird, während die süßen Kids zusehen. (er ist dann noch lange Zeit am Rad..)

Ich hatte heute auch noch einen Busfahrer gefragt, was es nach SHANSHAN kostet: Verweigerung. Vermutlich, weil die Busklappe geöffnet werden müsste, was ja unnötige Arbeit macht. Genau das ist auch immer das, was die Pritschenwagen oder LKW-Fahrer wollen: Lieber sich einen Bruch heben statt es einfach und gesundheitsschonend zu machen. Manch einer glaubt sogar, das Rad wäre so leicht, das ich es alleine verladen könne. Wird die Klappe nicht geöffnet verzichte ich – so auch gestern bei der Pyramide!

Dann wird es aber UNMÖGLICH weiter zu fahren, als die Straße etwas dreht. Das Rad springt bereits im Stand zur Seite, wenn ein LKW vorbei donnert. Doch der erste Bus, der nach einiger Zeit vorbeikommt nimmt mich mit durch den Sandsturm, obwohl das Rad nicht unten rein passt und alle aussteigenden über einen Sitz klettern müssen und das hoch schalten nach jedem Stopp, nur so gerade geht, weil mein Rad vorn im mit dem Hinterrad im Gang und dem Vorderrad im Einstiegsraum, steht..

Im Restaurant am Busbahnhof von SHANSHAN sehe ich dann ausnahmsweise mal etwas, was ich kenne: TOFU Aber ich muss lernen. Was ich sehe ist dann auch alle… In einem anderen Restaurant krieg ich dann doch noch etwas zu Essen. Internet nebenan – doch der Zugang wird mir erst verweigert. Nach einem Telefonat geht´s doch. Allerdings kontrolliert die Polizei wieder den Paß und meine Webseite geht nicht. Auch die Ersatzseite für die Landheimseite wurde am 1.5.08 abgeschaltet. Ich lass mir noch über Googel Translation erklären, wo ich die Antenne meines Radios anlöten lassen kann. Doch dann laß ich mich von Gott lenken. Anders kann ich mein Verhalten nicht nachvollziehen. Am Mittag fährt der einzige Bus nach HAMI. Doch ich fahre noch raus aus der Stadt, (wobei Polizei nochmals kontrolliert) um ein 2. x im Weinberg zu schlafen nach 29,73 km um 1 Uhr 22.

9,9 Durchschnitt in 3 Stunden 00´10 und 17, 5 Max
265 Höhenmeter max 706 m – Schlafplatz auf 700 m
2 % Durchschnittssteigung mit 6 % Maximal

3.714,58 km seit Tiflis per Rad mit ca 24.533 Höhenmeter.


Insgesamt ca 6403,09 km mit ca 48.336 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1266,45 km per Bus

Gesamt-Reise km: 8.385 von Athen

Samstag, 10. Mai 2008

Sa 10.05.2008 80. Tag / 8. Tag in Usbekistan

6 uhr 14 Grad
In der Nacht wurde ich nur 2 x gestört - dann sage ich nicht "Salam". Aber am Morgen ist das treffen mit Einheimichen wieder willkommen.

Meine Erdnüsse sind gerade alle. Also frage ich - auf eine Schale deutend - nach dem einheimichen Namen und laß ihn auf einer deutschen Zeitung notieren. Ich frage nach dem nächsten Basar, der 6 km entfernt sein soll. Doch wenig später werden mir Erdnüse gebracht...

Dann kommt Ochegbad mit seiner Frau und nagelt seine 3 Kühe und sein Schaf fest.
8 Uhr komm ich los. Nudeln und Joghurt unterwegs. Die Zeit zwichen 11 und 12 verbringe ich vor allem schlafend. Später hält ein Team von der Zeitschrift "Abenteuer Reisen", die den 1.Teil ihrer im Sommer 2009 erscheinenden Seidenstr Story recherchieren. Mir bringt dies 6000 Sum für 2 kleine Bike for Peace Aufkleber.

Bitch. Die ersten beiden Speichen brechen am vor nicht mal 300 km zuvor neu eingespeichten Hinterrad. Erst jetzt erkenne ich, das der Mechaniker in Bukhara alles falsch gemacht hat: Nicht nur zu wenig Speichenvorspannung, sondern auch die Speichen nirgens gekreuzt und den Mantel falsch rum aufgezogen.

Als ich fertig bin mit der Nacharbeit ist es dunkel und ich mache einen nächtlichen 20 km Ausflug nach Samarkand. Das Samarkand wie ich es mir vorgestellt habe, habe ich dabei nicht entdeckt. Dafür leckeres Eis, Butter (mal wieder statt Quark, den ich eigentlich wollte..) und MILCHBROT.

Das Hotel ORIENT STAR sponsert mir einen Stadtplan, der eigentlich unverschämte 5 Dollar kosten sollte und ohne den Mensch hier aufgeschmissen wäre!
Im Hotel AFROSIYOB PALACE mit 4 Sternen frag ich nach Internet und kann schlieslich im Hotel SAMAR eine Mail an den Veranstalter der Chinabusreise senden mit der Bitte die Schlumpf-Sendung zu empfangen, mitzunehmen und mir unterwegs auszuhändigen.

Auf dem Rückweg tapp ich dann in eine "Park-Wassergraben-Falle", biege falsch ab und schlafe schlieslich an einem ruhigen autofreien Ort an den Bahngleisen nach 80,65 km in 5´32´50 / Durchschnitt 14,5 Maximal 43,5 / ca 341 Höhenmeter max 764m / Durchschnittssteigung 2 %, Maximal 9 %. Seit Tiflis also ca 11.308 HM auf ca 2030 km.

ca 4781. 96 km insgesamt mit ca 35.705 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 100 per MFG

Mittwoch, 22. September 2004

Spendensammel Erfahrungen

Spendensammeln für ~ Wasser für Arivara ~

Erfahrungen

Die Erfahrungen beim Spenden-Sammeln sind Vielfältig: Vor allem in großen Städten überwiegt der Negativismus, da dort entweder oft gesammelt wird, oder die Leute zu Reich und Satt sind. Reiche sind mitunter nur deshalb Reich, weil Sie egoistisch sind. So hörte ich in Duisburg einen Radiobericht über zwei Schnorrerinnen, die am Nachmittag gerade einmal ein paar Cent zusammenbekamen. Da geht es mir beim Sammeln für ein Afrika-Projekt doch besser, gibt doch oft durchschnittlich jeder zweite etwas - Regional recht unterschiedlich. Einige nicht Deutsch/Englisch Sprechende lesen ausschließlich das letzte entscheidende Wort "Beitrag" und schalten sofort automatisch ab, da es ja um Ihren Cent geht ohne auch nur ansatzweise am Hintergrund interessiert zu sein. Wie könnten Sie Ihn auch erfahren beim "dicht" machen??

Genauso kann es aber auch schon mal Vorkommen, das jemand aus Zeitgründen, gleich so etwas (bis 5 €) gibt, ohne vom Hintergrund informiert zu werden, während andere sofort nach dem 2. Satz in dem das Wort "finanzieren" vorkommt, zu Ihrem AUto (was sonst) "müssen". Das ich mit meinem Rad flexibel wäre, un
die Minute, die ich zur Erklärung brauch mitfahren könnte, so daß der potentielle Spender nichts von seiner so kostbaren Zeit verlieren müßte, wird geflissentlich übersehen...
Für meinen Freund wäre es ein Paradies, da ich sowohl gestern Abend (0,33L) als auch heute Morgen (2L, von denen ich einen inklusive einer stabilen Pfandflasche wieder verlor) Cola zusätzlich zur Geldspende bekam.
Neben meiner Erfahrung mit Joost Backhus machte ich die beste Erfahrung bislang mit einer Bäckerei in Belgien: 5 € wurden vom Betrieb gespendet. Ich kaufte ein Kaffeestück und wurde zu einem (Milch)Kaffee in den Hinterraum eingeladen, bekam von den Mitarbeiterinnen nochmals zweimal 5 € und vom Bäckermeister noch weitere Leckereien. DANKE
Den höchsten Betrag bekam ich bislang mit 20 € von einem Baustellenleiter, der erst nach meinem Angebot eines Geschenkes (gesponsert von der Volksbank, dummerweise hatte ich da nur einen Kugelschreiber dabei...) spendete. Eine Frau, die mich aus Ihrem AUto heraus ansprach wiederholte diesen Betrag, nachdem ich den von Ihr angebotenen Schlafplatz abgelehnt hatte, da ich mir selbigen erst zum Einbruch der Dunkelheit "suche". Die Frage nach dem Schlafplatz ist für die meisten, die mich persönlich etwas fragen, fast so beliebt, wie die Standardfrage nach der Herkunft.
Am häufigsten sind interessanterweise 5 € Spenden.

Gute Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit bietet auch die Deutsche Welle, da Sie weltweit über Internet, Satellit und Kurzwelle zu empfangen ist und auch die Sendung Weltspiegel Afrika einmal täglich in der Woche ausstrahlt.
Zudem kann man via Grusstelefon 0049 2284294488 auch eine kurze Message übermitteln (50% Chance der Ausstrahlung, wenn man Monate nicht auf Sender war bis zu 100%) So gelang mir letzten Samstag folgendes über den Äther zu schicken:"Mein Name ist Holger Halfmann und ich bereise gerade per Rad Deutschland, Holland, Belgien Frankreich und Spanien um für das Entwicklungshilfeprojekt Wasser für Arivara des Malteser Hilfsdienstes Auslandsdienst Spenden zu sammeln. Mit dem Lied Danke möchte ich allen Leuten die unterwegs schon gespendet haben oder dies noch tun werden danken". Dem folgte der Musiktitel und die Moderatorin meinte darauf sinngemäß, das es der Bodo Lucas Chor sang und das sie sich noch gut daran erinnern konnte das Sie dies früher jeden Morgen zu Beginn der Schule singen mußten, was Ihr zumindest in den ersten Schuljahren großen Spaß gemacht hätte... Eine Woche war der Gruß noch auf www.dw-world.de als Audio-File abrufbar.

Samstag, 7. April 2001

Mittags werde ich zum Essen (vegetarischen CusCus, mein Lieblingsgericht dort) vor einem abseits gelegenen Haus eingeladen wo ich hielt um zu fragen ob ich Wäsche waschen könne. Ich kam darauf gerade dort zu fragen, da dort Wäsche zum trocknen hing. Dies vereinfacht die Kommunikation per Zeichensprache und zeigt, das der Haushalt eine Schüssel und Waschpulver haben muss.

Abend. Ich habe gerade in ziemlicher Einsamkeit meinen Schlafplatz eingerichtet und meine Spuren verwicht, als mich selbst hier ein Köter entdeckt und so lange kläfft, bis ich mich entschließe wieder aus dem Schlafsack zu krabbeln. Mehr brauchte ich nicht machen - jetzt läuft er weiter und kläfft nur noch 2 mal zum Abschied. Danach krabbeln nur noch Blattschneiderameisen über den Schlafsack. Am Morgen schleppen diese die Riesenkäfer weg, die ich nachts noch platt gemacht habe. Sorry liebe Tierfreunde.

Auf dem Damm (mit Brücke) nach Jerba mache ich kehrt, da die Insel genauso flach ist, wie die Halbinsel von der ich gerade komme. Aber so kann ich die Halbinsel vom Wasser aus sehen. Ich fahre weiter als ich ursprünglich vorhatte, da ich im Wasser einen riesigen Felsklotz in Fortgröße entdecke. Dem Geheimnis möchte ich doch auf den Grund kommen. Glücklicherweise liegt nach 60% des Dammes ein schönes Schiff mit einem Schild dran: "Ausflüge zur Kastellinsel" und meine Frage ist beantwortet, das Geheimnis gelüftet.

Ausnahmsweise beschließe ich mal ganz normal Essen zu gehen, da ich Heißhunger auf Lasagne a la Italia habe. Da ich dann aber a) kein Restaurant sehe und b) realisiere, das hier sicher alles nach Pepperoni schmeckt, lande ich doch bei Joghurt und Tuna aus dem Laden.

Meinen heutigen Schlafplatz erreiche ich am vermeintlichen Ende eines Sandweges schon um 19.00, da ich nicht gleich wieder den Dickrollweg zurück will.. Ich schau mir die Wellen an und träume 2 Träume: 64 (das war meine Fahradkuriernummer) und "Opa stirbt, Oma läuft mit mir in´s Meer hinein, nachdem kleine Sandflöhe über die Isomatte eine Straße gebaut haben." Ja, die Welt der Träume.

Es geht weiter zur lybischen Grenze. In dieses Land komme ich wie erwartet nicht rein als Fahrradeinzelfahrer. Mein Projekt ist also gescheitert.

Zurück durch die Einöde wollt ich nicht mehr per Rad. Aber mach das einem Leerrollfahrer ohne Landessprachkenntnisse begreiflich...
An der 2. Tunesischen Bullenstraßensperre gelingt es mir einen Combi-Taxifahrer zur Mitnahme zu überreden. Er will 20 Dinar bis Tunis. Das ist kaum mehr wie der Zug ab Gabes. Ich denke "Prima".. Doch bei der 3. Polizeisperre will er dann 20 bis zum nächsten Ort und 200 bis Tunis. Ich will aussteigen, was er aber auch nicht will.. Und so krieg ich die Fahrt bis 3 km vor den Ort gratis (nach Diskussion). Ab da soll ein Bus inklusive Rad auch 20 Dinar kosten. Als dann doch 25 verlangt werden legt ein Übersetzer die fehlenden 5 drauf. DANKE! Morgens um 5 bin ich da und kann schlafen.

Bevor ich zur Fähre zur Fähre (kein Schreibfehler!) komme, mach ich Halt bei einer Italia-Tunesia-Italia-Spedition um evt. Mein Rad als Beiladung transportiert zu bekommen. Der Chef kennt mich! Wir trafen uns zum ersten Mal am Flughafen vor 2 Wochen! So kann ich e-Mails lesen und Schreiben und er sendet ein mit seiner Digitalkamera gemachtes Bild an meinen Freund. Zu finden nun unter Bilder/Tunesien (rechts unten).

Und das beste: Dazu gibt er mir großzügige 70 Dinar für die Fähre..! Ich frage noch bei einer anderen Spedition, die wiederum von mir, von ihm wusste..

Da die Speditionen Tunesiens ein vielfaches des Fährpreises wollen frage ich bei Meyer & Meyer aus D-Land erst gar nicht nach. Aber auf der Fähre zur Fähre (die übrigens kostenlos zu benutzen ist. In Stoßzeiten fahren sogar 2 im Pendelverkehr) treffe ich den Bruder dessen Niederlassungschefs, der mir sogar mein algerisches Geld gewechselt hätte, das ich ja zuvor in aufwendiger Aktion am Flughafen wechselte.

Der Bruder des Chefs der 3. Spedition wechselt mir 70 Dinar in 105 DM + 4 Dinar (also 1,20DM mehr wie ohne den Wechsel) Bei einem Hotel bekomme ich für 12 Dinar 10 USD, die bei der Fähre als 13 zählen. Als mir dann an der Fähre doch auf einmal 2 Dinar "fehlen", brauch ich mich über deren Verbleib keine Gedanken zu machen, da ein anderer Reisender von sich aus 5 spendet.

Am Sammelplatz der Fahrzeuge sehe ich dann, wie viele per Trailer da sind und komme so auf die Idee zu fragen ob jemand mein Rad für die Überfahrt mit rein nimmt. Ich finde auch Jemanden, aber die Fährgesellschaft will NUN auch die 17 Dinar für´s Rad, wenn es in einem Trailer ist... Hätte ich vorher nix vom Rad gesagt wäre alles klar gewesen.. Man will mir nun mein Geld insgesamt zurückgeben und ich solle mir eine andere Fährgesellschaft suchen.. Das ist das gleiche, als wenn ich von Hamburg nach Köln fahren will und die DB sagt "fahren Sie doch mit einem anderen Bahnunternehmen!"..

Unmittelbar vor der Einschiffung versuchen Händler die letzten Dinars der Touristen zu kriegen und Motorradfahrer aus Italien sammeln für mich und bekommen immerhin 50 DM -darunter eine 20 USD-Note- zusammen.

Die Dinar, die ich jetzt noch habe kann ich so gerade in 16.000 Lire umtauschen, da es a) gerade 10 Dinar (Mindestumtausch) waren und b) mir ein Karavanfahrer aus Rahlstedt seine Umtauschquittung gibt. Ohne diese kann man nichts zurücktauschen. Bürokratie wo es geht. Überall auf der Welt.

Das Boot legt mit über einer Stunde Verspätung ab und der Sturm nimmt so stark zu, dass ich um die Ecke geblasen werde (im Schlafsack liegend) und um 3.00 Uhr nach innen flüchte, wo Lichtüberflutung herrscht. Kein Wunder, das bei dem Geschaukel einige nicht schlafen können und Seekrank sind... Ich hatte eine gute Grundlage im Magen, da ich rechtzeitig am Büffet war, als eine ganze Gruppe (italienische Armee oder Gendarmerieangehöriger) aß und einer mir eine Überzählige Essensmarke gab. Dafür bekam ich kostenlos Lasagne, Fritten, Käse, Brot, Fanta und dann auch noch die übrigen scharfen Nudeln eines anderen.

Zur Erinnerung: Auch schon in Alcerias, als wir nach Marocco rüber wollten war Sturm.



T U N E S I E N S
K Ü S T E
I S T D I E
L A N G W E I L I G S T E
R E G I O N,
D I E I C H J E
B E R E I S T H A B E!
Gefolgt von den Ebenen PAKISTANS und der Region zwischen dem Westen der USA und Chicago.

UND HIER DIE RANGFOLGE FÜR DIE INTERESSANTESTEN MEINER 34 REISELÄNDER: NORD-IRAN, USA, TSCHECHIEN, ALGERIEN, PAKISTAN.

DIE GASTFREUNDLICHSTEN LÄNDER: ALGERIEN, MAROCCO, NORD-IRAN, TUNESIEN, USA (in dieser Reihenfolge)

DAS UNFREUNDLICHSTE: MALLORCA

DIE UNSICHERSTEN: ALGERIEN, MAROCCO, TUNESIEN, USA, PAKISTAN, RUMÄNIEN, TÜRKEI, SPANIEN (in dieser Reihenfolge

DIE STINKENSTEN: TUNESIEN, PAKISTAN.

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© by Holger Halfmann & Jens Jacobsen 2001


In eigener Sache....
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Freue mich über Hilfe..

..da ich bisher immer nur ein halbes Jahr fahren konnte und dann zur Arbeit zurückfliegen musste, macht es Sinn, wenn ich ohne Unterbrechung durchfahren könnte.

Die sonst entstehenden Flugkosten sind höher, als die Lebenshaltungskosten vor Ort für ein halbes Jahr.

Daher bitte ich Sie um Spenden (so wie Sie es ermöglichen können, also egal ob 0,50 €, 1.-€, 10.-€ 50.-€ oder 100.-€ einmalig oder (besser) regelmäßig

Als Gegenleistung ist die Nutzung meiner Homepage kostenlos!
Ich finde die Bitte um Mitfinanzierung auch legitim; denn das Schreiben des Tagebuchs hat einen Gegenwert von mindestens 500.-€/Monat, wenn es mit nur 10.-€ /Stunde entlohnt würde. (Nicht gerechnet die Zeit, die man braucht um das zu erleben, was man schreibt...) Aber das die Bitte nach Mitfinanzierung in Deutschland auf taube Ohren stößt ist eben typisch deutsch.
Im Ausland habe ich da bessere Erfahrungen gemacht bei PERSÖHNLICHEN Kontakten.. (steht in diesem Tagebuch)

Comdirekt Konto 551227200 BLZ 20041133 von Holger Halfmann