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Montag, 21. April 2008

TURKMENISTAN

Montag 21.04.2008
62. Tag der Tour
5. Tag in Turkmenistan

Ich fahre Interessehalber zum Flughafen. Toller Tower als Blickfang. Lufthansa hat ein Büro. Die Dame spricht zwar nicht Deutsch, aber perfekt english. ASHGABAT - FFM kostet 540 € / Return 733 €. Das Postamt ist nur beschildert, aber nicht existent. Telefon nach Deutschland kostet mit 3 Minuten Mindestabrechnung 66.000 Manat oder 3,79 USD / 2,39 €.

Vor dem Flughafen treffe ich ein Fahrzeug von EMS. So erfahre ich, das die Sendung von Schlumpf Tiblisi offensichtlich nicht verlassen hat. Ein Besuch der deutschen Botschaft war, wie vermutet, sinnlos. Die britische Botschaft im gleichen Gebäude versäumt wie die deutsche Botschaft auf die kostenlose Internetmöglichkeit bei der US-Embassy (ebenso im gleichen Gebäude) hinzuweisen.

Die Regierung hat beschlossen, den Kurs des USD in seinem Land auf 11.000 Manat/Dollar fallen zu lassen. Derzeit sind wir bei 17.400. Ich kaufe im Restaurant des 5 * Hotels AKALTYN eine Tomatensuppe zu 36.000 Manat (1,17 € nach altem Kurs, 1,32 nach neuem) und Pommes zu 30.000 Manat. Ich zahle 4 USD und kann arangieren, das ich 3.500 Manat zurück kriege, was hier ungewöhnlich ist, denn Hotels wechseln nicht, auch wenn dies Einheimische anders darstellen. Falls doch mal gewechselt wird, gibt es nur 15.000 Manat für einen Dollar. Also ein paar Sandalen weniger je 80 gewechselten USD oder so ähnlich..

Das Essen in diesem Luxusrestaurant ist zwar doppelt so teuer, wie in anderen Restaurants und 4 x so teuer wie auf dem Markt (Bazar), aber dafür gibt es auch getoastetes Brot und Butter zur gratinierten Suppe und mir ist so auch der Eintritt in die Hoteleigene Discothek (23-5.00) garantiert. Bis 24 Uhr muß ich allerdings mit dem Tanzen warten. Nach 1,5 Stunden dann Aufbruch zum Schlafpaltz unter der Brücke.

21,25 km in 1 Stunden 13´23 mit Durchschnitt 17,3, Max 37
49 Höhenmeter, maximale Höhe 247 m mit 1 % Durchschnittssteigung, 4 % Max.
Gesamt seit Tiflis: 9.078 Höhenmeter auf 953 km
3682.7 km insgesamt mit 33148 Höhenmeter + 500 km per Truck + ca 5 per MFG

Ich dokumentiere im folgenden noch einen Artikel über Turkmenistan in 2006 vor dem Tod Tukmenbashis – The Great (leider aus irgendeinem technischen Grund ohne die ursprünglich darin enthaltenen Bilder)

Besuchen: Turkmen Fine Arts Museum (Eintritt Locals 10000 Manat Foraigners 10 USD

TURKMENISTAN

 Im Land des großen Turkmenbashi Der zentralasiatische Staat Turkmenistan ist in der Welt kaum0 bekannt. Und der Präsident des Landes unternimmt alles, damit es so bleibt. Der Personenkult um den Turkmenbashi findet keine historische Parallelen. Alles im Land lenkt der Präsident – mit oftmals sehr grotesken Zügen. Erfahrungen und Beobachtungen der Mitarbeiterin eines großen deutschen Unternehmens, die sich im Land umgesehen hat. Die Namen ihrer Gesprächspartner wurden geändert.

Von Katrin Heinritz 31.03.2006

"alk Beyyik Watan Turkmenbashi“ - mit diesen Worten überlebensgroß an die Wände des Flughafens von Ashgabat geschrieben – begrüßte mich der große Führer, der meine offizielle Einreise nicht genehmigen wollte. Auf dem Weg in die Stadt sah ich kaum ein öffentliches Gebäude, an dem er nicht in voller Schönheit prangte – er schien omnipräsent.

Olga, deren Eltern Ukrainer sind, die aber in Turkmenistan aufgewachsen ist, erzählte mir gleich zu Anfang von einer schier unglaublichen Groteske: Der mittlerweile 65-jährige Präsident ergraute natürlicherweise. Auch auf allen öffentlichen Plakaten und den Geldscheinen wurde er mit grauen Haaren abgebildet – irgendwann ließ er sich die Haare jedoch nachfärben – und in einer Nacht- und Nebel- Aktion wurden alle „ergrauten Plakate“ entfernt, die Geldscheine neu gedruckt und die Bücher, in denen er mit grauen Haaren abgebildet war, entfernt. Grotesk – dachte ich. Aber das war erst der Anfang. - In Turkmenistan muss man lernen, dass nicht alles logisch erklärt werden kann. „L’etat c’est moi“ – das Leben der Menschen, die Stadtkulisse, alles dominiert der Präsident.

Ashgabat macht einen sehr sauberen, ordentlichen Eindruck – überall sieht man säubernde Putzkolonnen – an den Straßenrändern, in allen neu angelegten Parks, die alle dem Präsidenten und seiner Familie huldigen. Nur eigenartig, dass kaum ein Passant die zahlreichen Springbrunnen, die schön angelegten und permanent gereinigten Wege in den Parks nutzt. Seltsam einsam wandelnd falle ich überall auf. „Diese Parkanlagen sind nicht für uns. Sie gehören nicht zu unserer Kultur. Außerdem schätzt es Turkmenbashi nicht, wenn diese monumentalen Bauten als Teil des Alltags empfunden werden. Sie sollen ihm zu Ehren in Hochachtung gehalten werden. Daher gehen wir nur an Feiertagen durch diese Anlagen,“ so erklärte es mir Valerij, mein Fahrer, der mir für die Zeit meines Aufenthaltes zur Verfügung stand.

Ich muß aufpassen, wem ich was erzähle. Offiziell erhalten Politikwissenschaftler keine Einreiseerlaubnis. Auch keine Journalisten oder Korrespondenten. Dem Vertreter des Goethe-Institutes hat man einfach sein Visum nicht verlängert. So macht man es immer, wenn jemand gehen soll, oder gar nicht erst kommen – es gibt einfach kein Visum (mehr). Um so vorsichtiger muss ich sein. Ich gehe offiziell also meiner Arbeit nach und versuche nebenbei, das Land kennenzulernen.

Die vergoldete Statur Turkmenbashis dreht sich mit dem Stand der Sonne. (Bild)
Das Einfahrtstor zur turkmenischen Hauptstadt Ashgabat ist Monumental.  (Bild)
Eines der zahlreichen Monumente für den großen Turkmenbashi (Bild)
Der Regierungs-Prunkpalast von Ashgabat ist pompös. (Bild)
Turkmenbashis Porträt prangt auf (fast) allen öffentlichen Gebäuden, wie auf dem des Fernsehsenders „Altyn Asyr“ (=Goldenes Zeitalter) (Bild)

Das offizielle und das reale Gesicht 

Glaubt man offiziellen Äußerungen, ist Turkmenistan ein Vorzeigeland par excellence. Es gibt keine Arbeitslosen, keine Armut, keine Drogentoten oder HIV. Die Gesundheitsversorgung soll besser sein als in allen anderen zentralasiatischen Ländern, der Bildungsstand natürlich auch. Der Lebensstandard der Bevölkerung ist um ein Wesentliches höher als in allen anderen Ländern der Region. Doch schon nach drei Tagen im Land weiß ich intuitiv, dass ich den offiziellen Statistiken keinen Glauben schenken darf. Armut ist ein sehr dehnbarer Begriff. Wasser, Gas, Strom und Salz stehen jedem Turkmenen zwar kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus ist Wohnraum nicht wirklich teuer. Aber reicht das zum Leben? Seit 2004 ist die Schulzeit auf 8 Jahre begrenzt. Die zweisprachigen Schulen sind bis auf einige wenige geschlossen. 2003 wurde die doppelte Staatsangehörigkeit abgeschafft. Sukzessive wird alles Russischsprachige aus dem Land verwiesen. TV-Sender werden wie auch die russischsprachigen Tageszeitungen geschlossen.

„ Entscheide ich mich, Turkmene zu werden, kann ich das Land kaum noch verlassen, da nur sehr begrenzt Ausreisevisa erstellt werden. Entscheide ich mich, Russe zu werden, muss ich jedes Jahr horrende Summen für ein Visum bezahlen. Will ich das Land verlassen, kann ich meine Wohnung nur für einen Bruchteil des realen Wertes verkaufen. Was für eine Chance habe ich denn noch?“ fragt sich Olga.

„Und was lernen unsere Kinder?“ Turkmenbashi hat seine Bücher und Gedichte zum Lerninhalt in den Schulen und Universitäten gemacht. Sein zentrales Werk ist die „Ruhnama“, in der das turkmenische Volk verherrlicht wird – neben Turkmenbashi und seiner Familie. Darüber hinaus ist es Erziehungslehrbuch, moralischer Kodex und von besonderer religiöser Bedeutung. Dabei schreckt Turkmenbashi nicht vor Verdrehungen der Geschichte zurück. Viele Passagen der Ruhnama sind Fiktion. Dabei gibt es in Turkmenistan kaum anderes in Buchläden zu kaufen als seine Werke. „Wir werden bewusst verdummt. Turkmenbashi braucht keine gelehrten Bürger, sondern ein willenloses, ihm höriges, ihm huldigendes Volk,“ so Valerij, der Biologie und Chemie studiert hat.

Turkmenbashi bestimmt was Recht ist.

Die Universität in Ashgabat zählte noch Ende der 80er Jahre über 20.000 Studenten. Jetzt sind es gerade noch 9.000 – mit stark abnehmender Tendenz. „Gerade wurde die rechtswissenschaftliche Fakultät geschlossen- Warum? Wir haben jetzt ein ‚Gerechtigkeitsministerium‘ – Turkmenbashi bestimmt, was Recht ist,“ so Vasilij, promovierter Jurist. Vasilij war Dozent am juristischen Lehrstuhl, bis dieser 2004 geschlossen wurde. Obwohl seine Familie aus Russland stammt, hat er sich für die turkmenische Staatsangehörigkeit entschieden. „Meine Kinder haben es sonst so schwer in der Schule. Sie bekommen automatisch schlechte Noten, wenn die Eltern sich für die russische Nationalität entschieden haben. Nicht, dass die Noten in der Schule irgend etwas bedeuten würden. Dort wird ohnehin nur getanzt und Ruhnama gelesen – auch in der Universität, in jeder Fakultät wird nur noch Ruhnama erläutert, Turkmenbashis Genialität gelobt. Und zu den wenigen privaten Schulen erhält man nur Zutritt, wenn die Noten sehr gut sind.“ - Turkmenbashi bestimmt, was seine Bürger wissen müssen. So hat er die Lehrpläne überarbeitet. Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden fast vollständig gestrichen. Die nach seinen Vorgaben verformte Geschichte Turkmenistans ist elementarer Bestandteil seines Lehrplanes. „Er lässt sein Volk verdummen. Er lässt keinem die Chance, sich überhaupt noch zu bilden. Die Ausreise für ein Studium ist kaum möglich. Und wenn doch, so wird der im Ausland erworbene Abschluss in Turkmenistan nicht anerkannt. Wozu also der Aufwand?“

Resignation und Perspektivlosigkeit machen sich insbesondere in der jungen Bevölkerung breit. Dabei lässt sich beobachten, dass die Bevölkerung sich nicht fundamentalisieren lässt, sondern in fatalistischem Gleichmut verharrt. Dies gilt primär für die städtische Bevölkerung. Obwohl offiziell bestritten, ist in Turkmenistan mit einer Drogenabhängigkeitsquote von um die 40 Prozent auszugehen. Angesichts der Perspektivlosigkeit fast verständlich, betrachtet man ferner, dass die Hauptabsatzroute für Heroin durch Turkmenistan führt. Drogen sind extrem günstig und fast überall zu haben. Turkmenbashi scheint die Geschäfte zu tolerieren, verdient er doch selber am meisten daran.

Die Politik des Landes folgt den täglichen Launen des Präsidenten 

Im Grunde genommen ist das Leben in Turkmenistan einfach: Man halte sich einfach an Turkmenbashis Vorgaben. Einfach? Wenn da nur nicht die Unberechenbarkeit des Diktators wäre. Minister werden entlassen und eingestellt, Institute geschaffen und geschlossen, gerade nach der täglichen Laune des Präsidenten. Betrachtet man die Veränderungen in den Ministerien der letzten zwei Jahre, so sind nicht weniger als 50 personelle Wechsel zu verzeichnen. Von einer kontinuierlichen Politik kann nicht die Rede sein. „Wir leben in einer unberechenbaren Berechenbarkeit. Turkmenbashis Stimmungsschwankungen sind das eine. Aber die folgen einem gewissen Zyklus. Nach drei-vier Wochen weiß man, dass jemand wieder entlassen werden muss,“ so ein Mitarbeiter eines westlichen Unternehmens.

Bizarr. Das ganze Land erscheint bizarr. Dekadent der Führungsstil des Präsidenten. So ließ sich der Präsident ein hochmodernes Krankenhaus mit den neuesten Einrichtungen bauen – mit separatem Eingang für sich und natürlich zwei nur für ihn reservierte Krankenhaustrakte. Manche westeuropäische Krankenhausleitung würde sich mehr als glücklich schätzen über ein so hochwertig eingerichtetes Krankenhaus. Vorgesehen sind Krankenstationen im ganzen Land, die via Satellitenübertragung in der Hauptstadt medizinisch angeleitet werden könnten. Doch das Spezialistenteam entließ der Präsident – ohne Angabe von Gründen. Das neu eingesetzte Team verfügte nicht über das spezielle Know-how, um das System sinnvoll zu nutzen mit dem Ergebnis, dass sie keinerlei Ergebnisse mehr liefern konnten – weshalb sie ebenfalls entlassen wurden. Den darauffolgenden Teams erging es ebenso und wird es weiterhin so ergehen.

Ärzte trauen sich kaum, Menschen zu behandeln, da es verboten ist, dass ein Patient während einer Behandlung, während einer Operation versterben darf. Kein Wunder, dass es offiziell keine ernsthaften Krankheiten in Turkmenistan gibt. Turkmenbashi selbst lässt sich nur von deutschen Ärzten behandeln.

Diese Fakten lassen es nicht mehr verwunderlich erscheinen, dass auch im Bereich der Zahnmedizin bizarre Verhältnisse herrschen. Bevor ein neuer Behandlungsstuhl für den Präsidenten in Betrieb genommen wird, müssen erst etliche Turkmenen die Funktionen des Stuhls erprobt haben. Dies läuft folgendermaßen ab: Der Präsident benötigt eine neue Zahnprothese – mehrere Turkmenen mit in etwa gleicher Körperstatur wie der Präsident müssen sich ihre Zähne ziehen und sich eine Prothese anfertigen lassen – diese ist jedoch nicht ihrem Mund angepasst, sondern dem des Präsidenten.

Monument zu Ehren des Präsidenten-Vaters (Bild)
Einer der öffentlichen Plätze – wie fast immer: menschenleer (Bild)
Monument „Ruhnama“, das „elementarste Buch für alle Turkmenen“ (Bild)
Städtisches Krankenhaus für die Turkmenen Krankenhaus mit separaten Eingang für den Präsidenten (Bild)

Der Gesundheitspfad – Tausende Betonstufen durch die Berge 

Ein fünfzig Kilometer langer Gesundheitspfad aus Beton Dabei bemüht sich der Präsident um die Gesundheit seiner Bevölkerung. So ließ er mitten in den Bergen einen sogenannten Gesundheitspfad erbauen – ca. 50 Kilometer quer durch die Berge. Der Weg besteht zum großen Teil aus Betontreppen, die unregelmäßig hoch und breit sind und führt durch Regionen, in der bekannterweise Klapperschlangen leben. Jede Schulklasse ist verpflichtet, diesen Weg zu absolvieren. Auch sein Ministerium muss nach seinem Gusto diesen Weg absolvieren. Dem Spektakel wohnt er dann in einer Art Sänfte bei.

Etwas außerhalb der Hauptstadt ließ sich Turkmenbashi von einer französischen Baufirma ein Prunkschloss errichten. Jeden Morgen wird die Zufahrtsstraße zum Präsidentenpalast gesperrt, damit er freie Fahrt hat. Offiziell steht Turkmenistan allen Touristen offen. So lautet die Lesart für die Bevölkerung seines Landes und die wenigen internationalen Organisationen, die sich in gewohnter alljährlicher Regelmäßigkeit über die Nichteinhaltung der Menschenrechte in Turkmenistan informieren. Daher ließ Turkmenbashi auch die Zufahrtsstraße von seinem Wohnsitz zum Präsidentenpalast mit prunkvollen Hotels bestücken. Hier handelt es sich jedoch um Potemkinsche Dörfer. Die Hotels stehen zum größten Teil leer.

Ebenso skurril sind die weißen Hochhäuser der Innenstadt. Turkmenbashi wollte seiner Hauptstadt das Flair einer „echten“ Hauptstadt verpassen und ließ etliche weiße Hochhäuser errichten. Zieht man in Betracht, dass sich Ashgabat in einer erdbebengefährdeten Region befindet, erscheinen diese Hochhäuser nicht nur als wirklichkeitsverleugnend. Angesichts der Tatsache, dass alle Hochhäuser nicht bewohnbar sind, sondern als Attrappen lediglich die Skyline der Stadt verschönern sollen – sie haben weder Wasseranschluss noch Strom -, wird die Verschwendungssucht des Präsidenten um so deutlicher.

Verschwendungssucht nach Art Ludwigs XIV

Der allmächtige Präsident ließ auch mitten in der Wüste eine der größten Moscheen der Region erbauen – mit einer mehrstöckigen Tiefgarage. Keiner weiß wofür – vielleicht für die mit Kamelen anreisenden Pilger?

Turkmenbashi baut ein zentralasiatisches Walt Disney – obwohl er alles Westliche verteufelt. Er lässt inmitten der Wüste eine Eissporthalle errichten, er veranlasst die Bepflanzung der Wüste mit Bäumen, da „die Wüste ergrünen soll“. Seine unzähligen Wasserfontänen und Springbrunnen in der Stadt, seine kilometerlangen - und an Quadratmeterzahl riesigen - Bewässerungsflächen betreibt er ohne Rücksicht auf das in dieser Region so kostbare Gut Wasser. So geschieht es, dass im Sommer etliche Wohnblocks kein Wasser haben, da die Wasserspiele des Präsidenten alles Wasser benötigen.

Finanziert wird dies durch die Einkünfte aus den Erdöl- und Erdgasverkäufen. Turkmenistan steht an dritter Stelle mit seinen Erdgasreserven in der Welt. Fatal nur, dass es einseitig von der Russischen Föderation abhängig ist, da alle Erdgaspipelines durch und über russisches Gebiet laufen. Dies ist der geostrategische Nachteil Turkmenistans. Mit Nachbarn wie dem Iran und Afghanistan, ohne Zugang zu den Weltmeeren, muss es das einseitige Diktat der Russischen Föderation bezüglich der Erdgaspreise akzeptieren. Trotz allem ermöglichen die Staatseinnahmen Turkmenbashi seinen bizarren Führungs- und Lebensstil.

Turkmenistan ist Turkmenbashiland 

Es muss sicherlich nicht erwähnt werden, dass Turkmenbashi auch die Ernteerträge bestimmt – nichts wird dem Zufall oder der Witterung überlassen. Als „Prophet“ wird er seit seiner Ruhnama bezeichnet. Öffentlich wird Turkmenbashi nicht kritisiert, da die Gefahr der sofortigen Inhaftierung mit lebenslangem Arbeitslager sowie vollkommene Enteignung der gesamten Familie drohen. Daher sind nur positive Äußerungen über den Präsidenten vernehmbar. Die Opposition im Ausland wird in Turkmenistan – sofern sie überhaupt wahrgenommen wird – nicht akzeptiert, da diese zum größten Teil aus ehemaligen Nutznießern des Turkmenbashi- Regimes besteht, die Turkmenbashi irgendwann einmal fallen ließ. Eine echte Opposition ist auch nicht im Land zu spüren. Viele betäuben sich durch Drogen. Mittel der Kommunikation fehlen und die allgegenwärtige Verleumdungsgefahr hemmt nahezu jedermann, sich kritisch über das System zu äußern.

Westliche Länder sind kaum an echter Kritik interessiert, da sie abhängig sind von den Gaslieferungen. Trotz seiner Unberechenbarkeit bleibt Turkmenbashi ein gewisser stabiler Garant in dieser krisengeschüttelten Region. Turkmenistan ist abgeschottet vom Rest der Welt, dabei verfügt es über wunderbare historische Schätze – eine Goldkammer für Archäologen. Die traumhafte Berglandschaft ist der Weltöffentlichkeit nicht bekannt.

Dieses Land nimmt zunehmend groteskere Züge an – die Frage steht im Raum, was kommen wird. Ein zweites Afghanistan? Noch stellt der Präsident einen gewissen Stabilitätsfaktor dar. Er ist auf Lebenszeit gewählt. Aufgrund der guten medizinischen Versorgung durch deutsche Spezialisten sollte Turkmenbashi – Jahrgang 1940 – noch etliche Jahre leben. Seine Frau hingegen hat es längst vorgezogen, mit ihrer Tochter nach Moskau überzusiedeln. Der Sohn Turkmenbashis lebt in London. In weiten Teilen Turkmenistans leben Nomaden. Diesem Bevölkerungsteil scheint die Politik ihres Präsidenten zum größten Teil egal zu sein. Mit nomadisierenden Familien im Land Kontakt aufzunehmen, war mir leider nicht möglich. Als Umschlagplatz für die gesammelten Nachrichten kamen die Märkte in Frage. Auf den dort geführten Gesprächen beruhen die zitierten Äußerungen.

* Poesie in Aschkabad *

Der turkmenische Präsident Nijasow ist nicht nur autoritärer politischer Führer seines Landes, sondern seit jüngster Zeit vor allem auch Poet.

Von Nico Lange  · 25.09.2003

Saparmurat Nijasow ist ein Mann der alles hat: einen lebenslangen Sitz im Präsidentenpalast, reiche Gas- und Ölvorkommen, einen Platz im „Partnership for Peace-Programm“ der NATO und, wegen der im Afghanistan-Krieg gewährten Überflugrechte, neuerdings sogar die Freundschaft der USA. Eine Freundschaft, die mit umfangreicher Finanzhilfe verbunden ist. Doch für Nijasow ist das alles nicht genug. Seit einiger Zeit sieht er sich selbst vor allem in der Rolle des Poeten und die turkmenische Nation als sein dankbares Publikum.

Die Einstellungspraxis in den öffentlichen Dienst Turkmenistans erinnert aktuell auf fatale Weise an die Vogonen aus Douglas Adams' utopischer Satire „Per Anhalter durch die Galaxis“. Der Kommandant des vogonischen Raumschiffes trägt in diesem Roman wiederholt sehr schlechte Gedichte vor, die von Untergebenen und Gästen ausschweifend gelobt werden müssen. Sonst droht ihnen die Todesstrafe. Ähnlich verquere Zustände herrschen in Turkmenistan. Beim Bewerbungsgespräch muss jeder Aspirant auf einen Posten im Staatsdienst die vom Präsidenten in lyrischer Form verfassten moralischen Grundsätze (die  Ruhnama) auswendig können.

„Wenn ein Schwein die Leiter hinaufklettert…“ 

Die kreative Energie des Präsidenten ist in Turkmenistan derzeit omnipräsent. In dem Frauenmagazin Gurbansoltan Eje - das übrigens nach der Schwiegermutter Nijasows benannt ist - warnte der Lyriker kürzlich vor drei Gefahren, denen die Turkmenen zukünftig immer wieder gegenüberstünden: Egoismus, Ungerechtigkeit und interne Streitigkeiten. Wenn diese Gefahren nicht bekämpft würden, stünde die Zukunft des Landes auf dem Spiel. Oder, wie Nijasow es ausdrückt: „… der Feind hat viele Mittel, der Feind hat viele Wege … überall ist Gefahr.“

Mit eigentümlicher Lyrik warnt der Präsident vor der Gefahr unloyaler Minister und Gouverneure: „Wenn ein Schwein die Leiter hinaufklettert, wird die Einheit der Nation verloren sein.“ In weiser Voraussicht kündigt er an, „wenn schlechte Dinge kommen, wird das Böse die Welt beherrschen.“ Nijasow rezitierte seine epischen Verse in einer Kabinettssitzung, nachdem er einen ranghohen General wegen angeblicher Vorbereitungen zum Umsturz gefeuert hatte.

Der turkmenische Journalist Naz Nazar (Radio Free Europe) interpretiert die präsidiale Dichtkunst vor allem als Ausdruck der Angst vor einem coup d'etat oder oppositionellen Bewegungen im Volk. Und auch von Außen wird möglicherweise bald Druck auf den turkmenischen Poeten ausgeübt werden. Der republikanische US-Senator Chris Smith hat den turkmenischen Präsidenten und die Unterstützung der Vereinigten Staaten als öffentlichkeitswirksames Thema für sich entdeckt und gefordert, die Finanzhilfe für das Regime in Aschgabad zu überdenken. Aber auch für dieses Ungemach hat der Barde Nijasow das passende Sprüchlein parat: „Es ist eine unvorhersehbare Welt, wie ein Rad sich immerfort drehend.“

(Info: Katrin Heinritz, Jahrgang 1974, studierte in Tübingen und Moskau Politikwissenschaft und Geschichte. Zur Zeit schreibt sie ihre Doktorarbeit mit dem Titel: „Regionale Politik und Herrschaftsformwandel im postsowjetischen Raum nach dem Ende der Sowjetunion bis heute. Am Beispiel der Republiken Sacha (Jakutien) in der RF und der Republik Turkmenistan.“ Katrin Heinritz lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von Mönchengladbach.

Weitere Interessante Webseite: Reisebicht aus 2005

Mittwoch, 2. April 2008

Nach 3,5 Stunden weckt mich um 2 Uhr heftiger Prassel, den ich erstmal erleben muß, vor 3 weiteren Schlafstunden. 6 Uhr Brief an meine Eltern, der in einem weiteren Posting unter dem Label Briefe dokumentiert ist. 7 Uhr 15 Packen und Frühstück. Ich schreibe Tagebuch und sehe frischen Schnee in den Bergen.

Neben einer neulich Abends noch gewechselten Speiche kann ich nun den 1. georgischen Superplatt verzeichnen. Vermutlich bin ich über eine Dorne vorne gefahren. Bei beiden Tanken gibt es keine Kompressorluft. So ist das meistens in Georgien. Aber eine Fußpumpe taucht auf, als ich schon verärgert das Vorderrad ausgebaut Richtung GORI unterwegs bin. Fahren geht nun schon wieder und die nächste Tanke auf der linken Seite hat dann einen Kompressor. Bei einer weiteren Tanke mach ich Mittag nach 11,64 km und 100 Höhenmeter. 4 Äpfel krieg ich noch geschenkt.

Das NO NAME Gaffertape erweist sich als unbeständig sowohl im Wasser als auch was seine silbrige Beschichtung betrifft. Oulität ist hier zu empfehlen und nur wenig teurer!

2. Mittagessen in einem anderen Restaurant: Ich frage nach dem Preis - Mensch will kein Geld. Später: 3 Lari. Speisekarte: Fehlanzeige. Doch ich darf in die Küche. Von 2 Fleischsuppen darf ich je eine Kelle ohne Einlagen abschöpfen und nun reichen auch 2 Lari für meine Proben.

Abendessen 10 km vor Tiflis: Ein Junge der in Deutschland aufwuchs sagt den Preis: 1+1 Lari. Also 2 Lari. Aus Erfahrung will ich zahlen BEVOR ich das Essen berühre. Gut so, denn nun sollen es 4,5 Lari sein... Doch ich darf eine Dampfnudel von meinem Übersetzer essen und komme mit 1 Lari davon...
Tiflis ist eine riesige, in einem lang gezogenen Tal liegende 1,1 Millionen Einwohner zählende Stadt. Tiflis ist seit etwa 1500 Jahren die Hauptstadt Georgiens, Davor war es Mtskhete, eine 24 km vor Tiflis liegende Kleinstadt.. Sigitas wollte der Gruppe die ehemalige Hauptstadt zeigen. So schlief diese 1 Nacht in einer Herberge in Mtskhete. Dadurch kommen wir also nun doch am selben Tag in Tiflis an! Sehr schön!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich zur Linken an Vororten vorbei fahre oder ob sich im Häuesermeer evt irgendwo das Zentum verbirgt…

Als ich rechts ein Hotel erblicke stoppe ich. Ich versuche meine Situation zu erklären, das die Gruppe, die ich natürlich zum Rasttag gerne Treffen würde, in irgend einem Hotel unter gekommen ist –wie ich vermute-, ich aber nicht weis in welchem..

Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten das raus zu kriegen:

A) Ein Hotelbesitzer kennt die anderen und telefoniert rum (Local Call also preiswert)
B) Ein TN wird angerufen (ausl. Mobiltelefon also teuer)
C) Main PTT, Main Police oder Main Railway Station (Nachricht hinterlassen?)

Da A) nicht funktioniert (verstanden wird) frage ich nach der Polizei.

Praktischerweise ist eines der 4 Hauptreviere gleich nebenan! Nur wenige Meter weiter gefahren, hätte ich es gesehen – ich hab also genau an der richtigen Stelle gefragt im Prinzip…

Später erfahre ich, das ich ca 7 km vor dem Zentrum bin.

Die Polizei weis aber nix! So versuchen wir neben Marcel alle Deutsch oder English sprechenden TN anzurufen. Das gelingt aber wegen mangender Roaming Abkommen nicht.

Ich muss mal dringend aufs Klo. Ich sehe es vor mir. Darf aber nicht hin. Ein Drehkreuz trennt mich vor der Erlösung… Ich frage noch mal! Es sei schon alles geschlossen. KEIN KLO! Ich frage ob ich draussen pissen darf. Das ginge. Aber keine ruhige Ecke unmittelbar bei der Polizei.. Direkt vor dem Haupteingang der Polizei auf den offenen Rasen Pinkeln? Ich trau mich nicht so richtig. Doch links um die Ecke eine Wache. Aber die scheint mein Bedürfniss zu verstehen und stimmt, sich abwendend, zu…

Doch als ich meinen Schwanz dann endlich vom umgebenden Stoff lösen will ändert sich irgendwie mein Status bei der Polizei hier, denn ich werde nun IN die Wache gebeten. Also dahin wo sonst kein Publikum darf.

Es gibt einen Internetanschluss (über Modem…) und… EIN KLO!!!

Etwa gleichzeitig mit dem Ausruf des Stellenleiters, das er in einem anderen Revier jemanden gefunden hat, der weis wo wir schlafen und der nun auf dem Weg hier her sei, krieg ich eine Mail von Sigitas auf den Bildschirm, das wir in der polnischen Schule recht Zentrumsnah untergebracht sind.

Mittlerweile ist ein Kamerateam des Polizeieigenen Lokalfernsehen aufgetaucht und macht ein Interview. Ich werde gefragt ob ich Hunger hätte, was ich ehrlicherweise mit kaum beantworte. Ich krieg aber einen Tee! Interessehalber frag ich aber mal nach, was es denn zu Essen gegeben hätte, wenn ich anders geantwortet hätte.. Ich bekomme die Antwort ,die ich eigentlich erwartet habe, (weswegen mich die Frage wunderte…) das es bei der Polizei kein Essen gibt…

Wäre auch nicht notwendig gewesen, denn ich werde, von einem Privatfahrzeug begleitet, zum Schlafplatz der Gruppe in der Schule gebracht. Diese ist in der nähe des Freiheitsplatzes / Square of Independence (Tavis Suplebis) in der Kikodze 8 (Zentrumsnah).

Dieser Kontakt kam dadurch zustande, das die Mehrheit der TN ja aus Polen kommt.

Die polnische Gemeinde hat uns zum Essen eingeladen und just während dessen stosse ich unter grossem Hallo ob des Verloren gegangenen, zur Gruppe.

Die weiblichen Tourteilnehmer haben mit Liebe, zusammen mit den Gastgebern, viele Tapas zubereitet! DA krieg ich wieder Hunger…

Die Gruppe hatte in den letzten 3 Tagen auch die Gastfreundschaft genossen aber doch irgendwie weniger wie ich als Einzelreisender, wie ein Kassensturz von mir und Carlotta zeigt: Beide hatten wir am gleichen Ort 40 Euro gewechselt, doch während ich von den 92,5 Lari noch 61 über habe hat Carlotta schon 2,5 Lari Miese…

Viele sprechen noch einen Trinkspruch.

Offenbar bin ich aber der einzige der so richtig nach einer Übersetzung fragt. Tischsprache ist nämlich POLNISCH! Da kapier ich 99,9% nichts!

Mark sagt endlich mal etwas in seinem Trinkspruch, wie ich die Gruppe gerne sehen würde um mich wohl zu fühlen: WE ARE ONE FAMILY! Wir sind eine Familie!
In eines solchen Familie können sich nämlich auch Menschen wohl fühlen die nur am Wochenende (=Rasttag) da sind … Und eine solche Familie ist eben etwas mehr, wie nur Menschen die aus Zufall zusammen gekommen sind! (…)

Mir fällt dann auch eine Anekdote als Trinkspruch ein: Auf der Polizeistation erwähnte einer der beiden diensthabenden Kommisare Jumber Lezhava. Er ist ein Stadtbekannter Radler, der bereits bis 2004 stolze 264,000 km per Rad um die Welt pedalte. Interessanterweise ist er auch vor ein paar Tagen nach China gestartet… Sigitas kennt ihn sogar!

Auch bei uns ist der Vorsitzende der Rennsportgruppe die mich bei meinem Essensstop überholte:

Am lustigsten ist dann die Situation in der ich wiedermal versuche herauszubekommen wo das Klo ist: Ich versuche es von dem polnisch sprechenden Andrzej und von Niole (Litauen) herauszubekommen. Niole zeichne ich dann ein pinkelndes Strichmännchen, das Carlotta dann endlich richtig deuten kann, während Mark an etwas ganz anderes denkt…

Dieses ganz andere hätte ich gerne mit einer Frau bei der Polizei gemacht. Ich konnte Ihr so verführerisch in den Ausschnitt blicken… Aber wie immer habe ich Angst den ersten Schritt zu gehen, weswegen sich sexuelle Erfahrungen in meinem Leben an einer Hand abzählen lassen. Selbige haben auch noch mit keinem Menschen zum GV geführt (an dem ich beteiligt war .-), denn ich mag Menschen nur zärtlich berühren und auch selber nur zärtlich berührt werden…

Die Räder stehen dummerweise in einem Innenhof und auch wir sind eingeschlossen. Das mag ich gar nicht! Ich bin so müde das ich nicht mal auf die Uhr schauen kann, denn dazu hätte ich meinen Ipod auspacken müssen… Da das Tagebuch noch ungeschrieben durch meine Gedanken schwirrt stehe ich ca 4 Uhr auch wieder auf.

Erst mal. Es gibt nur einen Rechner mit Internet. Also nur eine Stunde Onlinezeit, denn 2 der Polen haben die gleiche Idee wie ich, das Internet eher Nachts zu nutzen um weniger Zeitdruck zu haben.

Zum Tagesabschluss noch eine abschließende Frage zur Polizei in Georgien und in der Türkei: Würde das alles was ich hier mit der Polizei erlebe einem Georger oder Türken in gleicher Situation in Deutschland genauso ergehen???

6 Uhr 18 geh ich dann in meine 2. Schlafphase…

Sonntag, 30. März 2008

Was kostet ein Omlett?

Sonntag 30.03.2008 40 Tag der Tour - 3. Tag in Georgien

9 Uhr 23 los gekommen. Es geht runter durch ein schönes Bachtal. Nochmal 100 m rauf und runter bis nach 18,5 km der RIONE (Fluß) überschritten wird. Die Eisenbahn begleitet nun die Straße durch langweiligere Landschaft.

Nach 20,27 km 2. Frühstück + Aku laden in einem Restaurant. Ich bestell 3 Eier - das heist genauer - ich frage nach dem Preis. 3 Lari (2,76 DM) also im Vergleich mit Halwa (Grundnahrungsmittel) eher ein Luxusartikel. Gemacht werden Sie trotzdem. Mitlerweile mit IZMET (= "ganz nett") angefreundet gehen auch 2 Lari! (1,78 DM). Dafür nehm ich das Omelett! IZMET entpuppt sich als der Besitzer... Ich fragte auch interessejalber, was eine Nacht in seinem Hotel kostet. Erst hies es es sei ausgebucht. Ich frage nach 2010. Auch ausgebucht! Aha - also geschlossen. IZMET stellt auf Nachfrage (nach 2 gr. Tee, die er spendierte) klar, das es 15 USD oder 20 Lari (17,80 DM) kostet, also 20 % mehr als in der Türkei. Das ist allerdings immer noch 49% preiswerter wie im Westen, wo Traumpreise erzielt werden für alltägliches...! (20 Lari ohne Dusche - mit + 5 USD!)

Ein LKW Fahrer, der uns an der Grenze sah, ist auf dem Rückweg in die Türkei. Er brachte Baustoffe nach Tiflis und spendiert noch einen kleinen Tee. Im Fernsehen läuft immer wieder Werbung für den neusten (klasse) Technohit "GAZUM".

178 Höhenmeter mit 3 % Durschschnittlicher Steigung und 9 % Spitzensteigung bislang. 1 Stunde 13´45 unterwegs gewesen also erstaunlicherweise 2 Stunden 40 Minuten mit Reden, Essen und Fotografieren verbracht. Nun spinnt der MC1.0 wieder doch ich kann ihm noch den Durchschnitt von 16,4 und die Maximalgeschwindigkeit von 48 km/h entlocken.

Meine Marmelade ist weg. Der Hund hat das geschlossene in einer Tüte befindliche Glas verschleppt. Obwohl das jemand gesehen hat, sagt er davon erst etwas, nach meiner "verzweifelten Suche". Das kapier ich nie wie Gleichgültig die meisten Menschen doch sind. Würde ich so etwas sehen, würde ich sofort etwas sagen oder es verhindern.

Der aufgekommene Sturm wird sicher spätestens morgen Regengüsse bringen.

Nach 31,4 km überqueren wir den riv GUBISTSKALI und 5 km weiter (36,4 Tages-km) die Eisenbahnlinie. 122 m über Meeresspiegel. Bei km 38,89 eine Tankstelle. Dort drehte ich den Spieß mal um und lud einen Einheimichen zum Essen ein. 128 m über Meeresspiegel. Ca bei Tageskm 46,5 kündigen Fahnen ein weiteres Restaurant an, wo das Essen tatsächlich 4 USD oder 5 Lari kostet! Etwas ungewohnt nach den sonst so günstigen Preisen! Ich hab nicht damit gerechnet, das ein Tellerchen Reis so teuer ist! Ich biete 1,36 Lari an und erhalte sie zurück. Ich will schon gehen - doch ich werde von einem türkichen Gast eingeladen.

Als ich ein Tor fotografieren will wird darauf bestanden, das ich auch den Besitzer fotografiere. nun soll es noch einen Wein (erst süß dann sauer) geben. Der Gastgeber trinkt das erste Glas selber. Dann schenkt er wieder ein und ein andere kommt mit einem Snack. Auch die Frau des Gastgebers kommt noch. Werden 2 fotografiert ist bald die ganze Nachbarschaft da!

In KUTAISI weiß nicht mal ein Taxifahrer wo die Polizei ist. (dort Nachricht wegen Schlafplatz) So frage ich in einem riesigen Supermarkt. Die Polizei wird gerufen und ich werde zum Gruppenschlafplatz am Stadtrand gebracht (mit rot-Blau-Licht wie gewohnt). Ich darf bei der Fußballnationalmannschaft, die sich fast neben dem SOS-Kinderdorf befindet schlafen. Der Supermarkt stiftete noch einen Joghurt und die Gruppe entschied sich schon am Mittag los zu fahren. Egal, denn in 3 Tagen sind schon wieder 2 Rasttage an denen ich entspannt aufholen kann...

63,83 km in 4´09´03, 15,3 Durchschnitt, 48 Max, 400 Höhenmeter, 2 % Durchschnittssteigung, 9 % max. Steigung

Zusammen nun ca 22.653 Höhenmeter auf 2.505,07 km

Ich gebe eine Runde Raki (der mir selber bei einem Fotostop gespendet wurde..) aus und die Fußballer zeigen ihre Beinbehaarung. Vom rasierten 5 Tage-Bein (="Mädchen") bis "Mann" ist alles dabei. Fast - denn der Security mann toppt mit "Affe".. Dabei sitzt er allerdings gefährlich nahe am Ofen und riskiert zum "Mann" zu dekradieren. GENADI besteht darauf, das ich seinen Namen notiere. Doch mir und googel sagt der Name nichts.. Vieleicht kann mich jemand aufklären (hamburgerinformationsradio@googlemail.com)

Samstag, 29. März 2008

29.03.2008 39. Tag der Reise Samstag 2. Tag in Georgien

Opfer meiner eigenen Ungeschicklichkeit: Erst kipp ich mir beim Versuch das Wasser meiner Radflasche mit Magnesium zu versetzen, das Wasser über (eingepackten) Paß ect. Dann tret ich beim Versuch einen krummen Fisch (Hering) gerade zu biegen in meine eigene Scheiße und verteil es auch noch schön...

10 Uhr 18 Ich starte das einpacken... 12.00 HURRA - ich komm los!

Nach wenigen km ein vom 1.6.-1.10 geöffneter Vergnügungspark mit kleiner Achterbahn. Keine Fotoerlaubnis. Nur Security ist für mich erreichbar. Das Büro sei in Tiflis. Adresse? Nicht rauskriegbar!

Preise in kleinem Laden: 25 g gefüllte Schokolade = 28 Pfennig - 100g Luftschokolade 1,44 DM

An einem unscheinbaren kleinen Fenster frage ich, was das dort neben Bier (schön süffig, wenn auch bitter hinterher) erhältliche Fettgebäck kostet. 4 wird gezeigt - also 3,56 DM. Das ist mir zu viel. Zu Recht, denn gemeint sind 40 cent! Das ganze wird mit bereitstehendem Salz selber bestreut und drinnen findet Mensch würzigen Knoblauch! Gut das ich nicht Butter und Schokocreme ausgepackt habe...

Viele Karren hupen nicht nur, sondern dazu wird aus dem Fenster gewunken. Viele wollen fotografiert werden. Posen extra...

In OZURGETI ist nicht klar, wo es nach CAHATAURI weiter geht. Doch ne Karre fährt kreuz und quer voraus bis zur Ausfallstr! Am Abend erstehe ich noch 2 Eis für umgerechnet zusammen 1,50 DM. Knoblauch gibt es auch hier nicht im Laden - aber die Nachbarin bringt ne Knolle! 3 Lari soll die kosten. Sehr teuer! (oder waren wieder 30 cent gemeint?) Ich zähle also die Zehen und will nur einige für weniger - da krieg ich die ganze Knolle geschenkt!

Halva für 45 Pfennig - viel billiger wie in der Türkei. Kleine salzige Fische (wie Sardellen) kosten 1 Lari a 100 g. Ich will nur ein paar für 20 cent. Die zahle ich auch, krieg aber trotzdem die ganzen 45 g, die schon in der Tüte sind.

Als mich später jemand auf der Straße versucht festzuhalten, suche ich denn doch lieber das Weite ohne seine Worte zu verstehen...

Um einen vollen Rasttag in KUTAISI zu erhalten und dazu einen Tag voraus, macht die Gruppe eine Raserei von 120 - 130 km in kurzer Zeit. Das teile ich lieber in 2 Tagesetappen auf unter Verzicht auf den Rasttag! Ich bin am Abend kurz davor in mein Tagebuch zu notieren "Nachdem der abendliche Vogelgesang verstummt ist kläfft es los. Georgien ist ein verzäuntes und verkläfftes Land" Sobald ich den Boden ebne für mein Zelt kläffen die Kläffer los! Also weiter! Als die Zäune an der Passhöhe (312 m ca) nach CAHATAURI aufhören, finde ich zwar neben der Straße einen Platz für mein Zelt, aber in der Umgebung schallen 15 Hunde - davon einige im Wildrudel! Doch es kläfft dann doch nicht die ganze Nacht wie vermutet... Es wird halt auch hier nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird...

69, 9 km (incl 16 km Umweg) waren es heute in 4 Stunden 17´28 (Durchschnitt 16,2, Max 48, 546 Höhenmeter, 2 % Durchschnittssteigung, 7 % maximal

Zusammen nun ca 22.253 Höhenmeter auf 2.441,24 km

Nachdem ich am MC1.0 gestern mal rechts die beiden kleinen Schräubchen gelöst habe und das Metallplättchen etwas nach unten verschoben habe, clickt die Taste wieder und möglicherweise ist das Problem des MC1.0 damit behoben. Als ich die Tasten aber ausgiebig durchprobiere ist der Fehler wieder da wie zuvor. Aber auch das deutliche Clicken ist wieder weg. Fehlerursache ist also tatsächlich dieses Metallplätchen! Frage an die Techniker: Hatten Sie mit diesen Metallplättchen schon mal Probleme oder wenn nicht: Haben Sie dies als mögliche Fehlerursache schon mal bedacht?

Aktuelle Anmerkung beim abtippen: 70 Minuten habe ich dafür gebraucht -

Nach meiner Rückkehr aus China habe ich diesen Reisebericht 126 mal auf Ebay eingestellt und davon 13 mal verkauft. Das ergibt einen Gewinn von 11,98 € für den (abgesehen von der Arbeit für die Auktionen) mindestens 54 Stunden gearbeitet wurde. Unter dem Strich also ein Stundenlohn von höchstens 22 cent! Zukünftig wird sich das noch nach unten verändern, denn Ebay erwartet, dass diese Reiseberichtsangebote zukünftig GEWERBLICH eingestellt werden sollen. Hätte ich diese 126 Auktionen gewerblich eingestellt hätte dies (für einen Umsatz von 13 €!) 126 € Einstellgebühren gekostet! Zukünftig kann ich also nur noch ganz wenige Auktionen laufen lassen. Daher würde es mich freuen wenn der ein oder andere für meine Arbeit etwas spenden könnte. Kontakt per Mail bitte! DANKE!

Freitag, 7. März 2008

Tagebuch, Packen und Wachen nach 3 Stunden Schlaf. Auch ein Loenly Planet Türkei liegt rum. Mit etwas mehr Miteinander/Organisation wäre der gestrige Tag schon komplett online. Während die 3 anderen Laptopnutzer schlafen hätte ich hier wunderbar einen davon per existierendem WLAN nutzen können… Schade!

(gibt´s ne Firma die einen Laptop sponsern will? – Bitte Mail an hamburgerinformationsradio@googlemail.com)

Bremse hinten justieren + 1 Bremsgummi austauchen. Als ich mit dem Rad aufladen PÜNKTLICH fertig bin fehlt meine metallische Radflasche. Sie taucht auch nie mehr auf..

Statt Gruppenfoto bei der blauen Moschee fahre ich auf kürzerem Weg zur Fähre voraus um zu versuchen für die Gruppe ein Sponsoring oder wenigstens einen Discount für die Überfahrt nach Asien zu organisieren. Dies ist nötig, da die lokalen Politiker leider keine der beiden Bosporus Brücken für uns freigegeben haben. Leider gelingt mir dies bei der staatlichen Gesellschaft nicht, obwohl wir nur EINEN Weg der Bosporus RUNDFAHRT wahrnehmen. Ein Manager bemüht sich zwar redlich, beißt bei der Zentrale aber auf Granit. Tage vorher musss so was – wie so oft- arrangiert werden. Aber da wussten wir noch nicht von der Unmöglichkeit, tatsächlich GANZ per Rad durch Istanbul zu fahren. Unpraktisch ist auch immer, wenn nicht direkt mit dem ENTSCHEIDUNGSTRÄGER verhandelt werden kann.








Auf dem Boot kann Tee zu 50 cent (= 60 € cent) und Kaffee mit Milchpulver zu 1 Lira (=1,15 €) gekauft werden von einem herumgehenden Pagen. SEHR viele deutsche Touristen.




















Radläden gibt es kaum. Einen modernen wie bei uns habe ich bisher noch GAR KEINEN gesehen!

Wir fahren zusammen los, verlieren aber unterwegs eine Teilgruppe, so das 2 Gruppen verschiedene Routen fahren. Es gibt halt keine Regel, das Mensch sich ab und an umsieht und wartet falls der Hintermann nicht mehr zu sehen ist..

Nach der Mittagspause nach vermeintlich halber Strecke (es werden am Abend 16 km mehr sein..) fahre ich zwischen beiden Gruppen, so das diese Videos und Bilder entstehen können:






Auf den letzten km passieren dann 2 Unfälle: Carlotta kommt durch eine Längsrille zu Fall. Wäre ein überholender LKW langsamer gewesen, wäre Sie möglicherweise nicht mehr am Leben. Da sie aber auch ein magisches Auge hatte kommt sie ohne Verletzungen davon. Nur ein Loch in der Hose- Niole aber zog sich einen Fingerbruch zu, bei einem Sturz, da sie das fahren ohne Gepäck vorne nicht mehr gewohnt war. 2 weitere Teilnehmer sind angeschlagen (Fuß/Magen).

Wegen dem ersten Unfall fahre ich zurück. Auf dem Rückweg davon bricht meine 4. Speiche auf der Tour. Zum Glück an der Nabe, so das ich die sicherheitshalber von Peter ausgeliehene Pumpe nicht brauche. Wir schlafen im Stadtpark am oberen Rand der Stadt. In der Nähe des Hospitals. Viele unnötige Markierungen diesmal – aber die nötige zum ABBIEGEN übersah ich..







87,21 km in 6 Stunden 02´03

Leider muss ich auf die Daten eines Konkurenzprodukts meines Sponsors VDO zurückgreifen, da mein MC 1.0 sich von aleine auf Meilen umgestellt hat und immer weniger auf Tastendruck reagiert. Dabei ist die Anzeige klar und deutlich zu erkennen – also kein Batterieproblem. Trotzdem habe ich es mal ohne positives Ergebnis mit einer neuen Batterie probiert.

Insgesamt müssten es nun 1113 km und 9700 Höhenmeter sein.

Samstag, 1. März 2008

Eier braten im Restaurant durch den Gast...


















01.03.2008 11. Tag / 5. Tag in Türkei

6 Uhr 35

Nach nicht mal 5 Stunden ist´s wieder vorbei mit Schlaf... Anscheinend aber muss ich meinen Schlafbedarf auch auf 5-12 Stunden korrigieren. Denn nach dem letzten mal mit 5 Stunden sehnte ich mich nicht mal nach einem Mittagsschlaf... Also probiere ich es einfach mal aus ohne abzuspritzen (dann kann man wieder gut schlafen in der Rege..) aufzustehen...

Meine sexuellen Phantasien aber beschäftıgen mich öfters: Ich träume von einer freien Liebe Welt: Damit meine ich nun nicht wie es sich nun sicher viele sofort in den falschen Hals vorstellend denken, das jeder jeden oder jede ungefragt ficken darf, sondern nur einfach zärtlich anfassen darf. Ich würde dies sicher von 80 Prozent der Menschen akzeptieren, wenn dies einfach passiert - ob mit oder ohne Worte. Völlig spontan aus jeder Situation heraus. Umgekehrt verspüre ich dieses Bedürfnis nur bei 10 - 20 Prozent der Menschen.

Wobei dies auch altersabhängig ist: Menschen unter 30 machen mich tendenziell eher zu 30 Prozent an, während Ältere mich mit zunehmendem Alter immer weniger interessieren.

Ob diese Phantasien andere mit mir teilen und wie diese mit Ihren Phantasien umgehen, würde mich brennend interessieren. Ich selber berühre andere aus Angst vor einer auch weiterreichenden Abfuhr nur sehr selten. Dann mit vorgeschobenem Grund zum Beispiel aus Zufall beim Tanzen am Oberarm oder etwa um das Wort Zärtlichkeit zu erklären, wenn es sich im Gespräch ergibt. Gerade bei Frauen bin ich vorsichtig, da ich mir denke, das diese besonders reserviert reagieren, völlig eingeschnappt wären. Es wäre in der Praxis durchaus denkbar, das so was mit Ausschlus aus einer Gruppe mit dem wollen wir nichts zu tun haben oder sogar einer Vergewaltigungsanzeige oder Vorwurf enden würde.
Auch wenn ich jede Abfuhr natürlich mit sofortigem Unterlassen beantworten würde, kann ich mir vorstellen das 50 Prozent der Angefassten, es mir fortlaufend übel nehmen würden. Viele würden mir dann generell ablehnend gegenübertreten. Für ımmer vieleicht da mit einigen kein Gespräch mehr möglich wäre. Ihr glaubt gar nicht wie empfindlich manche Menschen sind..

Es wäre so einfach in meiner Phantasie: Alle Menschen hätten eine imaginäre Fahne, die - ähnlich des Schwarzwälder Dollenhuts oder Gay Armbändern / Schleifen - ihre Bereitschaft unaufgefordert Zärtlichkeit zu empfangen anzeigen würde. Eine Zusatzfahne würde dann anzeigen ob Sie auch aktiv bereit sind Zärtlichkeit spontan zu geben...

Genauso interessant fände ich es, wenn eine andere Fahne zeigt, wieviel Geld und Sachvermögen jede/r hat. Einfach aus Neugier, denn solche Anzeigen liesen einen jeden selber einschätzen, wie erfolgreich er selber sein bisheriges Leben gemanagt hat.

Einen Sicherheitsaspekt gäbe es in meiner Traumwelt nicht, denn Diebstahl, Habgier und Neid hätten in meiner Traumwelt keinen Platz!

Aber egal, wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich (was dann in Istanbul passierte..) mit jemandem über meine Phantasien sprechen. Würde ich schon deswegen ausgeschlossen oder schief angesehen, wäre es ohnehin nicht meine Gruppe.

Abgesehen von der Wüstendurchquerung, derer ich mir alleine nicht sicher bin, wenn es tatsächlich auf über 100 km kein Wasser gibt, werde ich es auch alleine schaffen.

An der Fähre gestern Abend hätte ich auch wieder einen Hinweis der Tour erwartet. Doch nichts gesehen. Es wäre so einfach gewesen dem Sicherheitspersonal oder dem Ticketcounter eine Nachricht zu hinterlassen. Wie immer hab ich umsonst gefragt. Niemensch kommt auf diese doch so nahe liegende Idee...

Es passiert so viel (Musik: BAP Vill passiert..) das ich einiges vergesse, wenn ich nur am Schlafplatz Tagebuch schreibe:

1. Wohl einige Bilder verloren, da ich alle Seitenverkehrten im Internetcafe in ASSOS vom Betreiber bearbeiten lies und dieser selbige wohl nicht auf die Kamera gespeichert hat. Die des Tages sind wenigstens Online, aber bei den von anderen Tagen ist auf meiner Kamera nun einfach das vorrausgegangene oder folgende Bild mehrfach da... (statt dem gedrehten Bild..)

2. Gestern 2 Lira gespart: Einmal bekam ich einen gespendet von einem Autofahrer, den ich nach dem Weg fragte. Auch hier waren meine Buttons wieder Mittel zum Zweck, da ich diese anbot, aber ohne einen zu verkaufen die Spende bekam. Noch besser! Auf der Fähre dann wurde ich nicht nach Ticket oder Geld gefragt...

Etwa 1 Stunde nun am morgen Tagebuch geschrieben (genausolange dauert das abtippen nochmal immer, weswegen mich eben auch Spenden freuen würden für meine Arbeit statt Sie nur asozial einzusaugen.. - Kontakt dafür hamburgerinformationsradio@googlemail.com...)

Etwa 10 Uhr komm ich so heute erst los. nachdem ich 2 Gruppenteilnehmer getroffen habe. Der Deutsch Finne war gestern Abend auch nicht mit der Situation zu frieden, das es keinerlei Nachricht gab an keiner Seite der Fähre. Und das obwohl die Gruppe nicht nur mich, sondern auch ihn hätte vermissen müssen. Mindestens! Wer sonst noch evt auch fehlte weiß ich ja nicht..

Heute scheint die Route nur unter 70 km zu sein und die Gruppe will einen Kriegsschauplatz aus dem ersten Weltkrieg besichtigen (was mir weniger in den Kopf will und MICH nicht die Bohne interessiert..) Nun kommt das Militär -neben dem ich bestens beschützt (?) kampierte- auch noch auf mich zu, um mich freundlich aber bestimmt zum Gehen aufzufordern. Nicht nötig, da ich ja ohnehin fast fertig bin. Eine Art General bemühte sich zu mir begleitet von einem Wehrdienstleistenden für die Übersetzung. Ich erkläre, das ich Militär ablehne. Trotzdem geb ich meine Hand, da ich jeden natürlich als MENSCH akzeptiere.

Mit Hinweis auf den Ranghohen hinter ihm verweigert mir der Wehrdienstleistende leider die Auskunft auf meine Frage nach der Situation der Totalverweigerer in der Türkei.

Auf dem halben Weg nach GELIHOLU findet sich ein Restaurant auf der rechten Seite in dem auch mit Euro bezahlt werden kann (habe halt durch Spenden noch ein paar Münzen über, die in offiziellen Wechselstuben nicht angenommen werden.). Statt 2 Lira zahle ich 1 Euro und spare so auch noch. Der Brasilianische Besitzer hat auch nach Deutschland Kontakte. Meine 3 Eier kann ich sogar -wie im IRAN- selber braten wie ich es mag (leicht gerührt und dabei gesalzen und gepfeffert wie es niemals im Restaurant gemacht wird, denn da gibt es sonst nur Spiegel ODER ganz verrührte Eier, die dann nur auf der Oberfläche gewürzt werden können auf dem Teller, was ein Unterschied ist)

Als ich fertig bin kommt ein Teil der Gruppe mit Sigitas an. Wir unterhalten uns über seine und meine vorausgegangenen Raderfahrungen. So kam Sigitas erst durch den GMPR zum Langstreckenradeln - damals meine 5. längere Tour.

Die anderen bestellen Essen / Bier für fast 7 Euro (Fleisch kostet halt..) während ich vom Nachbartisch inspieriert meine 2. Eiportion diesmal mit Schafskäse gemacht vom Chef des Hauses + 1 statt 4 Köfte bestelle - So komme ich incl. Cranberryschorle mit umgerechnet 6 Euro die aus einem Mix von Euro und Lira bestanden, von dem ich mein Euro Kleingeld wieder kriege, davon.. (Dieses kann ich vor Istanbul dann noch in was süsses umwandeln..)

In GELIHOLU organisiere ich mir wieder Internet umsonst und lade meine Akus weiter. Dann stürzt der PC ab -alles getippte weg- und der Chef meint das dies an meinen Akuladegeräten (von denen eines 7 Watt Leistung zieht...) läge. Völliger Quark natürlich, denn ein PC hat 100 mal soviel Leistung mit Monitor - und deren gibt es hier 27 Stück + 8 Fernseher!

Überall auf der Welt gibt es diese Menschen die eine völlig falsche Vorstellung dessen haben was wie viel Strom verbraucht! Dazu kann ich mich an dem mir nun zugewiesenen PC nicht mehr einloggen in mein Weblog und dazu wiederholte Abstürze bei mehreren Fenstern oder Reitern. So gebe ich meine Technik 2 Häuser weiter rechts zum aufladen, wo es kein Problem ist -sieht halt monströs aus meine Verteileranlage für verschiedene Ladegeräte - aber auf die Leistung kommt es an und die liegt bei etwa 25 Watt! (wenn alle Geräte in Betrieb wären, heute waren dies aber nur 2...)

Den Tagebucheintrag sende ich Peter damit er ihn vieleicht online stellt so es seine Reisevorbereitungen (IMMER STRESS!!) zulassen...

Auch einer der beiden poln. Fahrer kommt noch rein und Sigats höchstperöhnlich - dachte die sind schon im Camp...

Vom Internetkaffee Betreiber gibt es noch einen Tee zum Abschied.

Bei der Beschreibung zum heutigen Schlafplatz nun fehlte leider die Angabe, ob bei der Strassenteilung nach dem Abzweig bei der Shell-Tankstelle nach rechts am nächsten Abzweig geradeaus (logisch) oder wieder leicht rechts gefahren werden soll.

Geradeaus war dann falsch, obgleich die für die Markierung Verantwortlich zeichnenden Fahrer am nächsten Morgen auch noch behaupten - No Sign = Geradeaus. (Geradeaus bin ich gefahren hätte aber nach links abbiegen sollen - woher BITTE hätte ich das wissen sollen?? Mein Fehler - wie mir Monika in Istanbul vorwerfen wird???

OK, ich habe die Strasse auch nicht genau abgesucht da es in der mündlichen Beschreibung des Fahrers nach geradeaus einfach bis zum Wasser klang - richtig gewesen wäre aber Vor Tanke links (richtig übermittelt) dann nach wenigen Metern leicht RECHTS (fehlte als Info!!) und bis zum Strand und da rechts (Info rechts fehlte!) auf ein Privatgelände.

Egal oder sogar praktisch - wenn für die Zukunft daraus gelernt wird und Fehler nicht NUR bei mir gesucht werden - denn so finde ich am Meer einen Windgeschützten Raum in dem sogar alle eng zusammen liegend - Gepäck auf den Tisch getürmt - Platz gefunden hätten. Allemal einem Zelt vorzuziehen in dieser Sturmnacht!

Mit Rückenwind und ohne ein Stück zurückfahren zu müssen wäre der Durchschnitt heute bei traumhaften 21,2 - 22 km/h gewesen...
So sınd es nur 20,9. Heute wären also auch 200 km möglich gewesen...

Mit eıner Maximalgeschwindigkeit von 57,9 km/h waren es so 70,65 km in nur 3 h 21 '' 31 (zusammen = 713 km) Immerhin 450 Höhenmeter waren es heute doch. (max = 105 m) 2 % Durchschnittssteigung, 7 % Maxımale Steigung. (5830 HM bislang)

21.23 Lesen oder Schlafen? Erstmal Schlafen! Knapp 3 Stunden bis mich Knabbergeräusche wecken. Ich tippe auf Maus oder Ratte. Zu sehen ist nichts. Also nun erstmal Lesen.

In einem sehr spärlich eingerichteten Tourismusbüro unterwegs hatte ich mir Broschüren über die Marmara Region die wir gerade bereisen besorgt und zum Mittagessen auf den Tisch gelegt zum Ansehen. Leider bekam ich nur eine zurück. Daraus bastel ich nun einen Brief für die daheim gebliebenen Untermieter.