Insgesamt ca 6403,09 km mit ca 48.336 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1266,45 km per Bus
Gesamt-Reise km: 8.385 von Athen
Am Morgen geht die ganze Diskussion von vorne los. Wieder wird gesagt, das ein Rad nicht transportiert werden kann, während riesige Wagons vor mir stehen. Irgendwie muß ich begreiflich machen, das es zum Radfahren einfach zu heiß ist. Ich kann ein Thermometer aufzeichnen und anhand des Aggregatzustandes von Eis verdeutlichen – es wird nicht kapiert. Mein Rad wird nun also bei sich selber explodieren!
Dann rast wieder einer der hier nicht haltenden Personenzüge durch. Mit einem riesigen Gepäckwagen hinten dran – die Mitnahme von Rädern soll aber nicht möglich sein!
Während andere Länder YES-YEY-YES-Countrys sind – also jede Frage wird mit „YES-YEY-YES“ beantwortet – auch wenn das gar nicht möglich ist, ist China das absolute NO-NO-NO-Country. Beispiel: Der nächste Bahnhof – wo vielleicht nicht alle Züge durchrasen – ist angeblich 50 km in Richtung URUMQIS und 80 km in Richtung ERPU entfernt, obwohl im Bahnhof 2 Schilder stehen, die Aussagen, das die nächste Station Richtung URUMQIS 12,7 km entfernt und in Richtung ERPU 31,6 km. Nachdem ich das Schild dann 1:1 abgezeichnet habe, gelingt mir doch noch herauszubekommen, das bei diesen Bahnhöfen ebenfalls alle Züge durchrauschen.
Internet gibt´s auch im Dorf, aber die Preise sind unverständlich: 60 Minuten 3 Quai, aber 3 Minuten 1,5 Quai. Aber es gibt noch ein anderes Internet-Kaffee Richtung Bahnhof., wo es die normalen 2 Quai kostet. Dort funktioniert aber nichts.
Der Bahnhof stellt sich als seit 5 Jahren für den Publikumsverkehr geschlossen heraus… Polizei bringt mich zur Busstation. Also wieder zurück in TURPAN! Auch von hier gibt es nur 2 Busse nach HAMI. Witzigerweise treffe ich 2 Radler in einem Cafe: Es sind Sigitas und Marilla. Die Gruppe ist bereits auf dem Weg. Ich zeige den beiden noch den schönsten Weg aus der Stadt und habe dabei einen Plattfuß. Beim 148.gsten Pumpstoß platzt wieder das Ventil des Russenschlauchs ab, obwohl mit „Engländer“ und 2 Personen gesichert. Da ich nun das Hinterrad ohnehin ausbauen muss wechsel ich auch gleich den Reifen. Bei Vorstellungsende zähle ich 21 Zuschauer…
Da ich nun fast am Tourikassierpunkt „Scenic Spot“ Grape Valley (zu dem paralell eine kostenlose öffentliche Straße verläuft..) bin fahre ich noch mal die ca 15 km bis zur grün-rot-blauen Pyramide, an der ich gestern links abgebogen bin. Die ist übrigens auch gut auf Googel-Maps zu erkennen – östlich von TURPAN.
Heute nur 42 Grad, da die Sonne gut verschleiert ist. Etwa 5 km lege ich auf der gewalzten im Bau befindlichen Autobahngegenrichtung zurück. Währenddessen knickt auch die G312 überraschenderweise nach links ab. So wird auch die Landschaft wieder Superfantastisch! Auch Nomadengräber befinden sich hier. Als es 20 Uhr dunkel wird sind immer noch 36 Grad und selbst um 23 Uhr 19 noch 32 Grad – Schlafplatz abseits der G 312 auf 502 m.
2 % Durchschnittssteigung mit 7 % Maximal waren es bis dahin bei 329 Höhenmeter
3.684,85 km seit Tiflis per Rad mit ca 24.268 Höhenmeter.
Heute waren es 42,85 km in 3:37´30 mit 11,8 Durchschnitt und 38 Max
Insgesamt ca 6374,17 km mit ca 48.071 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1266,45 km per BusAls ich meinen Schlafplatz auf einem der Hochwasserdämme gefunden habe kommt Polizei. Doch als Sie sich davon überzeugt hatte, das es ein Fernradler ist grüßt sie und verschwindet…
5 Uhr 30 kommt Leben in den Struffel, der schlapp ist und deswegen schon wieder nicht los kommt. Nach 2 km Hitzeroll steht der Entschluß fest, das ich mir das nicht antun werde, in über 40 Grad Rad fahren zu WOLLEN.
Ich biege nach links ab um die 29 km entfernte, hinter der nächsten Hügelkette liegende Eisenbahnstrecke URUMQIS-PEKING zu erreichen und bis ERPU für 400 km zu benutzen. Ab da soll es wieder etwas kühler sein. Alle 2 km ein Hitzestopp und das Rad in Windrichtung zurück drehen. Besser jeden km so lange es hoch geht. Auch das verkürze ich noch mal auf 500 m + ab in den Schatten eines Telegrafenmast.
11 Uhr 42: neuer Temperaturrekord: 48 Grad – trotzdem fahre ich EINEN Strommast weiter um auch mal „weiter“ zu kommen… Mein I-Pod liefert passend zu den nächsten 24 h „The Drama starts here“.
Ich plane den ganzen Tag ein für diese 29 km am heißesten Ort Chinas…
Die Landschaft entschädigt für die Hitze. Die G312 geht auf Distanz dran vorbei. 2. Speichenbruch in China.
Beim nächsten Hitzestopp geht es dann gar nicht weiter., da mir schwarz vor Augen wird beim Aufstehen. Also Langpaus, bis der Wind wieder auffrischt. Erst nach mehreren Versuchen geht es 750 m weiter.
13 Uhr 21: 50 Grad Celsius. An unmotorisierten Lebewesen habe ich nur Insekten gesehen. Auch ein Marienkäfer war dabei!
Dann ergibt es sich, das ich auf einem Minnipritchenwagen bis zur Eisenbahnlinie, die auf 1.031 m liegt, mitgenommen werde. Sogar eine Melone bekomme ich geschenkt.
Wie weit der Bahnhof weg ist, ist genauso unrauskriegbar, wie die genaue Abfahrtszeiten. „Am Morgen“ soll ein Zug fahren. „Am Morgen“ kann 5 Uhr sein, aber auch 11 Uhr..
Im Ort gibt es sogar einen Laden, der Joghurt zu 10 cent hat. So viel kostet auch der Reis im danebenliegendem Restaurant. Wieso dann ein Omelett mit 2 Eiern und etwas Grünzeug nicht 40 cent, sondern 2 € kostet ist nicht nachvollziehbar. Da bleibe ich lieber bei Reis und Fisch zu 50 cent und verspeise noch etwas dessen, was Geschäftsleute zurückgehen ließen. Ganze Platten voll Nahrung werden WEGGEWORFEN!
Gegenüber ein kleiner Basar. Als ich den Bahnhof gefunden habe wird mal wieder die Polizei gerufen um mir eine Zugfahrt zu ermöglichen.
12,46 km in 1:35´31 / 7,8 Durchschnitt / Max = 17,5 / 295 Höhenmeter /
3 % Durchschnittssteigung, 8 % Maximal
3.642 km seit Tiflis per Rad mit ca 23.939 Höhenmeter. Insgesamt ca 6331,32 km mit ca 47.742 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1266,45 km per Bus
3 Stunden Schlaf. 5 Uhr 48 – 23 Grad
In einem Laden gibt es 2,5 Liter Kiwi Nektar. Obwohl ich zahlreiche Beispiele gebe, was % bedeutet ist unherauskriegbar, wie viel Betrugswasser darein gemengt ist. Aber nebenan kann ich meinen Plov vom Vorabend erwärmen. Den hab ich, da beim Nachtmarkt hinter den Wasserspielen nicht verstanden werden will, das eine kleine Portion, die ich will um verschiedenes probieren zu können, billiger sein muss als eine große.
Unzubereitete Eier kosten hier doppelt so viel wie zubereitete harte im Dorf.
Dann komme ich auf die glorreiche Idee Kette und Zahnkranz endlich wechseln zu wollen. War dies nach enormen Anstrengungen noch so gerade möglich in BAKU, scheitert dies hier an nicht vorhandener Kettenpeitche. Ich vertraue den Mechanikern, doch irgendwann haben diese einen Teil des Getriebeblocks in der Hand. Nun ist zusätzlich zu Zahnkranz und Kette auch noch der Freilauf beschädigt, so das ich die Nabe rechts nur noch mit Kabelbindern festhalten kann um nicht bei jedem nicht Treten Kettensalat zu haben. Bravo! (das gibt sich wieder und beim nächsten Ausbau ist alles wieder OK)
Seltsam nur, das beim Mittagessen dann plötzlich ein Junge mit 18 Gang Rad da ist. Wenn dann die Kassette kracht wird das Rad weggeworfen?
Aus Hitzegründen fahre ich erst los, als um 18 Uhr erstmals wieder 37 Grad im Schatten auf meinem Thermometer stehen und ich eine Honigmelone verspeist habe, die dem Verkäufer unter dem immer lauter werdenden Gelächter der Umherstehenden gleich 3 x von der Waage gefallen ist und die daher auch nur 10 cent kostete. Allerdings war es die 2. von 3en, die nicht schmeckte, da zu frisch geerntet.
Ab TURPAN ist die Autobahn 2008 noch nicht fertig. Also konzentriert sich der Verkehr auf 50 % der Fläche.. Die Wüste wird bald wieder „schwarz“ durch dunkelgrauen Sand.
19,32 km in 1:21´57 / 14,1 Durchschnitt / Max = 47 / 50 Höhenmeter (max 319 m – Schlafplatz auf 229 m) /1 % Durchschnittssteigung, 3 % Maximal
3.642 km seit Tiflis per Rad mit ca 23.644 Höhenmeter. Insgesamt ca 6318,86 km mit ca 47.447 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1246,45 km per Bus
Gesamt-Reise km: 8.281 von AthenAm Morgen ist dann das Hinterrad platt. Nicht etwa wegen des Reifens, sondern der chinesische Schlauch ist an einer Stelle IM NEUZUSTAND geflickt. Nach einiger Zeit haben sich genau da nun kleine Löchlein gebildet. Flicken nutzt nichts, denn beim Wiedereinbau ist der Reifen auf der unteren Seite nicht drin. Beim Wiederaufpumpen reist dann bei einem der letzten Luftstöße aufgrund der 578-fachen hin und her Bewegung durch mind. 3 x Handaufpumpen, das Ventil aus. Genau das ist der Grund, wieso ich ungern von Hand pumpe und gebrochene Speichen nur mit Generatorluft ersetze. Der neue Schlauch erleidet fast das gleiche Schicksal, käme ich nicht auf die Idee, das Ventil mittels einem von einem Einheimischen gebrachten „Engländers“ zu fixieren. Liegt das Rad kann der Engländer in den Boden gestemmt werden und es wird viel stabiler als in der Luft. Auch dieser Schlauch muß 2 x gepumpt werden, da der Reifen noch immer nicht ganz drin ist auf der unteren Seite.
Nach nicht mal 12 Minuten Fahrt und 2,19 km komme ich auf die Idee einer ambulanten Händlerin eine Tomate abzukaufen. 2 Quai soll sie kosten, nachdem endlich verstanden wurde, das ich nur allzu gerne den PREIS wissen würde. Es zahlt sich aus, das ich dann auch noch nach dem Kilopreis frage und mir die einem Kilo entsprechende Menge erst mal abwiegen lasse um zu erkennen, das eine in der Realität nur ein Viertel des genannten Preises kosten kann. Nachdem ich dies so unwiderlegbar und anschaulich demonstriert habe wird nun auch anstandslos 1 Qaui akzeptiert und ein kleiner Schein mit einer 5 drauf (=0,5) herausgegeben. Auf die Idee mit der Tomate kam ich vor allem, da ein Stück weiter runter an der Pappelbestandenen Straße eine Bank mit Dornenkrone zum Frühstück einlädt. Die Dornen sind praktischerweise nicht auf den Sitzbrettern angebracht.
So ein Frühstück in einem Dorf ist immer eine hervorragende Gelegenheit, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Wenn ich schon mal in einem so bekannten Weinanbaugebiet bin, würde ich gern mal ein Schlückchen des in DIESER Sonne sicher köstlich süßen Wein probieren. Aber anscheinend werden die Trauben hier nur zu Rosinen getrocknet. Nur die habe ich bislang gesehen und von selbigen krieg ich nun eine Hand voll.
Immer wieder andere Hühner marschieren herum mit ihrem drollig hintendrein trottenden Nachwuchs. So häufig wie die Tiere wechseln auch die vorbeikommenden Gemüsehändler, die alles haben, was in Lamian gehört + Gurken, Möhren und Kartoffeln. Zuletzt ein Melonenhändler, wo eine kleine Honigmelone auch nur 1 Quai kostet – siehe da!
Ich hab schon im Gefühl nach langjähriger Lebenserfahrung, wann es um Abzocke geht…
Dann frag ich bei einem Burgartigen Hotel, in dem die Zimmer zwischen 22 und 88 € kosten nach Internetsponsoring. Internet soll 10 Quai die Stunde – also den 3-fachen Internetcafepreis kosten. An ein Gespräch ist gar nicht zu denken, denn die anscheinend einzige anwesende Mitarbeiterin spricht wie üblich nur wenige Worte English.
Bei Tages-km 2,78 ist ein Basar erreicht, wo das Leben innen von 5 – 10 Uhr tobt – außen von 8 – 23 Uhr. So die erste Information. Es gibt immer wieder andere Angaben, was daran liegt, das die Menschen hier einfach nicht in der Lage sind, Morgen und Nachmittagsstunden unterschiedlich zu bezeichnen. Beispielsweise mit am und pm oder besser mit den Zahlen 1-24 statt 17 Uhr wie 5 Uhr Morgens erscheinen zu lassen. Die Angabe 5-10 Uhr kann also auch 5 – 22 Uhr bedeuten oder etwa – was am ehesten der Wahrheit entspricht 17 – 22 Uhr.
DAS wollen die Menschen einfach nicht begreifen. Nur aufgeweckte Kinder versuchen es!
Die letztlich richtigen Öffnungszeiten sind: Innen ab 18 Uhr Außen ab 7 Uhr. Geschlossen wird Innen wie Außen um 22 Uhr. Diese kleine Information herauszubekommen dauerte 30 Minuten. Auch deswegen reise ich langsam!
Es gibt an den Salatimbissständen hier 4 verschiedene Nudelarten + als weitere Zutaten Ei und Huhn. Gegenüber eine Art Klöße zu der die Einheimischen Magen Essen. Sind es wirklich Klöße?
Direkt an der Straße 2 Eisstände. Lecker wird’s durch die Mischung; Ein Glas Fruchtsaftgetränk und darein Vanille und Erdbeersofteis. Köstlich! Die Verkäuferin hat in Peking studiert, doch ihre wenigen Englishen Worte reichen nicht für eine normale Kommunikation. Ein angeblich 500 m entferntes Internetcaffee ist doch weiter weg. Auf dem Weg dahin erst links dann rechts eine schöne Moschee. Die 2. ist hauptsächlich orientalisch gelb-grün angemalt, aber es finden sich auch braune Kugeln, golden-violette Ringe, türkise Ornamente und Blumenbilder aus Spiegelmosaik. Leider schließt der Mezzine misstrauisch das Tor, als ich mein Rad abstelle. Weitere Moscheen folgen.
Nun soll Internet 1 km weg sein…
Den Nachmittag verbringe ich in dieser ersten chinesischen Stadt, die ich nach ca 615 Rad-km in China per Rad erreicht habe, in einem Buchladen mit Lesen/Ansehen eines Bildbandes.
Schräg gegenüber ist die Post. Das Land Deutschland ist völlig unbekannt und es wird herum telefoniert. Schließlich soll der 97 g schwere Brief das 10 fache eines lokalen sein und damit würde er den Gegenwert von 4 Mahlzeiten kosten. Ich gebe auf!
Dadurch finde ich aber nun den Eingang zum riesigen Basar. Hier gibt es auch an einem der Ausgänge wieder den leckeren Fruchtsaft in dem auch Traubensaft ist. Da das Eis alle ist gibt es gleich 2 Gläser für 5 cent!
Hinter dem wiederum gegenüber liegenden Busbahnhof gibt es ein riesiges Wasserspiel mit Musik und Licht um 19 Uhr, 21 Uhr und um 22. Uhr. An diesen Platz anschliesend auch das Internetcaffe mit über 60 Rechnern zu 2 Quai die Stunde.
In diesem Hotel treffe einen Holländer der Teilnehmer der Baltic Cycle Tour in Usbekistan getroffen hat und mit Carlotta aus Italien in Mail-Kontakt steht. Die beiden wollen sich in Turpan treffen...
Durch 3 Stunden Internet komme ich erst spät in´s Bett. Zudem fragt sich, WER nun die 50 cent Kosten trägt, damit DU dies hier lesen kannst… (Von dieser Fragestellung sind natürlich alle ausgenommen, die sich bereits an den Kosten beteiligt haben oder sonstige Hilfestellung gaben.)
9,69 km in 0:56´06 / 10,3 Durchschnitt / Max = 22 / 31 Höhenmeter (max 246 m – Schlafplatz auf 216 m) Durchfall (die „Klöße“...) 2 % Durchschnittssteigung, 4 % Maximal
3.623 km seit Tiflis per Rad mit ca 23.594 Höhenmeter. Insgesamt ca 6299,54 km mit ca 47.397 Höhenmeter + ca. 536 km per Truck + ca 180 per MFG + 1246,45 km per Bus
Gesamt-Reise km: 8.262 von Athen
